Mobile Payment SWOT 3: Mobilfunkanbieter mit aller Kraft voraus?

mywallet Lufthansa AirPlus

93 Millionen Kunden in Europa mit Online-Payment, , Payment Cards und Terminals zu erobern, ist erklärtes Ziel der Deutschen . Der Magenta-Riese kündigte seine offene Plattform sowie die Partnerschaft mit letztes Jahr im Juli an. Was ist daraus ein Jahr später geworden? Und, was machten die anderen Mobilfunkanbieter in diesen 12 Monaten?

MyWallet der Deutschen Telekom am Start

In Polen ging das Mobile der Telekom im Oktober 2012 an den Start. Für über 10.000 Kunden wurde das MyWallet schon aktiviert, sie können aus 8 Smartphone Modellen auswählen und in über 40% der Handels- und Gastronomiebetriebe per bezahlen – alle großen Supermärkte sind dabei. Mehrere Banken geben die entsprechende Mastercard für das MyWallet heraus.

Lufthansa AirPlus Karte in der MyWallet der Telekom

Wie schön wäre es, wenn wir für Deutschland auch eine solche Story erzählen könnten. Die Investitionen der Händler in NFC POS werden zwar zunehmend angekündigt und umgesetzt, aber aktuell sollte man sich besser nicht auf deren Verfügbarkeit verlassen, will man nicht verhungern. Das MyWallet der Telekom ist weiterhin für die zweite Jahreshälfte 2013 in Deutschland angekündigt. Seit kurzem läuft eine Pilotphase mit Airplus, einem Anbieter von Bezahl- und Abrechnungslösungen für Geschäftsreisen. Mitarbeiter der Telekom können intern an einigen Standorten mit MyWallet bezahlen.

Wallet im Beta-Test

Tatsächlich schon für „fast Jedermann“ zugänglich ist die O2 Wallet von der Telefónica. Dazu braucht man ein NFC-fähiges Handy ( Galaxy SIII oder Ace2), das NFC Pack von O2 (mit dem man eine NFC-fähige SIM Karte erhält), die installierte O2 Wallet App und – zu guter Letzt, um auch bezahlen zu können – die „ O2 Wallet Card“, welche bei der Wirecard Bank erhältlich ist und mit einem Bankkonto zur Lastschrift verbunden wird. Puh, wenn man das alles geschafft hat, kann man z. B. in 100 HIT Märkten in Deutschland seine Einkäufe wirklich mobil (und ohne Aufkleber-Tricks) bezahlen.

Der Registrierungsprozess für die O2 Wallet scheint lang, dabei ist der Registrierungsprozess mit sechs weiteren Schritten bei mpass hier noch nicht einmal enthalten.

Aber man beachte, es handelt sich hier um einen Friendly-User-Test und keinen allgemeinen Rollout. O2 hat sich damit übrigens derzeit als Einziger zur Wiederbelebung der mpass Marke für Proximity Payments bekannt.

SmartPass

Im Rahmen der globalen Kooperation mit kündigte Vodafone im November 2012 sein „SmartPass“ Mobile Payment an. In der Turkei und Italien ist es bereits verfügbar, in England gibt es einen Mitarbeiter Test. Nach Deutschland sollte das NFC-Zahlungsmittel zuerst als Prepaid Karte kommen. Seit der Ankündigung wurde es allerdings sehr, sehr ruhig. Sollte die Markteinführung des „Vodafone Smart III“, ein Einsteigertelefon für rund 88 EUR im Prepaid Segment und mit NFC-Funktionalität nur eine zufällige Parallele sein?

Darüber hinaus brachte Vodafone im März 2013 in Deutschland die App „Vouchercloud“ auf den Markt. Ein Couponing Service, der zwar heute unabhängig funktioniert, langfristig aber in eine Mobile Wallet integriert werden könnte.

BASE Wallet von

Als letzter im Bunde der vier Mobilfunkanbieter kündigte die ePlus Gruppe im Februar 2013 ihr künftiges „BASE Wallet“ an. Eine Plattform für unterschiedliche mobile Anwendungen (Payment, , , …) ist in Arbeit, wobei ein konvergentes NFC-Ökosystem geschaffen werden soll. Wie sich der Merger mit O2 Telefónica auswirkt, bleibt abzuwarten. Für November 2013 steht das BASE Wallet jedenfalls auf der Agenda der Wirtschaftswoche Konferenz zum Thema NFC.

