Mobile Payment SWOT 6: Banken – wo bleiben sie denn?

Steinbeis Research Mobile Payment

Banken bieten traditionell Zahlungsmittel an. Bald werden ihnen im Mobile Payment zahlreiche neue Spieler ihre Position streitig machen. Und wie reagieren die Banken? Welche Hebel nutzen sie, um ihre Kundenbeziehungen zu verteidigen und ein Geschäftsfeld zukunftssicher zu machen?

Im heutigen sechsten Teil des Mobile Payment soll die Bankenlandschaft in Deutschland unter die Lupe genommen werden. Welche Fortschritte in Richtung Mobile Proximity Payments wurden in den letzten 12 Monaten erzielt?

Vertrauen geht über alles

Wenn’s ums Geld geht, ist Vertrauen enorm wichtig. Mit Bezug auf Payments haben die Banken davon zu genüge. Auch wenn ihre Reputation aufgrund anderer Krisen gelitten hat, in den Dimensionen und Sicherheit gibt es jedenfalls keine Alternativen Player mit besseren Werten.

Steinbeis Research Center Umfrageergebnisse

Wie auch schon die Umfrage im Rahmen der Bachelorarbeit von Sebastian Pfahler zeigte, fand es auch das Steinbeis Research Center heraus: 80% der Menschen möchten am liebsten, dass ihre eigene Hausbank ihnen Mobile Payment anbietet. Sehr interessant ist allerdings, dass Online-Bezahldienste oder die Telefongesellschaften bevorzugt werden, bevor man zu einer anderen Bank geht. Womöglich geht es hier tatsächlich mehr um Bequemlichkeit als um Vertrauen?

Diese Grafik stammt aus dem lesenwerten Papier von Thomas F. Dapp der DB Research: „Die Zukunft des (mobilen) Zahlungsverkehrs“.

Die Banken – wo bleiben sie denn?

Als Antwort auf den vom Kunden formulierten Wunsch hat die deutsche Kreditwirtschaft bereits im letzten Jahr „girogo“ auf den Markt gebracht. Das hat aber noch wenig mit Mobile Payment zu tun, da es sich lediglich um eine EC-Karte mit -Funktion handelt, könnte aber langfristig ins Handy wandern. In der Testregion Hannover scheint das Angebot bislang nicht sehr erfolgreich. Es werden kaum Zahlen kommuniziert, dies deutet auf den schleppenden Erfolg hin. Da die Karte vorher mit Geld aufgeladen werden muss, ist der Mehrwert für den Kunden aber auch kaum vorhanden und unter dem Aspekt „Convenience“ wurden damit eher Rückschritte als Fortschritte gemacht.

Ansonsten gibt es immer wieder einzelne Banken die Test für echtes Mobile Payment durchführen, aber auch alles nicht wirklich aufsehenerregend. Ehrlich gesagt, in den letzten 12 Monaten waren nicht wirklich Fortschritte im Markt zu beobachten. Das Payment Update aus dem Sommer 2012 liest sich wie von gestern. Stillstand?

Stillstand?

Der Kunde denkt zwar sofort an seine Bank, wenn es um Mobile Payment geht. Aber die Bank denkt womöglich nicht so schnell an sich selbst, wenn es um digitale Innovationen geht. Somit befinden sich Banken derzeit noch nicht in der Umsetzungsphase, sondern vielmehr im Erkenntnisprozess. Eine Umfrage unter Finanzinstituten durch die Unternehmensberatung Investors Marketing hat gezeigt, dass Banken die Gefahr durch digitale Innovatoren (also Google, , ,…) überhaupt erst ernst nehmen. Die Umfrage zeigte:

  • 57% der Banken im Durchschnitt sehen eine „ernstzunehmende Gefahr“ durch die digitalen Giganten.
  • Bei den Volks- und Raiffeisenbanken sind es etwas mehr.
  • Bei Sparkassen und Geschäftsbanken stimmt nur die Minderheit voll und ganz zu.

SWOT

Es ist noch nicht zu spät. Der Erkenntnisprozess steht an erster Stelle, die Antworten auf die Herausforderungen müssen folgen. Mobile Proximity Payment setzen sich nicht in wenigen Monaten durch, aber so langsam müssen Banken Geschwindigkeit aufnehmen, wollen sie sich die Kunden für die Zukunft sichern. Welche Stärken und Schwächen bringen sie mit? Wo liegen die Risiken? Einige Punkte in der folgenden SWOT-Übersicht (sicher nicht vollständig und Kommentare sind willkommen):

Zur Erinnerung: Diese Mobile Payment Serie fokussiert auf Mobile Proximity Payments, d. h. Zahlungen mit einem mobilen Endgerät an einer Kasse in der realen Welt (siehe auch Definition). mPayments im Internet (oder ePayments über mobile Geräte) sind in der Betrachtung nicht einbezogen worden.

 

Nachtrag:

In dieser Serie sind erschienen:

Teil 1: was gibt es Neues im Sommer 2013?

Teil 2: Definitionen

Teil 3: Mobilfunkanbieter mit aller Kraft voraus?

Teil 4: GAFA – Haben die digitalen Giganten die Lösung zum Problem ?

Teil 5: Microsoft & Samsung – Möchtegern oder Me-Too?

Teil 6: Banken – Wo bleiben sie denn?

Teil 7: Kreditkartenunternehmen – In der Ruhe liegt die Kraft?

Teil 8: Händler – näher dran am Kunden?

Teil 9a: Startups – wie kommt man auf diese Idee (Clusterung nach Assets & Traction)

Teil 9b: Startups – welche Erfolgschancen?

Teil 10: PayPal baut eine Rakete

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Über Maike Strudthoff 92 Artikel
Maike Strudthoff ist Innovation Coach, Autorin und Speaker. Ihre Spezialisierung: Digital Services Innovationen und Customer Centricity. Sie hilft Unternehmen die Zukunft zu antizipieren und Veränderungen umzusetzen, u. a. durch Workshops, Ideation, Events, Benchmarks, usw. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maike@jump-next.com

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