DHL: Datenbrille und Augmented Reality im Lagerbetrieb

dhl vision picking

Nach dem Hype um war es ruhig geworden um  die Datenbrillen auf den Nasen der Konsumenten. Und nun hat Google das Glass-Explorer-Programm für beendet erklärt und will erst wieder mit einem wirklich ausgereiften Produkt auf den Markt gehen. Eine lesenswerte Analyse zum Scheitern von kann man in der New York Times lesen.

Es schien immer zweifelhaft, trotz der vielen bekannten und weniger bekannten Personen, die sich für Google Glass begeistern ließen, dass sich eine solche Datenbrille im Massenmarkt durchsetzen würde. Zu groß waren die Bedenken der Menschen in Bezug auf den Erhalt ihrer Privatsphäre.

Ganz anders sieht es hingegen im Business-Bereich aus, wo Datenbrillen auf immer mehr Einsatzgebiete treffen. So hat der Logistikkonzern DHL in einem Distributionszentrum im niederländischen Bergen op Zoom den Einsatz solcher Datenbrillen und (AR) getestet. Dabei konnte eine Effizienzsteigerung bei der Kommissionierung von 25 Prozent erreicht werden.

Gemeinsam mit dem DHL-Kunden Ricoh und Ubimax, Spezialist für Wearable-Computing-Lösungen, wurde in einem dreiwöchigen Pilotversuch untersucht, in welchem Umfang Datenbrillen und AR zur Verbesserung bei der Kommissionierung beitragen können.

Die Beschäftigten wurden mit Datenbrillen ausgestattet, die schrittweise Arbeitsanweisungen einblenden, um den Kommissionierungsprozess zu beschleunigen und Fehler zu reduzieren. In den Displays wurden während der Kommissionierung wichtige Hinweise eingeblendet, zum Beispiel wo sich der gesuchte Artikel in welchem Gang befindet und in welcher Menge er benötigt wird. Insgesamt nutzten zehn Mitarbeiter die Geräte, um im vorgegebenen Zeitrahmen mehr als 20.000 Artikel für 9.000 Bestellungen zusammenzustellen. Die Abläufe wurden deutlich beschleunigt und Fehler komplett vermieden.

„Die AR-gestützte Kommissionierung kommt ohne überflüssige Handgriffe aus und ist erheblich produktiver. Die Technologie ist eine große Unterstützung für unsere Beschäftigten und bietet unseren Kunden einen echten Mehrwert. Allerdings ist dies nur der erste Schritt unserer Innovationsstrategie, da wir überzeugt sind, dass Augmented Reality in Zukunft für immer mehr Bereiche der Lieferkette relevant sein wird“, sagt Jan-Willem De Jong, Business Unit Director Technology bei DHL Supply Chain, Benelux.

Das von DHL als „Vision Picking“ bezeichnete Verfahren noch einmal im Video:

DHL hat bereits im Juni 2014 einen Trendreport mit dem Titel „Augmented Reality in Logistics“ herausgegeben, der Best-Practice-Ansätze und verschiedene Anwendungsfälle beschreibt. Wir haben diesen in unserer Studiendatenbank hinterlegt.

Datenbrillen werden sich im Business-Bereich etablieren und nicht nur in der Logistik sinnvolle Anwendungsbereiche finden. Zum Beispiel auch in der Medizin, in der Produktion oder bei Einsätzen von Rettungskräften werden diese Systeme die Prozesse vereinfachen und Potenziale bei der Effizienzsteigerung erschließen.

Avatar for Heike Scholz
Über Heike Scholz 411 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

2 Kommentare

  1. Oh mann, da werden die Menschen ja zu blöden Robotern, ferngesteuert durch Computer… Warum überhaupt noch Menschen? In anderen Industriezweigen sind die Lager auch OHNE Menschen funktionsfähig! Nur Blöd, wenn die Menschen zu Hause sitzend keine Kohle mehr haben, um Sachen zu bestellen, die dann von Robotern kommissioniert werden sollen… Ich find’s Sch***! Vieleicht ist es aber auch ein (sehr früher) Aprilscherz?
    Liebe Grüße, eine nette Mitbürgerin

    • Hallo nette Mitbürgerin,
      das verstehe ich nicht. Wenn der Mitarbeiter die Infos von einem Zettel abliest, ist er KEIN Roboter. Wenn er die gleiche Info in einer Datenbrille angezeigt bekommt, dafür nicht extra auf den Zettel gucken muss und beide Hände frei hat, IST er ein Roboter. Das musst Du genauer erklären. Lieben Dank.

3 Trackbacks / Pingbacks

  1. geekchicks.de » geekchicks am 09.02.2015 - wir aggregieren die weibliche seite der blogosphäre
  2. Freihändig durch die Lagerhalle: DHL packt Päckchen mit Google Glass | t3n
  3. Freihändig durch die Lagerhalle: DHL packt Päckchen mit Google Glass - ecommerce-feed.de

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*