3 Trends vom Mobile World Congress: 5G, faltbare Handys & Kameralinsen

Auf dem Mobile World Congress stellte unter anderem Huawei sein faltbares Smartphone Mate X vor.
Foto: Huawei

Auf dem wichtigsten Treffen der Branche, dem Mobile World Congress in Barcelona, werden erneut die -Trends des Jahres gesetzt. Neben faltbaren Handys, mehr Kameralinsen, steht eindeutig der neue Mobilfunkstandard im Fokus. Natürlich würde jeder gerne dabei sein, wenn der MWC heute los geht, wenn die neuesten Gadgets live in Action vorgestellt werden. Da jedoch ein Hotelzimmer in Barcelona pro Nacht um die 1000 Euro kostet, bleiben wir für all diejenigen dran, die sich das nicht leisten möchten. Wem das nicht reicht, der ist mit dem MWC-Livestream direkt dabei. (Englisch)

Alle wollen 5G, aber der Weg dahin ist steinig

Mit Milliardeninvestitionen der Telekomfirmen soll der Echtzeitmobilfunk dazu beitragen, die Wirtschaft zu revolutionieren. Ein Beispiel für das neue Engagement ist die Partnerschaft von MobiledgeX, einer Tochter der Deutschen Telekom, mit Niantic, den Machern von Pokémon Go. Das Augmented Reality Game soll aufzeigen, wie es durch die neue Mobilfunkgeneration 5G von einer höhere Geschwindigkeit profitieren kann. Neben dem Entertainment-Faktor soll 5G allerdings mehr Bedeutung einnehmen.

Als Katalysator für die Industrie 4.0 soll der neue Mobilfunkstandard beispielsweise die Arbeitswelt ankurbeln und neue Impulse für technische Innovationen setzen. Auch für Smart Citys und autonomes Fahren ist 5G der entscheidende Antriebsfaktor. Bei all der Euphorie, die beim Mobile World Congress 5G als Heilsbringer entgegengebracht wird, scheint unterzugehen, wie die Netzbetreiber mit 5G Geld verdienen wollen. Der Ausbau wird zunächst Milliarden verschlingen. Darüber hinaus kommen die Frequenzauktionen dazu. Es wird die Herausforderung der Zukunft sein, wie die Netzbetreiber den Ausbau von 5G vorantreiben können, um all ihre Geschäftsmodelle zu realisieren. Während die USA und Asien jedoch die Bedeutung von 5G erkannt haben und den Ausbau mit aller Macht vorantreiben, hängt Europa, insbesondere Deutschland, hinterher. Auf dem zeigen die Aussteller somit, was in punkto 5G möglich ist. Die Bundesregierung sollte sich den Trend zu Herzen nehmen und in Sachen 5G bei der Umsetzung hierzulande nachlegen.

Nimm 5! -Smartphone setzt auf mehr Linsen

Heute ziehen auf dem Mobile World Congress in Barcelona die neuen Nokia-Smartphones das Publikum in ihren Bann. Denn unter den neuen Geräten befindet sich auch ein Modell mit fünf Kameraobjektiven auf der Rückseite. HMD Global stellt das Nokia 9 PureView vor. Das finnische Unternehmen ist mit Nokia verbunden und entwickelt Smartphones unter dem Markennamen Nokia. Allesamt machen gleichzeitig Aufnahmen, die dann zu einem Foto mit hoher Auflösung zusammengesetzt werden. Als Ergebnis erhält man somit Bilder mit vielen Details, bei denen man nachträglich den Fokus verändern kann. Dafür wurde von HMD Global die Technologie des US-Start-ups Light integriert. Fotos werden in dem Format RAW erstellt, die auch von professionellen Fotografen genutzt wird. Im Gegensatz zu den wuchernden Preisen für neue Smartphone-Modelle, wie es gerade gerne bei , Samsung oder gemacht wird, ist das Flagschiff-Modell von HMD Global europaweit bereits für „günstige“ 599 Euro zu haben.

Nokia 9 Hands On: World's First Phone with 5 Cameras!

Knicken ist in: Huawei präsentiert faltbares Smartphone

Nachdem Samsung mit seinem Galaxy Fold wenige Tage zuvor bereits aufgezeigt hat, dass der Trend hin zu „faltbar“ geht, legt Huawei nun nach. Das Mate X setzt den Trend der Knick-Phones weiter fort und schlägt den Koreanern mit zwei Details: 5,4 Millimeter und 11 Millimeter. Das sind die Maße mit denen das Mate X punkten will. Es wird demnach mit 5,4 Millimeter im aufgeklappten Zustand dünner als das Samsung Galaxy Fold sein. Ebenso wird es im Vergleich zum Fold nur 11 Millimeter dick sein, wenn man die beiden Hälften zusammenklappt. Allerdings wird das Mate X nicht mit dem Preis punkten können. 2299 Euro wird es kosten und Mitte des Jahres soll es auf den Markt kommen. Damit wird es um 299 Euro teurer als der Konkurent von Samsung sein.

Das Huawei Mate X glänzt mit einem neuartigen Design, dass sich auch funktionell von dem Samsung Galaxy Fold unterscheidet. Mit einem sogenannten Falkenflügel-Scharnier wird dafür gesorgt, dass die beiden Hälften des Smartphones nahtlos aneinander liegen, wenn es ausgeklappt wird. Das bewirkt, dass das Mate X schlanker und eleganter aussieht als das Galaxy Fold. Auch was die Bildschirmposition angeht, schlägt das Huawei Mate X einen anderen Weg ein. Während das Samsung Galaxy Fold einen kleinen Außenbildschirm im zusammengeklappten Zustand besitzt und geöffnet einen großen Innenbildschirm, hat das Mate X nur einen einzigen Bildschirm, der sich falten lässt. Zusammengeklappt ist der Bildschirm 6,6 Zoll groß und agiert wie ein normales Smartphone. Klappt man das Gerät auf, entfalten sich die beiden Displays zu einem 8 Zoll großen Bildschirm, sodass man ein Tablet erhält.

Huawei's foldable Mate X event at MWC 2019 in 12 minutes

 

Die in Barcelona gezeigten Huawei Mate X Modelle sind offenbar aber noch handgefertigte Einzelstücke. Aktuell werden sicher noch einige Monate ins Land gehen, ehe ein veröffentlichungsreifes Produkt steht. Huawei hat auf dem Mobile World Congress jedoch die Muskeln spielen lassen und aufgezeigt, dass sich der Konzern durchaus mit den Großen der Branche anlegen will. Während Samsung mit Galaxy Fold schon im Frühjahr 2019 an den Start gehen will, besitzt beispielsweise Apple aktuell nur Patente, die Hinweise auf ein faltbares iPhone geben.

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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