Mobile Payment Praxistest: Walletcard von E-Plus

Aufladen

Am 15. Juli ist mit E-Plus das vierte und letzte der deutschen Mobilfunkunternehmen mit seinem Mobile Payment Produkt an den Markt gegangen.  „Last Mover“ oder „Smart Follower“? Die Frage lässt sich so kurz nach dem Start nicht beantworten. In diesem Artikel sollen einmal die wesentlichen Aspekte der Bezahloptionen beleuchtet werden.

Hauptprodukt ist das Base . Eine White Label Lösung für die Kennmarke der zurzeit noch selbständigen E-Plus Gruppe. Danach soll für jede der zahlreichen Marken im Konzern ein in den Farben des jeweiligen Brands gelauncht werden. Die Details sind aber einem späteren Bericht vorbehalten.

Heute geht es um das Prepaid Konto innerhalb der Wallet. Es trägt den Namen Walletcard und wird, wen wundert’s, mit Hilfe der Wirecardbank realisiert.

„Same procedure as every other German network operator?“

Nicht ganz!

Einen Sticker hat man bereits seit zwei Jahren über eine Kooperation mit der Targobank im Angebot. Dieses Angebot ist auch weiter erhältlich.

Wer aber mit E-Plus Walletcard kontaktlos bezahlen will, braucht einen  Base Laufzeitvertrag mit fähiger SIM Karte und eines der hier gelisteten Smartphones mit mindestens Version 4.2.

Die Anmeldung erfolgt entweder aus der Walletcard App heraus oder man kann über diese Webseite gehen. Anschließend würde man die Wallet App installieren und gegebenenfalls noch eine NFC fähige SIM Karte bestellen.

In dieser Reihe waren bisher die Sticker Produkte der Mobilfunkunternehmen und die zugehörige Payment App im Fokus. Um hier eine Vergleichbarkeit herzustellen, habe ich die zusätzliche Plastikarte für den ersten Test verwendet. Die schlägt mit 9,99 € zu Buche. Den Betrag muss man vor der Bestellung erst aufladen. Nach 3 Tagen war die Karte im Briefkasten. Eine NFC Schnittstelle ist leider nicht vorhanden. Die Aktivierung erfolgt auf der Webseite. Einen selbst gewählte Karten PIN kann man dort auch setzen.

Die App selbst macht einen guten Eindruck und kommt sehr aufgeräumt daher. Auf der Startseite sieht man direkt den verfügbaren Betrag. Oben links und rechts gibt es noch zwei Knöpfe einer zum Anzeigen der Details einer virtuellen Kreditkarte für Online Einkäufe im Internet. Mit dem zweiten Reiter kann man die PIN für diese App ändern.

Am unteren Ende der Seite gibt es drei Schaltflächen für die Transaktionshistorie, Konto Aufladen und Geld senden.

Die Transaktionen werden als Liste dargestellt. Für jede Transaktion kann man sich aber auch die Details anzeigen lassen. Bei Drücken der Schaltfläche Konto aufladen landet man in einem Untermenü mit den Optionen Banküberweisung, Sofortüberweisung und Gutscheincode. Im Feld Banküberweisung werden die Daten für eine Giro Transaktion auf das eigene Walletcard Konto angezeigt.

Sofortüberweisung ist direkt aus der App heraus möglich. Dieser erfreuliche Fakt wird dann aber durch die anfallenden Gebühren für dieses Aufladeverfahren getrübt. Stolze 2% muss man berappen. Somit ist die die Einrichtung eines Lastschrift Mandats (Pass thru -Verfahren genannt) die einzige Möglichkeit sein Konto zeitnah und flexibel zu nutzen. Mit Pass thru erhält man einen Verfügungsrahmen von 150 € im Monat.

P2P Überweisungen zu anderen Walletcard Kunden sind ebenfalls möglich. Die notwendige KYC Legitimierung kann aber nicht aus der App heraus gemacht werden. Hierzu muss man sich im Walletcard Benutzerportal anmelden.

Fazit:

Walletcard richtet sich an Besitzer eines Base Laufzeitvertrags mit passendem . Eigentümer eines werden überhaupt nicht adressiert.

Mit der Walletcard App erhält man ein gut zu bedienendes Front-End. E-Plus hat für die Aufladung per Sofortüberweisung eine Gebühr in Höhe von 2% festgelegt, damit verbleibt für einen spontanen Einsatz von Walletcard nur die Lastschrift. Hier liegt der monatliche Verfügungsrahmen bei 150 €. Meiner Einschätzung nach ist der Betrag mit einmal Tanken und täglichem Besuch in der Kantine auch schon verbraucht.

Ansonsten ist Walletcard für BASE Kunden ein schlüssiges Angebot. Zudem ist es laut Aussage von E-Plus, dauerhaft kostenlos.

Bleibt zum Schluss noch eine Frage: Wird es auch eine ALDI Talk Wallet geben? Die passende Karte wäre ja schon drin. Maestro gehört zu den bei ALDI akzeptierten Zahlungsmitteln. Nur eben (noch?) nicht kontaktlos.

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel

Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe).
Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .

Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

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