Sind Phablets des Smartphones Tod?

phablet

Dass unsere Mobiltelefone immer größer werden, ist keine neue Entwicklung und schon seit einiger Zeit beobachtbar. Das erste 2007 hatte noch eine Bildschirmdiagonale von 3,5 Zoll, das Galaxy Note 4 bringt es heute auf stattliche 5,7 Zoll. 2010 entstand für die großen Flundern das Kofferwort „“, zusammen gesetzt aus Phone und Tablet.

Den Phablets wird eine rosige Zukunft vorhergesagt, hingegen Smartphones das Aussterben. Schon im Mai dieses Jahres hatten die Analysten von Canalys fest gestellt, dass bereits 44 Prozent aller Geräte Phablets, also mit einer Bildschirmdiagonale von fünf Zoll oder mehr ausgestattet sind.

Was genau ist denn ein Phablet?

Diese Grenze zwischen und Phablet ist einigermaßen willkürlich gezogen und es stellt sich die Frage, welche Devices hier eingerechnet wurden. Auch das Galaxy S4 mit 4,99 Zoll, von dem allein im ersten halben Jahr 40 Millionen Stück verkauft wurden? Auch das 5 mit seinen 4,9 Zoll? Beide Geräte hätte ich persönlich niemals den Phablets zu gerechnet.

Eine weitere Prognose erschien dann im Juli 2014: Business Insider sagte voraus, dass die Phablet-Verkäufe bei einem jährlichen Wachstum von 27 Prozent (CAGR) die der Smartphones 2016 übersteigen und im Jahr 2019 1,5 Milliarden Stück weltweit verkauft werden würden.

Business Insider allerdings rechnete den Phablets, die als Geräte zwischen fünf und 7 Zoll klassifiziert wurden, das Galaxy S4 hinzu, indem sie es als „5 Zoll Gerät“ auswiesen.

Siegeszug der Phablets

Auch wenn an der Genauigkeit solcher Vorhersagen wie immer gezweifelt werden darf, insbesondere da es wie so häufig keine klare Definition dessen vorliegt, was gemessen wird – der Wachstumstrend der Phablets ist deutlich. Die Vorteile der Phablets aus Nutzersicht sind ebenso unbestreitbar.

  • Mehr Platz ist immer angenehmer als weniger
  • Sie passen noch in (etwas größere) Hosentaschen und (auch kleinere) Handtaschen
  • Sie ersetzen das – eine Investition weniger
  • Sie sind – im Gegensatz zum Tablet, das meist auf dem Sofa liegen bleibt – immer dabei
  • Die aufkommenden verlagern Funktionen, so dass das Phablet in der Tasche bleiben kann

Natürlich haben Phablets auch Nachteile. Sie sind nicht mehr mit einer Hand bedienbar, gerade für Menschen mit kleineren Händen. Sie passen eben doch nicht in alle Taschen und manche verbiegen sich sogar, wenn man sich auf sie setzt. Die großen Displays benötigen viel Power, was zur Lasten der Nutzungsdauer mit einer Akkuladung geht. Dieses Problem wird aber sicherlich in absehbarer Zeit durch verbesserte Technik zumindest gemindert, wenn nicht sogar behoben werden.

Tod der Smartphones…

Geht der Erfolg der Phablets nun mit dem Niedergang der Smartphones einher? Zunächst muss man klären, welche Geräte nun Phablets sind und welche nicht. Die oben beschriebene Vorgehensweise von Business Insider lässt die Phablets natürlich sehr gut aussehen. Würde man Phablets so definieren, dass ihnen nur Geräte ab 5,1 Zoll wie das Galaxy S5 zugerechnet werden, was ebenso willkürlich wäre wie die (schwammige) 5 Zoll Regel, sähen die Zahlen sicherlich etwas anders und nicht mehr ganz so dramatisch aus.

Grundsätzlich lässt sich jedoch fest halten, dass die Phablets einen Teil der Smartphone-Nachfrage ersetzen werden. Wie groß dieser Teil sein wird, bleibt abzuwarten. Sehr wahrscheinlich werden nicht einmal die kleineren Smartphones um die vier Zoll aussterben. Sie werden eher niedrig preisige Zweitgeräte, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn das sperrige Phablet zu Haus bleiben muss, z.B. Abends beim Ausgehen, beim Sport oder im Urlaub.

…oder der Tablets?

Viel mehr als die Smartphones werden die Tablets unter den Erfolgen der Phablets zu leiden haben. Schon heute stagniert das Wachstum in den Tablet-Märkten, denn offensichtlich entscheiden sich viele Nutzer doch für ein weitaus portableres Phablet, das dann ebenso das Tablet daheim auf der Couch ersetzen kann. Doch auch die Tablets werden nicht sterben, denn in vielen Nutzungsituationen sind sie die beste Wahl.

Zum heutigen Zeitpunkt den Tod einzelner Gerätegattungen zu prognostizieren ist in jedem Fall gewagt.

Titelbild: Shutterstock

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Über Heike Scholz 422 Artikel

Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Köpfen der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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