Mobile Shopping heute – der Omnikonsument

Smartphones
Smartphones werden immer und überall genutzt.

Im Bereich von Mobile Shopping bieten sich regelmäßig neue, vielversprechende Zahlensalate, auch genannt, an. Eine aktuelle Recherche von Tradedoubler spricht vom Aufstieg des Omnikonsumenten, der überall und jederzeit existent ist, und verdeutlicht somit die Relevanz der schwindenden Grenzen zwischen Vertriebskanälen.

Ebenso wird klar, wie wichtig es für Anbieter ist, sich ihr individuelles Mobile-Commerce-Kuchenstück zu sichern: In 2018 werden laut Tradedoubler 49 Prozent der Online-Umsätze in Europa über mobile Endgeräte (hier: und Smartphone) generiert (2013: 13 Prozent). Wer will da nicht teilhaben? Denn, so Tradedoubler:

“If they can’t find you on mobile, they’ll look for a competitor.”

2017 werden 80 Prozent der Mobiltelefone in Europa Smartphones sein (2014: 50 Prozent) und 55 Prozent der europäischen Erwachsenen werden dann ein Tablet besitzen. Tradedoubler klärt, dass die Endgeräte in das Alltagsleben der Menschen integriert sind:

„For retailers, a strong mobile presence is the passport to the customer conversation.“

Kernerkenntnisse aus der Studie, die auf der Meinung von 4.500 vernetzte Nutzern aus neun europäischen Ländern basiert, sind:

  1. 50 Prozent der Befragten nutzen das mobile Endgerät jede Woche für Einkaufsaktivitäten.
  2. Fast 30 Prozent shoppen täglich mithilfe des mobilen Endgerätes.
  3. 40 Prozent nutzen den Internetzugang über das Smartphone und 48 Prozent über das Tablet, während sie im Bett liegen.
  4. 10 Prozent der Befragten sind bereits ab 6 Uhr morgens wieder online.

Anmerkungen, die sich mir zu diesen ersten vier Erkenntnissen aufdrängen und gleichzeitig zeigen, dass Studienergebnisse hinterfragt werden sollten:

  1. Was sind das für 4500 Nutzer, die befragt wurden? Alter, Geschlecht, Einkommensstrukturen? Definitiv müssen diese Nutzer eine ausgeprägte mobile Affinität haben, wenn sie wöchentlich über ein mobiles Endgerät ordern. Das ist nicht der Otto-Normal-Verbraucher, oder doch?
  2. Was kauft man denn täglich über ein Smartphone ein? Das muss doch ein Mix an Tickets und Musik sein, oder sind das Shopaholics, die einfach alles in Massen kaufen?
  3. Der Duden definiert das Bett als Möbelstück zum Schlafen.
  4. Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Und auch zu der Second-Screen-Thematik gibt es Aufschlussreiches. Tradedoubler meint:

„The convergence of and mobile has turned television from a passive into an active experience.”

  • 69 Prozent der Tabletnutzer nutzen das Endgerät zur Suche zusätzlicher Informationen bezüglich des Fernsehprogramms, das sie parallel sehen (Smartphone 57 Prozent).
  • 71 Prozent der Tabletnutzer kaufen Produkte aus der Fernsehwerbung, die sie sehen, über das Endgerät ein (Smartphone 59 Prozent).

Laut Morgan Stanley hielten 91 Prozent der Smartphonebesitzer das Endgerät in armweiter Entfernung. Dass das Smartphone eng am Endnutzer haftet, zeigt auch Tradedoubler:

Smartphones werden immer und überall genutzt.

Die Studie zeigt weiterhin auf, dass der Nutzer sobald er dann zuhause ist, auf das Tablet zurückgreift. Nicht auf den PC! Ein Drittel der Befragten kauft mindestens einmal wöchentlich über das Tablet ein. Nur ein Viertel greift hierzu auf den guten, alten PC zurück. Das Kapitel des vorm Aussterben bedrohten PCs im privaten Bereich wird also weitergeschrieben.

Und dann das leidige Thema: Wie oft haben wir gehört, dass die mobilen Endgeräte den stationären Handel bedrohen? Zu oft! Wichtig ist, genau hinzusehen und zu verstehen, was sich am Konsumentenverhalten im stationären Laden ändert und wie Anbieter dem begegnen können. Mit dem Wandel gehen und nicht in einer Schockstarre diesen ignorieren!

Wie Personen ihr Smartphone während des stationären Einkaufens nutzen.

Grob gerundet geben gleich viele Befragte an, dass sie das Produkt im Laden, in dem sie sich gerade aufhalten, kaufen (19 Prozent) und, dass sie das Produkt online kaufen (22 Prozent). Hier ist das Geschick der stationären Händler gefragt, in dem Moment durch persönliche Beratung oder einen Rabatt zu überzeugen und den Kunden für sich zu gewinnen. Problematisch ist und bleibt zunächst die Kostenstruktur, der der stationäre Handel ursprünglich ausgesetzt ist. Aber das darf keine Entschuldigung dafür sein, sich dem Wandel in unserer Gesellschaft zu versperren. Hier müssen Lösungen gefunden werden. Und die Lösung kann im Zusammenspiel aller Vertriebskanäle liegen. Womit wir auch wieder beim Omnikonsumenten sind, den es in der heutigen Realität zu bedienen gilt.

Die gesamten Ergebnisse der Studie von Tradedoubler finden Sie in unserer Datenbank.

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Über Lena Justen 28 Artikel
Lena ist Digital Native. Bei der Sevenval Technologies GmbH berät sie insbesondere Banken, Versicherungen und Händler zur Digitalisierung. Vorher brachte sie sich bei der neckermann.de GmbH als Mobile Commerce Spezialist ein. Ihr Mobile-Know-How gab Lena auch als Dozentin an der DHBW Mannheim weiter.

1 Kommentar

  1. Liebe Lena!

    Recht hast Du! – Eines meiner Lieblingsbücher zu Aussagen von Zahlen lautet: So lügt man mit Statistik. :-)
    Aber natürlich muss man immer auch die Absicht, solcher Aussagen berücksichtigen oder erahnen, denn die ist je nach Publisher sicherlich oft einen andere.

    Mir würde es schon reichen, wenn sich mehr Menschen mit den „echten“ Menschen hinter diesen Geräten und deren wahren Bedürfnissen beschäftigen würden. Aber dafür müsste man sich viel mehr Mühe machen, als das zumeist Zeit und Budget zulassen. Wir leben eben in einer Welt des Geldverdienens. :-)

    Auf unserer Website kannst Du übrigens unter /mwcb einen Link zu einer m.E. anderen Art von Studie finden – damit können gerade die „Betroffenen“ aber oft nicht so ganz richtig umgehen. ;-)

    Viele Grüße aus Bonn,
    Cordula

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