Google Pay kooperiert mit PayPal: Und was gibt es noch auf dem Markt?

Google Pay gewinnt 20,5 Millionen Kunden

Durch die Zusammenarbeit von Google Pay mit PayPal erschließt sich Google ein Millionen Publikum.
Quelle: Carsten Thomas

Ein Mega-Deal für Google. 20,5 Millionen Kunden sackt Google Pay durch die Kooperation mit PayPal ein, welche dieses als Zahlungsmittel akzeptiert haben. Nach dem Start von Google Pay in Deutschland Ende Juni hielt sich die Zahl der unterstützten Banken in Grenzen. Dank PayPal kommen Android-Nutzer, deren Bank den Bezahldienst bisher nicht akzeptiert hat, nun auch in den Genuss von Google Pay und Mobile Payment.

Google und PayPal gewinnen beide durch diese Kooperation. Google Pay erhält einen größeren Kundenstamm, PayPal mehr Reichweite, da das Unternehmen so in den stationären Handel vordringt. Letztlich sind es jedoch die Android-Nutzer, die von diesem Bündnis profitieren. Sie können in Zukunft beim Bezahlen ihren Geldbeutel in der Tasche lassen.

Direkt, einfach, problemlos: Dank NFC

PayPal-Kunden können problemlos bei Aldi, Rewe, Real oder dm an der Kasse bezahlen. Überall, wo NFC-fähiges, kontaktloses Bezahlen per Smartphone möglich ist. Google benötigt dafür auch nicht die Bankdaten, da alles über PayPal abläuft. Weitere Infos zu NFC finden Sie in unserer aktuellen Serie “Wie funktioniert NFC? Teil 1: Grundlagen und Standards”.

Alternativen zu Google Pay auf dem Markt

Der Mobile Payment Markt ist breit gefächert, sodass man relativ schnell den Überblick verlieren kann. Ebenso steigen immer neue Unternehmen ein. Wir stellen einige davon vor:

Apple Pay

Neben Google Pay richtet sich der Blick in Bezug auf Mobile Payment 2018 vor allem auf Apple. Nach der Ankündigung von Tim Cook, dass Apple Pay noch in diesem Jahr kommen soll, ist es seitdem sehr ruhig geworden. Gerade nachdem Google Pay mit PayPal solch ein Clou gelungen ist, gibt es gerade in den letzten Tagen vermehrt Gerüchte, dass der Start unmittelbar bevorstehen soll. So habe man laut iPhone-Ticker bei Bauhaus Apple Pay-Symbole neben EC- oder Kreditkarten-Aufklebern ausfindig gemacht. Nimmt man dies ernst, würde dies bedeuten, dass Apple beziehungsweise die Banken bereits Händler ins Auge gefasst haben. Momentan sind dies jedoch alles nur Gerüchte. Auch auf der letzten Apple Keynote gab es keinerlei neue Infos zu den Entwicklungen bei Apple Pay.

Garmin Pay

Warum mit dem Smartphone bezahlen? Noch einfacher und schneller geht es mit der Smartwatch. Insofern man ein Modell von Garmin besitzt, kann man seit Juni 2018 problemlos damit bezahlen. Dazu wird einfach eine virtuelle Mastercard erzeugt, die man als Zahlungsmittel für Garmin Pay verwenden kann. Nachteil des Ganzen: Es handelt sich dabei um eine Prepaid-Karte, die zuvor aufgeladen werden muss. Garmin Pay funktioniert grundsätzlich bei allen NFC-fähigen Kassenterminals.

Sparkassen App Mobiles Bezahlen

Die Sparkasse hat mit der App Mobiles Bezahlen ihre eigene Lösung auf den Markt gebracht. Seit Juli 2018 können Android-Nutzer mit der App bezahlen. Aber nur diese, da Apple bekanntlich den NFC-Chipsatz in iPhones nicht für andere Anbieter freigeschaltet hat. Eine Kreditkarte ist nicht zwingend notwendig, eine normale Sparkassen-Card reicht aus. Wie das Ganze genau läuft, hat unser Autor Rudolf Linsenbarth getestet.

Payback Pay

Wer eine Payback-Karte besitzt und fleißig Punkte sammelt, für den kann Payback Pay eine Alternative bedeuten. Beispielsweise kann man bei Aral, Rewe oder dm mit dem Smartphone kontaktlos bezahlen. Neben Android geht dies auch auf dem iPhone. Denn Payback Pay nutzt nicht einen NFC-Chip, sondern basiert auf einem einzigartigen QR-Code. Dieser wird per speziellem Payback-Scanner eingelesen.

Vorteil: Eine Kreditkarte wird nicht benötigt. Nachteil: Payback Pay sammelt Einkauf- und Standortdaten seiner Nutzer.

Mercedes Pay

2018 steht eindeutig im Zeichen von Mobile Payment. Immer mehr Unternehmen dringen mit ihrer eigenen Lösung auf den Markt vor. Unter Mercedes Pay arbeitet Daimler Financial Services beispielsweise an einer Mobile Payment Lösung, die speziell für die Mobilitäts-Dienste von Daimler entwickelt wird. Aktuell gibt es aber außer “Coming Soon” noch keine weiteren Infos.

Entgegen aller Vorbehalte, dass in Deutschland in Bezug auf Mobile Payment wenig geschehe, zeigt sich, dass gerade in den letzten Monaten viel in Bewegung geraten ist. Die weitere Entwicklung bleibt spannend, vor allem auch, wer sich mit seiner Lösung beim Publikum durchsetzen wird.

Quellen:

heise.de, 09.10.18

t3n, 11.10.18

Über Carsten Thomas 236 Artikel
Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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