Nicht schon wieder einen Sticker!

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Nicht schon wieder einen Sticker. Das war eine häufige Reaktion auf meinen vorherigen Artikel zum Mobile Payment Praxistests. Gibt es denn nicht endlich mal was Neues wurde ich auch gefragt.

Schließlich hat die Targobank schon vor zwei Jahren einen Bezahl-Sticker herausgebracht. Der Kontext zu Mobile Payment wurde über E-Plus als Vermarktungspartner hergestellt. Zusätzlich kann man den Sticker dann am Handy befestigen. Er tut seinen Dienst aber genauso gut, wenn er auf der Stirn seines Besitzers oder an einer toten Katze klebt.

Mobile Payment wird daraus erst, wenn die zugehörigen Bezahlvorgänge in einer App auf dem , dargestellt werden. Die Mobilfunkunternehmen und auch einige Startups wie Cashcloud haben dies umgesetzt. Das habe ich in meinen Berichten aufgezeigt.

Dieser Service ist auch für eine „konventionelle“ Kreditkarte möglich. Jede Bank in Deutschland wäre also heute bereits dazu in der Lage, sich auf die Zukunft des mobilen Bezahlens vorzubereiten. Man müsste eben nur eine entsprechende in App in Auftrag geben. Das Schöne dabei ist, diese Fingerübung kann dann in einer Lösung wieder verwendet werden.

So ist es z. B. auch bei der Smartpass App, die für den Bezahl-Sticker wie auch für die Vodafone Wallet im Einsatz ist. Es gibt lediglich einige zusätzliche Steuerungsbefehle für die SIM Karte. Für den Funktionsumfang der Mobile Payment Transaktionen ist deren Anteil eher gering.

Aber bleiben wir noch mal beim Sticker. Ich selber habe mir noch nie einen Sticker auf mein Handy geklebt. Allenfalls klemme ich ihn unter die Batterieabdeckung. Das hat folgende Gründe:

  • Ich wechsle die Sticker viel zu oft und habe keine Lust den Kleber abzukratzen
  • Mehr als ein Sticker gleichzeitig funktioniert nicht
  • Meine Handys sind für andere Funktionen nicht zu gebrauchen, wenn hinten ein Tag drauf klebt

Der einzige Sticker der diesen Namen auch verdient kommt übrigens von der Fa. Schreiner, alle anderen sind aus unflexiblem Hartplastik. Was ist ein Sticker technisch gesehen eigentlich? Nun es handelt sich dabei im Prinzip um eine kontaktlose Kreditkarte ohne die goldenen Anschlusskontakte, dafür aber mit einer ferromagnetischen Sperrschicht und einer Portion Kleber.

Vielleicht sollte ich in Zukunft statt Sticker von einem PMPND (Passive Mobile Payment NFC Device) sprechen. Im Gegensatz zu einem AMPND (Active Mobile Payment NFC Device), das ist dann eine SIM Karte oder ein anderes vom Smartphone aus steuerbares Secure Element.

Die Tests und Vergleiche gehen weiter. Ein magentafarbenes PMPND liegt schon auf meinem Schreibtisch und ein Blaues ist bereits auf dem Postweg.

Der in der Überschrift erwähnte Formfaktor für ein PMPND  ist aber nicht in Stein gemeißelt. Es gibt auch Länder in denen die Mobilfunkprovider die Companion Karten als kontaktlose Version herausgeben. Dabei muss es nicht bleiben. Wie wäre es mit einer Kreditkarte im Schlüsselanhänger oder als Armband?

Aber vielleicht kann ich bald auch mal eine Bezahl App von einer Bank testen. Die Targobank z.B. bietet ihren Kunden einen Kontoticker. Bezahlvorgänge mit der Kreditkarte über 5 € werden in Echtzeit per oder Mail aufs Handy gepusht. Die technische Anbindung ist also vorhanden. Alles Weitere sollte keine Raketenwissenschaft sein.

Denn beim mobilen Payment kommt es auf die App an und nicht auf den Sticker!

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel
Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe). Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

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