Emmas Enkel und das Mobile Payment

emmas enkel

Mit Emmas Enkel verknüpfen die beiden Gründer Sebastian Diehl und Benjamin Brüser nach eigenen Aussagen das Beste aus der „guten alten Zeit“ mit der Technik des Internetzeitalters. Durch die Kombination aus traditionellem Tante Emma-Laden, Onlineshop und Lieferservice werden hier  neue Wege im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) beschritten.

Tante Emma goes Multi Channel: Im Ladenlokal in der Düsseldorfer City können die Kunden an der Theke mit persönlicher Beratung oder gemütlich in der Sitzgruppe („Die gute Stube“ im Laden) per bei einer Tasse Kaffee den Einkauf erledigen. Die Kunden können aber auch im stilecht designten Onlineshop für die Selbstabholung vorbestellen. Zusätzlich ist eine Anlieferung durch den eigenen Lieferservice mit Auswahl einer bevorzugten Zustellzeit möglich.

Das neueste Projekt ist das Virtual Shelf. Es wurde dieses Jahr auf der Cebit unter anderem auch der Bundeskanzlerin vorgeführt und steht nun auf dem Campus allen 5.000 Mitarbeitern zur Verfügung.

„Bei uns kann jeder Kunde so einkaufen und die Ware erhalten, wie es für ihn am bequemsten und zeitsparendsten ist“, erklärt Gründer Sebastian Diehl. Alles ist darauf ausgerichtet, den Einkauf an den Bedürfnissen des Kunden auszurichten.

Das gilt auch für das Thema Payment. Ein Anlass für „mobile zeitgeist“ einen der Gründer Herrn Brüser zur Mobile Payment Strategie von Emmas Enkel zu befragen.

mz: Herr Brüser, wie wichtig ist für Sie das Thema Mobile Payment?

Benjamin Brüser: Hier müssen wir zwischen Online und dem Ladenlokal unterscheiden. Die richtigen Zahlverfahren sind im Web sehr viel wichtiger, um einen Kaufabbruch zu vermeiden. Vor Ort findet sich zur Zeit jedenfalls immer eine Alternative.

mz: Können Sie sich vorstellen noch weitere Systeme zu integrieren?

BB: Definitiv!  Die Basis ist geschaffen. Wir akzeptieren Paypal, SQ-Wallet und kontaktlos Girogo. Wir warten derzeit auf die Zertifizierung unserer Terminals durch und werden dann auch PAYWAVE (VISA) und PAYPASS () anbieten. Online werden wir auch das neue Smart Pass von Vodafone implementieren. Darüber hinaus sind auch weitere Zahlverfahren willkommen. Payment ist aber nur eines unserer Innovationsthemen und muss deshalb auch immer wieder die richtige Priorisierung erhalten.

mz: Eine zu große Auswahl an Payment Verfahren überfordert das Personal!  Würden Sie dieser Aussage zustimmen?

BB: Nein, durch unseren Multi Channel Ansatz ist unser Personal sowieso gewohnt flexibel zu denken. Man darf aber auch nicht an der Produktschulung sparen. Einfach die Technik einführen und zu hoffen, es klappt von selber, erzeugt Frust beim Mitarbeiter und Kunden.

mz: Zurzeit haben wir in der Mobile Payment Szene ein wenig den Glaubenskrieg NFC versus QR-Code. Da Sie beides einsetzen, können Sie dazu eine Bewertung aus der Praxis abgeben?

BB: Beide Verfahren haben ihre Daseinsberechtigung. Der Anwendungsfall ist entscheidend:
bei kleinen Beträgen und am spielt NFC seine Vorteile aus, ist beim Window Shopping oder beim Online Kauf eher das Verfahren der Wahl. Aber egal welche Technik hinter einem Mobile Payment steht, es muss beim Einsatz auch wie versprochen funktionieren.

mz: Können Sie auf Grund der Transaktionen schon eine Präferenz  ihrer Kunden ableiten?

BB: Im Bereich Mobile Payment liegen wir noch unter 1% – das ist aber auch für ein neues Verfahren nicht anders zu erwarten. Denken Sie daran, es gibt immer noch Menschen, die noch in DM rechnen.

mz: Auf dem Vodafone Campus betreibt Emmas Enkel eine sehr imposante digitale Shopping Wall. Gibt es Pläne das Virtual Shelf auch bei anderen Düsseldorfer Unternehmen zu installieren?

BB: Selbstverständlich, aber so etwas betrachten wir nicht isoliert. Es kommt auf eine gute Integration von Online und Offline an. Wir schauen, wo kann der Kunde später seine Ware in Empfang nehmen, gibt es eine Kantine, mit der wir vielleicht kooperieren können, kann der Kunde dabei auch eine Tasse Kaffee trinken, wie viel Platz ist für das Video Bord vorhanden. Eine gute Lösung berücksichtigt all diese Randbedingungen und ist daher meist sehr individuell. Es sind aber auch Überlegungen im Gange in 2014 ein Full Service Angebot in Form eines Baukastens zu erstellen.

Herr Brüser, vielen Dank für das Interview.

 

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel

Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe).
Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .

Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

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