App Ratings – Wer gegen 3 Millionen Apps bestehen will muss nach den Sternen greifen

App Rating

Bei über drei Millionen in den Stores muss alles passen, damit Nutzer nicht nur die eigene App finden, sie herunterladen, sondern auch weiter nutzen. Die Suche als Entscheidungsgrundlage für Nutzer gewinnt dadurch immer mehr an Bedeutung.

App Ratings wichtig

Doch was viele vergessen, neben den Downloadzahlen und Keywordoptimierung spielt die Nutzerbewertung, die App Ratings, schon seit 2013 eine wesentliche Rolle bei der Gewichtung der Suchergebnisse. Auch hier gibt es eine kritische Größe. Da App Entwicklung mit zum Teil nicht unerheblichen Investitionen einhergeht, ein Grund mehr sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Minuten entscheiden

Die Entscheidung pro oder contra fällt in den ersten Minuten nach dem Download. Wessen App hier scheitert, bleibt nicht im Homescreen der Nutzer gesetzt und wird wieder gelöscht. Wessen App nicht durch überzeugende User Experience oder klaren Mehrwert überzeugt, landet gleich im Papierkorb. Und die Auswahl bei den Apps ist inzwischen erschlagend. Wer nicht über Freunde etwas empfohlen bekommen oder in den einschlägigen Medien davon gehört hat, wird nur aus der Suche erfahren, welche Apps für welche Fragestellung eine Lösung bieten. Weltweit bedeutet das alleine für Apple’s App Store eine Auswahl unter 1,3 Millionen Möglichkeiten.

 

Alleine von September 2014 bis Januar 2015 sind über 100.000 neue Apps in Apple’s Store gelandet und die Wachstumsgrenze ist noch nicht erreicht.

Laut Zahlen von research2guidance wurden 2014 in Deutschland über 3,4 Milliarden Apps auf Smartphones heruntergeladen und zumindest kurzfristig installiert. Gegenüber 2012 hatte sich damit die Downloadzahl faktisch verdoppelt. Das Marktforschungsunternehmen erwartet, dass der mit Apps erzielte Umsatz in Deutschland in 2015 die Marke von über 1,3 Milliarden € erreichen wird.

App Retention Rate

Bei Entwicklungskosten einer App liegen dabei zwischen €20.000 bis €150.000. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt, je nachdem wie komplex die Applikationen sind und in welcher Tiefe sie Geschäftsprozesse angebunden werden müssen oder Infrastruktur für ihren Betrieb notwendig ist. Wer hier viel Geld in die Hand nimmt möchte, dass sich die Investition auch auszahlt. Im Juni 2014 ermittelte Localytics, dass die sogenannte App Retention Rate bei nur einmaliger Nutzung bei 20 Prozent liegt. Gegenüber 2011 immerhin eine Verbesserung um sechs Prozentpunkte. Eine gute Nachricht?

Der Anteil der Apps, die tatsächlich häufiger benutzt werden lag 2014 bei 39 Prozent. Ein klarer Aufwärtstrend gegenüber dem Wert von 26 Prozent noch in 2011. Wie man sieht, die App Anbieter scheinen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Wie in den Relevant Set?

Doch wie gelangt man überhaupt in das Relevant Set, auf die Shortlist der Nutzer im Store? Wie wir bereits gesehen haben ist die Auswahl an um Aufmerksamkeit buhlende Alternativen in den App Stores riesig. Wer nicht schon eigene Markenbekanntheit hat und auf eigene Reichweite setzen kann, um Masse an Nutzern zu erzeugen, kann nur auf Optimierungsmaßnahmen setzen, die das Ranking in den Suchergebnissen in den einschlägigen Stores verbessern sollen. Man könnte es auf die kurze Formel „Make an app which people love“ bringen.

Im Zentrum aller App-Store Algorithmen steht immer der Nutzer und die Interaktion mit dem App-Angebot im Markt. Ob es um Engagement oder Retention geht, um geeignete Keywordauswahl, um das Finden zu verbessern oder die Ratings in den Stores. Die Kommunikation der Marken, Unternehmen und Anbieter mit ihren Zielgruppen prägt entscheidend das Bild, das die Algorithmen der App-Stores aufgreifen, um das Ranking zu ermitteln.

TechCrunch hat 2014 Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die den Faktor Downloadzahlen unterstreicht. Downloadzahlen lassen sich sowohl durch Keywordoptimierung, also über Maßnahmen im Rahmen der (ASO), erhöhen als auch über hohes positives Rating als unmittelbarer Ausdruck der Kundenzufriedenheit signifikant positiv beeinflussen.

Chart, data: MobileDevHQ in: http://techcrunch.com/2014/04/04/study-finds-download-volume-may-impact-app-store-search-results/

Top Apps mit >3,5 Sternen

In der gleichen Studie wurde ermittelt, dass die Top 5 Apps im Schnitt mit einem Wert von 3,7 Sterne (von 5 möglichen) bewertet wurden, während Apps mit einem Zufriedenheitsrating von 2,77 und schlechter nur noch jenseits der Top 20 rangieren und damit wesentlich erschwert auffindbar sind. Weiterführende Ergebnisseiten werden – wie wir schon lange wissen – kaum noch besucht.

Auch eine zweite Studie von Fiksu kommt zum gleichen Ergebnis. Schlechte App Ratings wirken sich nachhaltig negativ auf Suchergebnisse aus. Das Nutzerfeedback wirkt als starker Filter, um das immer größer werdende Rauschen im Angebotsspektrum zu unterdrücken und die Spreu vom Weizen zu trennen.

Fazit

Wer wahrgenommen werden will, sollte daher nicht nur der Produktentwicklung und -verbesserung wegen das Augenmerk auch auf die App Ratings setzen, ist es doch ein mächtiger Gradmesser der Kundenzufriedenheit. Gute Produkte sind Garant für gute Bewertungen. Schließlich kann man zufriedene Kunden nicht kaufen, auch wenn es ein paar schwarze Schafe offensichtlich immer wieder versuchen. Manipulationen fliegen auf.

Über den Autor: Steffen Konrath ist Gründer und Geschäftsführer von Liquid Newsroom und Social Creative Dialogue und betreibt einen internationalen Nachrichtendienst auf den sozialen Medien rund um die Zukunft der Medien.

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