Next Generation Payment (1): Wer ist GAPFAM?

Google

Mobile Payment ist kein Sprint sondern ein Marathon

War die Kernaussage meines Vortrags beim Kongress Next Generation Payment. Die Slides dazu  befinden sich am Ende dieses Artikels. Da nun die wichtige Tonspur fehlt, werde ich die wesentlichen Folien hier bei mz in einer Serie kommentieren.

Beginnen möchte ich mit den Aktivitäten der Internet Giganten. Ich habe dafür das Akronym GAPFAM gewählt.

spielt beim Sammeln von Daten über Bande

Häufig startet Google ein neues Projekt und ich frage mich: warum machen die das? Passt das zum Kerngeschäft? So auch bei Mobile Payment. Zahlungsverkehr interessiert dabei auch nicht, das überlässt man den Partnern. Im Gegenteil, der 2. Start des bedeutete sogar Verluste bei jeder Transaktion. Im niedrigen einstelligen Milliardenbereich über die nächsten 10 Jahre, wenn Google ein Erfolg wird. Dafür hat Google anschließend die Transaktionsdaten und die Zahlungsdienstleister sind blind, da alle Zahlungen im schwarzen Loch von Google enden. Neuster Coup ist das bereit stellen einer Digitalen Identität im Projekt U2F

erschließt eine Goldmine und lässt andere darin schürfen

Verluste bei Transaktionen ist ein Geschäftsmodell, das Apple niemals eingehen würde. Alles was Apple macht, muss eine ordentliche Marge bringen, sonst wird es wieder eingestellt. Mit den Transaktionskosten einer Zahlungsdienstleistung ist das niemals zu erzielen. Daher werden das Partner machen müssen. Die blechen auch noch ordentlich für den Platz an der Sonne. Ich glaube dass Apple mittelfristig auf setzt und alle anderen über ein im eingebautes Secure Element knebelt. Die Banken stehen dann Schlange für etwas, dass Sie bei den MNO’s heute schon günstiger haben könnten.

auf der Suche nach dem optimalen Weg zum

Paypal will seine Dominanz im Onlinezahlungsverkehr an den POS bringen. Dabei sind zwei Probleme zu lösen. Erstens gilt es die richtige Übertragungstechnik zu finden. Dazu starten gleich 3 Konzepte parallel und vielleicht noch mehr im Labor. Im Einzelnen sind das die Technik (Pilot Oldenburg), das Projekt Geofencing in Berlin und schließlich das Wunderkind Beacon. Zum zweiten muss Paypal mit den Transaktionen Geld verdienen, im Gegensatz zu Google. Wenn man aber wie Paypal seine Geschäfte teilweise auf der Virtualisierung von Kreditkarten aufbaut, muss man auch eine entsprechende Gebühr dafür verlangen. Entweder Paypal eröffnet also ein 2. Brand, welches nur über Lastschriften arbeitet, oder man wird zumindest bei preisbewussten deutschen Discountern nicht landen können.

derzeit nur ein Reichweiten Partner


Hier ist nur schwer eine Mobile Payment Strategie zu erkennen. Vielleicht passiert da was in den nächsten Jahren durch den Kauf von Whats Up. Heute sehe ich aber nur einen Reichweiten Partner für andere Player im Markt.

schmerzfrei bei der Eroberung eines Marktsegmentes


Das Warenhaus aus Seattle sollte man sehr ernst nehmen. Jeff Bezos ist jederzeit bereit für die Eroberung eines Geschäftsfeldes Verluste in Kauf zu nehmen. Kundenbeziehungen sind in ähnlicher Größenordnung wie bei Paypal vorhanden, man beherrscht Abrechnungsprozesse im Backend und nicht zu vergessen mit dem Kindle besitzt man die Kontrolle über eine Hardware, die ideal zu einem Kassenterminal für kleine Händler aufgerüstet werden kann.

idealer Technologiepartner


Wie sich die Zeiten ändern. Vor 10 Jahren wäre die Nachricht Microsoft steigt ins mobile Payment ein, der Aufreger schlecht hin gewesen. Augenblicklich wäre ich mir nicht sicher, ob solch eine Nachricht über die Fachmedien hinaus in die Wahrnehmung der Bevölkerung dringt. Dabei habe ich den Begriff „Wallet“ das erste Mal bei Microsoft im Zusammenhang mit dem Single Sign On Dienst Passport gehört! Aber auch heute noch sind die Pfunde mit denen Microsoft im mobile Payment wuchern kann beachtlich. Mit besitzt man einen eigenen Smartphone Hersteller und das dazugehörige Betriebssystem ebenfalls. Dazu kommen ein ERP Sytem und eine eigene Kassensoftware. Als Technologiepartner wird Microsoft auf jeden Fall eine bedeutende Rolle spielen können.

GAPFAM es bleibt also spannend. Zumal es anscheinend nicht ausreicht Geld und technische Ressourcen zu bündeln, wie das Beispiel zeigt. Auch nach mehreren 100 Millionen Dollar sehen wir alles andere als eine Erfolgsstory.

Im nächsten Artikel geht es um die aktuellen Technologietrends.

 

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel
Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe). Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

1 Kommentar

  1. Danke für diese sehr gute Einschätzung. Tatsächlich bin ich auch sehr gespannt, welche Rolle Microsoft zukünftig im Bereich Mobile Payment spielen wird. Das Potenzial ist auf jedem Fall vorhanden.

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