Erstes IVW Mobile Ranking

IVW Mobile Ranking

Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) hat gestern das Ranking der mobilen Internetseiten (nach Zugriffszahlen im Juli 2013) veröffentlicht und wenig überraschend liegt mit großen Abstand die Mobile Webseite der bild.de mit 67,3 Mio Visits an vorderster Stelle, nicht mal annähernd dicht gefolgt von der Spiegel-App (29,1 Mio Visits).

Der vermeintlich riesige Abstand lässt sich damit erklären, dass SPON mobile Besucher erst einmal mit der vollen Webseite begrüßt, ihnen aber einen Link zur mobilen Ansicht anbietet, wohingegen bild.de sofort auf die für kleine Displays angepasste Webseite leitet. Da IVW nur die Nutzung der spezifisch mobilen Angebote misst, tauchen also die Besucher, die das volle Angebot auf ihren Tablets und Smartphones besuchen, nicht auf.

Überraschend auf Platz 3 hat sich die „TV-Spielfilm“-App geschoben, die auf 25,8 Mio Visits kommt und ein weiterer Hinweis ist, dass das gerne auf dem heimischen Sofa genutzt wird, z. B. um sich über das aktuelle Fernsehprogramm zu informieren. Mit dem Erreichen von Platz 4 verweist das Portal der Deutschen die nichtredaktionelle Webseite gutefrage.net auf den letzten Rang der Top 5.

Danach folgen fast platzgleich auf den Rängen 6 und 7 die Smartphone-App von kicker.de und SPON Mobile.

Die einzige Nachrichtenseite, die ausschließlich als App und nicht online zu empfangen ist – News Republic – befindet sich mit grob 807.034 Visits auf Platz 48 und hat es damit gerade noch so in die Top 50 geschafft.

Da das Ranking zum ersten Mal vorgenommen wurde, gab es bei der Auswertung wohl auch ein paar Ungenauigkeiten und leicht chaotische Umstände. So wurde z. B. Focus Mobile nicht berücksichtig, weil die Redaktion sich zwar zur Messung aber nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung angemeldet hatte. Auch ist sport1.de zweimal im Ranking vertreten, beide Male laut Eintragung mit der mobilen Webseite auf den Plätzen 23 und 43.

Was nach erster Durchsicht in dem mobilen Ranking nicht zu finden ist, sind Webseiten, die auf bauen. Das liegt wohl daran, dass die Messung lediglich „echte“ Mobile Webseiten und in die Auswertung einfließen ließ. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ein Armutsstück, dass die führenden Medien nach wie vor nicht mit flexibler Webgestaltung aufwarten und deswegen überhaupt erst in der Liste vertreten sind.

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Über Patrick Voelcker 32 Artikel

Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches „Spiele programmieren für iPhone und iPad“ (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

1 Kommentar

  1. Hi Patrick,
    mit der Bezeichnung „Armutszeugnis“ triffst du die Lage ziemlich gut, wie ich finde. Heute, wo der Absatz von Smartphones den Verkauf von anderen Handys längst überholt hat, muss man doch einfach mit optimal angepassten Inhalten darauf reagieren. Jeder, der stur an der Desktopversion seiner Website festhält, wird früher oder später nicht mehr im Wettbewerb mithalten können.
    Das gilt für Qualitätsmedien wie SPON genauso wie für alle anderen. Vor allen Dingen Onlineshops müssen darauf achten, dass ihre Inhalte mobil genauso gut zu erreichen sind wie vom heimischen PC aus. Sonst ist die Gefahr groß, dass viele Kunden verloren gehen, denn der mobile Commerce ist ein wichtiger Bestandteil der gesamten mobilen Bewegung.

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