Open Device Labs – Testlabore für mobile Projekte

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Die Share-Philosophie ist jetzt auch in der mobile Welt angekommen. IT-Büros und Webagenturen stellen ihre mobile Devices kostenfrei fürs Testen zur Verfügung. In sogenannten Open Device Labs (ODL) können externe Entwickler und Designer vorbei schauen und ihre Projekte auf anderen Betriebssystemen prüfen. Der Vorteil: neue Testgeräte werden nicht extra angeschafft und gleichzeitig wird das eigene Netzwerk erweitert.

Im Frühjahr 2012 wurde das erste Open Device Lab in Brighton (UK) bei der Agentur Clearleft ins Leben gerufen. Jeremy Keith, der Gründer von Clearleft, stellte externen Entwicklern mobile Geräte zum Testen von und Webanwendungen zur Verfügung. Daraus entwickelte sich eine schnell wachsende .

Das weltweite Netzwerk LapUp! entstand und ermöglicht, dass Entwickler ihre mobilen Geräte-Pools auf nichtkommerzieller Basis zur Verfügung stellen. Anselm Hannemann, Andre Jay Meissner und Christian Schaefer sind die Initiatoren des dazugehörigen online Netzwerkes. Unter www.opendevicelab.com findet sich schnell das nächstgelegene ODL. Ob in Deutschland, in den Niederlanden oder in Australien.

Besonders für kleine Agenturen und Freelancern ist ein ODL eine gute Anlaufstelle, um das eigene Projekt auf anderen Betriebssystemen zu prüfen.

„Wir bieten anderen Entwicklern sowie Designern kostenlos die Möglichkeit, ihre Software und Apps auf unseren Geräten zu testen. Das spart Geld und Lieferzeiten. Und wir freuen uns über jeden neuen Erfahrungsaustausch“ ODL-Admin Jörg Viola (ODL Dortmund).

Außerdem müssen Entwickler auch sicherstellen, dass ihre Apps auf den älteren Geräte-Generationen einwandfrei laufen. In einem Open Device Lab ist dieses möglich. Jedes ODL pflegt auf seiner Webseite einen mobile Devices „Fuhrpark“.

Vorab kann mit dem ODL besprochen werden, welche Geräte und Betriebssysteme zur Verfügung stehen.

Die Nutzung eines ODLs kann unterschiedlich erfolgen. LapUp! hat 3 Kategorien festgelegt, in der ein ODL eingeordnet wird:

  • Resident ODL: Ein Unternehmen bietet in seinen Räumlichkeiten das Testen an. Der Nutzer kommt vorbei, testet direkt im ODL und lernt bei einem Pläuschen neue Entwickler kennen.
  • Mobile ODL: Es besteht kein lokales Unternehmen. Der Besitzer der Geräte ist viel unterwegs wie z. B. auf Events, Co-Working Spaces oder auch Cafés. Geräte können aber auch ausgeliehen werden.
  • Virtual ODL: Es besteht kein lokales Unternehmen. Der Besitzer der Geräte bietet die Möglichkeit ihn z. B. auf Konferenzen zu treffen und für eine kurze Zeit seine Gerät zu nutzten.

Wer diese mobile Share-Community unterstützen will, spendet alte Handies und Smartphones. Eine namentliche Erwähnung sowie ein Link auf die eigene Webseite wird vom gesponserten ODL veranlasst.

Ein ODL selber aufzubauen ist gar nicht schwer. Wer Geräte besitzt und auch Lust hat, sich auf neue Leute aus der Szene einzulassen, der kann sein eigenes anmelden. Unter http://lab-up.org/ finden sich alle wichtigen Informationen dazu.

In Deutschland gibt es bereits in 10 Städten Open Device Labs, u. a. in Berlin, Dortmund, Köln, Nürnberg oder auch München. Jedes ODL verlinkt auf weitere Standorte in Deutschland. So entsteht auch unter den Testlaboren eine richtige Community. Für ODL-Admin Joschi Kupal vom ODL Nürnberg sind Nachhaltigkeit, Gemeinschaftsnutzen und die Möglichkeit der Open-Source-Welt etwas zurück zu geben, seine Motivation für ein ODL. „Es macht riesen Spaß, in einer extrem motiviertem Szene mitzumischen und Teil einer wirklich guten Sachen zu sein“. Deswegen wurde im ODL Nürnberg ein eigenes Möbelstück konzipiert, in dem alle Testgeräte zu finden sind.

Um die Open DeviceLab-Community mehr zu stärken und auch das Thema Open Device Lab in der Öffentlichkeit zu platzieren ist ein erstes ODL Admin Meetup im Oktober geplant. Der Schwerpunkt liegt u. a. auch auf der Bekanntmachung von Open Device Labs. Denn trotz der kostenfreien Nutzung von Testgeräten, ist der Leitgedanken von Jeremy Keith noch nicht in allen Köpfen. Externe Agenturen und KMUs wissen meistens gar nichts über diese  Möglichkeit des Testens.

Ein Thema welches der Community sehr am Herzen liegt. Aktuell nutzen erfahrungsgemäß eher Entwickler aus dem eigenen Netzwerk die „Testlabore“. Dabei ist es doch gerade für Webagenturen und Unternehmen eine ideale Gelegenheit, das Netzwerk mit Experten zu erweitern und Synergien aufzubauen. Kostenlos, in bequemer Atmosphäre und im direkten Fachaustausch mit kreativen Köpfen. Eigentlich eine passende Grundlagen für die zukünftigen mobile Projekte.

Über die Autorin: Julia Manasterni arbeitet als Marketingreferentin für die ObjectCode GmbH in Lünen. Ihre Aufgaben umfassen die gesamte online Kommunikation wie SEO, Blog-Einträge, Pressemitteilungen und Website-Texte. Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Mobile-Markt, Web-Trends und Smart-TV Entwicklung. Darüber hinaus arbeitet sie selbstständig als Social Media-Dozentin.

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