QR Code Session (1/2)

QR Code

Immer wieder sind aktuelle Marketingkampagnen mit QR versehen. Leider sind auch immer wieder viele Formfehler bei der Konzeption & Umsetzung zu beobachten. Diese zweiteilige Session soll Ihnen einige Tipps und Gedanken bei der Umsetzung von Marketing Kampagnen bieten. Wir haben uns mit Alexander Maier (Vice President Sales von Shopgate) zu einer Frage & Antwort Session getroffen. Shopgate zählt zu den weltweit führenden Anbieter von Mobile-Shopping-Lösungen. Hierbei ist in den letzten Monaten ein sehr großer Fundus an QR Code Marketing Know How entstanden.

  • Was für Ziele können mit QR Code Marketing erreicht werden?

Die Bandbreite der Wirkungsdimensionen des QR Code Marketings sind groß. Von der klassischen Umsatzsteigerung, vielbesagten Verknüpfung Offline-Online, über Cross-Selling- und Extended-Packaging-Konzepte, Bereitstellung von hilfreichen Produktinformationen und multimedialen Inhalten, bis hin zur Überbrückung des Medienbruchs bei Print-Katalogen durch QR Code-Platzierungen. Letzteres Szenario ist sehr interessant und wird von namenhaften Marktteilnehmer wie OTTO, Vertbaudet oder Butlers praktiziert. Auch in optisch ansprechender Weise.

  • Wie sieht es mit der Nutzung und Akzeptanz von QR Codes aktuell aus?

Wenn man die Nutzung & Akzeptanz analysiert, ist es empfehlenswert, ganz genau nach Einsatzszenarien zu differenzieren und zu bewerten. Was bis dato leider kaum eine Studie tut und sich aus den vielen oberflächlichen -Nutzer-Befragungen kaum verwertbare Rückschlüsse ziehen lassen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Nutzung im öffentlichen Raum, also auf Plakatflächen und City-Light-Postern, noch eher gering ist. Die 18/1 Plakat-Shopping-Kampagnen von EasyCosmetics, Bodyguard Apotheke oder Buchhandlung to-go (Weltbild-Verlag) sind hier die positive Ausnahme. Werden QR Codes hingegen im engen Kundenbeziehungsverhältnis, in Verknüpfung mit einem „echten Vorteil“ eingesetzt, ist die Akzeptanz und Scanquote hoch.

  • Was für Arten gibt es im QR Code Marketing und was für Erfolge weisen die einzelnen Arten auf?

QR Codes lassen sich sehr flexibel und breitgefächert nutzen. Aktuell sehen wir in Deutschland QR Codes wirklich überall und meist als Marketing Tool falsch eingesetzt. Gut eingesetzt ist ein QR Code nur, wenn der Kunde schnell erkennen kann, was sein Mehrwert von dem Scannen ist, um dann spontan zu entscheiden, ob ein Scannen sinnvoll für ihn ist. Besonders beliebt und immer häufiger zu sehen, sind Virtuelle Filialen. Hier werden Produkte auf freien Flächen mit QR Codes abgebildet und der Endkunde kann sich über ein Produkt sofort informieren und es kaufen. Eine weitere sehr gute Einsatzmöglichkeit sind QR Codes in Katalogen oder Teil von Anzeigen-Kampagnen. Der Vorteil bleibt der Gleiche. Kunden können sofort und unkompliziert Informationen und/oder ein Produkt erhalten.

  • Wo liegen derzeit die Herausforderungen beim QR Code Marketing

Die Herausforderungen liegen zunächst in der technisch sauberen Umsetzung, sprich schnell auslesbare QR Code-Größe (mindestens 3cm Kantenlänge), sinnvolle Platzierung, Weiterleitung auf mobil-optimierte Inhalte etc. Zum anderen in einer stringenten Mechanik, um mit Scan & Buy Konzepten direkt Verkaufserlöse zu erzielen! Ein QR Code, der dem Kunden keinen eindeutigen Mehrwert oder zugkräftigen Einkaufsvorteil adressiert bzw. vor allen Dingen nicht ausdrücklich kommuniziert – ist ein toter QR Code. Der Smartphone-Nutzer muss wissen, was Ihn erwartet, wenn er den QR Code scannt. Auch zur Vertrauensbildung. Das ist immer noch einer Kardinalfehler bei der inflationären QR Code-Nutzung. Die gute Nachricht: Über 2/3 aller Smartphone-Nutzer in Deutschland wissen mittlerweile, was das „verpixelte Quadrat“ ist und wie es funktioniert. Wir sind in der Wahrnehmung auf Endkonsumentenseite jetzt bei der kritischen Masse angekommen.

  • Erklären Sie uns aus Ihrer Sicht, warum QR Code Marketing ein effizientes Tool zur Verbindung zwischen Offline/Online Welten ist.

Bei der hohen Anzahl an Smartphone Besitzern in Deutschland ist es absolut zwingend notwendig, diese auch offline an die online Möglichkeiten zu erinnern. Durch Smartphones und Tablets ist es ja überall möglich online zu sein und das sollten Händler für sich nutzen. Offline für Online und andersherum Werbung zu machen, ist für ein erfolgreiches Marketingkonzept zwingend erforderlich. Das QR Code Marketing eignet sich besonders gut, da sich die Erfolge messen lassen. Es ist messbar, wie oft gescannt wurde und welche Produkte im Zuge des Scannen gekauft wurden und natürlich auch wie sich die Aktion auf den generelle Umsatz ausgewirkt hat.

  • Warum sind im Markt viele QR Code Kampagnen suboptimal umgesetzt?

Von einer suboptimalen Umsetzung kann man sprechen, wenn der Kunde nicht auf den ersten Blick den Nutzen/ Vorteil erkennen kann. Außerdem ist es wichtig dem Nutzer zu erklären, wie er den QR Code lesen kann, man sollte immer davon ausgehen, dass viele Nutzer den QR Code noch nicht lesen können. Deshalb bieten wir in unserer App auch gratis einen QR Code an, dann muss der Kunde sich nicht den zusätzlich runterladen und kann problemlos alle Codes sekundenschnell lesen. Ein weiteres NoGo ist, wenn ein QR Codes auf eine nicht mobil optimierte Seite führt.

  • Wann wird das QR Code Marketing endlich erwachsen?

Die Frage ist ja, möchten wir, dass es erwachsen wird. Das Scannen und das Erlangen von exklusiven Vorteilen macht Spaß. Wenn hinter einem QR Code ein Gewinnspiel oder ein Onlinespiel steckt, regt es auch das innere Kind in uns an. Bei neuen Marketing Ideen sollte man immer offen sein und Spaß am Ausprobieren haben. Es gibt QR Codes schon eine Weile, jedoch sind sie noch lange nicht “alt”. Ich bin auch davon überzeugt, dass sie sich in den nächsten Monaten noch stark entwickeln und verändern werden.

Im zweiten Teil dieses QR Code Guides werden wir mehr zu den Punkten Umsatzsteigerung durch QR Code Marketing, Potentiale sowie Ausblicke auf 2014/15 erfahren.

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Über Alexander Süßel 54 Artikel

Alexander Süßel ist Digitaler Consultant mit den Schwerpunkten Couponing, Loyalty und Location Based Services. Seine Fokusbranchen sind der Handel und die Konsumgüterindustrie.
U.a. hat er Berufserfahrung bei Nestlé, BrandLoyalty und Couponinghouse gesammelt. Mehr über Alexander auf XING oder www.as-auf-zeit.de

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