Mobile Payment in Deutschland (9): Apple wird’s schon richten?

Mobile Payment Deutschland

wird’s schon richten“ mag die Hoffnung von manchem verzweifelten Manager sein, der sich immer noch der Qual der Wahl unter den zahlreichen am Markt gestarteten Systeme gegenüber sieht. Oder der hilflos unter dem Marktdruck ächzt, wie vielleicht in mancher . Aber ist das wirklich so einfach? Gehört nicht doch ein bisschen mehr dazu?

In dieser Serie geht um Mehrwerte im Mobile und um Kreuzungsfelder, die einem neuen Service den notwenigen Schub geben, um gut vom Startblock loszukommen. Beim letzten Mal waren die Mobilfunkanbieter dran, heute soll die Payment bei den GAFA unter die Lupe genommen werden: im Blickpunkt befinden sich , Apple, und .

Als erstes sei angemerkt, dass bisher keiner der Vier ein Mobile Proximity Payment in Deutschland anbietet. Apple und Google sind in den USA verfügbar, Facebook und Amazon sind bisher auf Online Formate bzw. Hilfestellungen beschränkt. Aber wenn sie mit ihren Services nach D kommen würden…

Nutzungsfall Analyse: GAFA

Zuerst die Nutzungsfallanalyse: angenommen, und Google (und vielleicht auch zukünftige Payment Verfahren von Facebook oder Amazon) wären bereits heute in Deutschland verfügbar, welche Mehrwerte würden sie mitbringen?

Apples Erfolg garantiert?

Drei Tage nach dem Start von Apple Pay in den USA wurden bereits über 1 Mio Kreditkarten bei Apple Pay aktiviert. Da haben anscheinend ein paar Leute darauf gewartet, dass es endlich losgeht. 58% der US-Erwachsenen besitzen ein , über 40% davon ein iPhone (Tendenz steigend – in D sinkt der iPhone Marktanteil unter Smartphonebesitzern).

Geht man von 143 Mio Smartphones in den USA aus und einem iPhone Marktanteil von 42%, dann sind 1 Mio. User rund 1,7% der iPhone Nutzer und 0,7% der Smartphonenutzer. Es gibt rund 600 Mio Kredit- und Debitkarten in den USA, das macht dann knapp 0,2%. Es wurden in den ersten Tagen 20 Mio iPhone 6 in den USA verkauft, davon sind es dann immerhin 5%.

50% der kontaktlosen Bezahlungen bei McDonalds finden laut New York Times jetzt per Apple Pay statt. Aber es bleibt die Frage, wie viele Leute überhaupt dort per NFC . Gleiches gilt für Walgreens, wo sich die Mobile Payments seit Apple Pay verdoppelt haben. Die Supermarktkette Whole Foods Market hat in den ersten 17 Tagen bereits 150.000 Apple Pay Transaktionen verarbeitet (Whole Foods ist auch insbesondere im Silicon Valley ein sehr beliebter Supermarkt).

Somit lässt sich sagen: ein guter Start für Apple in der Zielgruppe der „super affinen“ Zielkunden. Diese Gruppe von allerersten Early Adopters muss nun ausgebaut werden (Innovators + Early Adopters = 16%, d. h. unter den iPhone 6 Besitzern fehlen noch ¾ bzw. mehr.

BI Intelligence prognostiziert ein beeindruckendes Wachstum für Apple Pay und rechnet mit über 70 Mio. aktiven Kreditkarten innerhalb von 15 Monaten. Diesen Beweis gilt es nun anzutreten. Apple hat schon mit anderen Produkten bewiesen, mit welcher Kraft die Marke auf Verhaltensänderungen von Konsumenten wirken kann, eine gute Ausgangsposition. Aber gerne in Vergessenheit gerät auch, dass es auch bei Apple nicht immer funktioniert.

Über Maike Strudthoff 95 Artikel
Maike Strudthoff unterstützt Unternehmen Innovation neu zu denken, schneller zu agieren und sich konsequent auf den Nutzer-Kunden auszurichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf digitalen Services sowie Commerce & Payment 4.0. Sie unterstützt seit über 8 Jahren Unternehmen in Europa, die Zukunft der Digitalisierung zu antizipieren und für sich zu gestalten – nahe am Kunden und mit schlanken Methoden (Design Thinking, Co-Creation, Lean Principles, …). Als Gründerin des JumpNext Netzwerks verbindet Maike Strudthoff Menschen mit unterschiedlichsten Perspektiven, um Inspiration für Neues entstehen zu lassen. Sie beobachtet und analysiert Innovationen und disruptive Unternehmen rund um die Welt. Sie trägt die Erkenntnisse in Workshops und Keynote Vorträgen weiter. Regelmäßig veröffentlicht sie Beiträge über Mobile Payment in Online und Offline Medien sowie Buchbeiträgen. Digitale Innovation ist nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre persönliche Leidenschaft. Zuvor hat Maike Strudthoff 12 Jahre für eine führende Unternehmensberatung, in einer internationalen Bankgruppe sowie in einem Startup in London gearbeitet. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail

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