Das Auto wird mobil (2) – Android und Co auf dem Weg ins Auto

google oaa

im Auto

und eine Reihe von Automobilhersteller planen Android ins Auto zu bringen. Dazu haben sich die beteiligten Parteien zur sogenannten Open Automotive Alliance zusammengeschlossen, die heute offiziell an den Start geht. Vor fast einem Jahr hatte ich in meinem ersten Beitrag zu „Das Auto wird mobil“ einen kurzen Überblick gegeben, der sich stark auf Apps bezog. „App- müssen einerseits bestehende Apps für den Fahrmodus und -screen anpassen, aber auch wie im Falle von Glympse überlegen, wie man relevante mobile Tools ins Auto bekommt“, war ein Fazit von mir, das nun durch die Allianz an Bedeutung gewinnt. Aber schauen wir doch erstmal was diese Allianz genau beinhaltet.

Open Alliance

Die Allianz besteht aus Google, GM, Honda, Audi, Hyundai, und dem Chiphersteller Nvidia und konzentriert sich auf die Bereitstellung des erfolgreichen Mobile-Betriebssystem in In-Car-Entertainment-Systeme, so dass es „von Grund auf für den Einsatz im Autos gebaut ist.“ Die ersten Autos mit Android-Integration ist für Ende 2014 geplant.

In einer Pressemitteilung beschreibt die Gruppe ihre Pläne für die Zukunft und mit der Hoffnung, mehr Automobilhersteller und Technologieunternehmen mit der Zeit dazugewinnen zu können. Der Fokus liegt darauf, neue Formen der Integration von Android-Geräten im Auto zu ermöglichen. Dazu wird Android mit neuen Funktionen ausgestattet, sodass es für Entwickler einfach sein wird, ihren Anwendungen einen Auto-Modus hinzuzufügen. Die Open Automotive Allianz steht auch bereits in Kontakt mit der National Highways Traffic Safety Administration (NHTSA), um sicherzustellen, dass das System sicher ist für den Gebrauch im Auto.

Übrigens wurde der Name in Anlehnung der Open Handset Alliance gewählt, das vor 6 Jahren u.a. von Google gegründet wurde und es dem dann Android enstanden ist.

in the Car

Das Google-System konkurriert in Teilen mit dem -Ökosystem „iOS in the Car„, das der -Hersteller im Sommer  2012 auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt hatte. Bei der Apple-Allianz sind Hersteller wie BMW, Merces-Benz, Ferrari aber auch Audi und GM mit an Bord. Das System wurde angekündigt, einige Grundfunktionen für den Gebrauch im Auto zu liefern, wie etwa die Spracheingabe über  Eyes Free, , Telefon- und Musiksteuerung, sowie das Auslesen und Anworten von iMessages. Mit Eyes-Free sind erste Modelle wie etwa der Opel Adam an den Start gegangen.

Ohne den typischen „Google vs. Apple“-Kampf lostreten zu wollen, gab es für Android mit der „Car Home“-App bereits Ende 2010 das Bestreben, die Grundfunktionen vereinfacht darzustellen. Natürlich war es damals nur als Smartphone-App gedacht, aber es zeigt, wie weit sich Google damals schon mit der Thematik beschäftigte. Trotzdem wird es spannend zu sehen, wie Apple sein System vorantreiben wird, denn wenn man sich Adaptionsraten von iOS 7 anschaut und die loyale Userschaft, kann man sich ausmalen, dass Apple damit eine große Reichweite schafft.

Ankündigung auf der CES 21014

Der Zeitpunkt der Pressemeldung ist natürlich nicht zufüllig gewählt. Mit dem morgigen Start der größten und wichtigsten Elektronik-Messe „CES“ in Los Angeles, wird es neben einer Keynote samt Livestream von Audi auch ein Roboter-Auto von Nvidia geben, der einen neuartigen Chip demostrieren wird. Der Prozessor Tegra K1 soll in vernetzten und selbstfahrenden Autos eingesetzt werden und is speziell für die Bildverarbeitung in Fahrzeugen gedacht. Bekanntlich ist Google selbst auch führend in der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Eine Partnerschaft ist daher keine große Überraschung mehr.

„Das Auto wird zum ultimativen mobilen Gerät“, sagt der Gartner-Analyst Thilo Koslowski.

Früher war es die „Konvergenz der Medien“, heute ist es die „Konvergenz der Geräte“ – wenn man ein Auto als Gerät bezeichnen möchte. Es geht den Großen des Technik-Geschäfts darum, Allianzen mit den Autobauern zu schmieden. Schließlich werden Autos immer mobiler und digitaler. Da macht es natürlich hochgradig Sinn sich mit denen Zusammenzuschließen, die einerseits die neuen Technologien fordern und sie andererseits anbieten.

Und außerdem ist das ein wachsender Markt, in dem man sich bestens auskennt. Je mehr das Leben und Teilaspekte des Alltags zusammenwachsen, desto mehr wird eine digitale und mobile Vernetzung von Wichtigkeit sein. Da ist es sehr verständlich, dass sich Google, Apple und ein wenig auch versuchen dort möglichst schnell möglichst breit aufzustellen.  Wenn laut GSMA in fünf Jahren 60 Millionen Connected Cars weltweit auf den Strassen unterwegs sein werden, wird das natürlich auch aus Marketing- und Werbesicht interessant. Auch wenn ich es aktuell nicht sehen wollen würde, wird die kontextuelle Werbung im Auto kommen. Die Frage ist nur: wann?

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Über Goran Minov 31 Artikel
Nach Stationen als Online-Projektmanager und Senior Konzeptioner ist Goran heute als Schnittstelle zwischen Kreation, Strategie und Kundenberatung nun seit 2010 als Emerging Media Manager bei MRM Frankfurt tätig, wo er das Ohr auf der Schiene hat und nach Innovationen und Trends Ausschau hält.

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