Viele Ankündigungen

Insgesamt kann man wohl resümieren, dass es viele Ankündigungen gegeben hat. Das keiner seine groben Zeitpläne (z. B. „Launch in der ersten Hälfte 2013“) eingehalten hat. Trotzdem ergibt sich aber ein Gefühl, dass bei allen mit Hochdruck am Thema gearbeitet wird, um entsprechend des Markttempos dabei zu sein. Wenn der Knoten dann platzt, muss man ready sein.

Vom Standpunkt des Konsumenten hat sich in den letzten 12 Monaten allerdings wenig getan. Mit ganz großem Glück fällt man in ein Pilotprojekt hinein, sonst bleibt das Thema wohl noch mehr dem interessierten Fachpublikum vorbehalten.

NFC & Multi-Service & kein Standard

Alle Mobilfunkanbieter (MNO) bleiben natürlich im Kernangebot der NFC-Technologie treu. Wichtig für sie ist, dass das sogenannte „Secure Element“ (zur Sicherung der Transaktionen) auf der SIM-Karte sitzt, denn für jedes „Zimmer“ auf der SIM, kann man Miete verlangen.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Vision für eine Multi-Service Wallet. D. h. in einem einzigen „Container“ (zugänglich über die Wallet App) können mehrere Services zur Verfügung gestellt werden, allen voran Coupons, , Zutrittskarten, usw..

Anders als in anderen Ländern hat man sich in Deutschland nicht zu einem Gemeinschaftsprojekt für einen einheitlichen Standard durchringen können. Die ursprüngliche Kooperation unter dem Namen mpass hat den Weg dorthin nicht geschafft, jeder Anbieter lanciert jetzt sein eigenes Wallet-Gebräu. In Frankreich wurde beispielsweise ein gemeinsamer Standard zwischen Banken und MNO etabliert, der jetzt unter der Marke Cityzi firmiert. ISIS in den USA ist ein Joint Venture unter AT&T, USA und Verizon. Gerade erst wurde der nationale Rollout des Wallet Service bis Ende 2013 angekündigt, nachdem in zwei Städten getestet worden war.

Die Konkurrenz unter den Mobilfunkern ist eine Sache. Eine Menge anderer Unternehmen möchten auch ihren Teil des Mobile Payment Kuchens abschneiden. Wie sehen die Chancen für  die MNO aus? Welche Stärken und Schwächen bringen sie mit? Wo liegen die Chancen und Risiken? Einige Punkte in der folgenden SWOT-Übersicht (sicher nicht vollständig und Kommentare sind willkommen):

Mobile Payment SWOT Mobilfunkanbieter

 

Nachtrag:

In dieser Serie sind erschienen:

Teil 1: was gibt es Neues im Sommer 2013?

Teil 2: Definitionen

Teil 3: Mobilfunkanbieter mit aller Kraft voraus?

Teil 4: GAFA – Haben die digitalen Giganten die Lösung zum Problem ?

Teil 5: Microsoft & Samsung – Möchtegern oder Me-Too?

Teil 6: Banken – Wo bleiben sie denn?

Teil 7: Kreditkartenunternehmen – In der Ruhe liegt die Kraft?

Teil 8: Händler – näher dran am Kunden?

Teil 9a: Startups – wie kommt man auf diese Idee (Clusterung nach Assets & Traction)

Teil 9b: Startups – welche Erfolgschancen?

Teil 10: PayPal baut eine Rakete

 

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Über Maike Strudthoff 93 Artikel
Maike Strudthoff ist Innovation Coach, Autorin und Speaker. Ihre Spezialisierung: Digital Services Innovationen und Customer Centricity. Sie hilft Unternehmen die Zukunft zu antizipieren und Veränderungen umzusetzen, u. a. durch Workshops, Ideation, Events, Benchmarks, usw. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maike@jump-next.com

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