Digitale Transformation: Kleine Unternehmen stehen vor Problemen

Viele Betriebe sehen nicht den Bedarf nach Digitalisierung

Digitale Transformation ist gerade für kleinere Unternehmen wichtig, um zukunftsfähig zu bleiben.
Foto: Andreas Lischka, pixabay

stellt insbesondere Transportunternehmen vor eine große Herausforderung. Die Spannweite, wie sich Logistikdienstleister dabei auf den digitalen Wandel vorbereiten, geht dabei weit auseinander. Kleinere Betriebe stehen dabei deutlich weiter zurück als große Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die aus der Zusammenarbeit von Herzig Marketing und der Onlinepedition Instafreight hervorgegangen ist.

Große Unterschiede zwischen kleinen und großen

Der Ist-Zustand der aktuellen Digitalisierung bei Logistikdienstleistern sieht beispielsweise wie folgt aus: 64 Prozent der Auftragserfassung und -vergabe (42 bis 47 Prozent) erfolgt größtenteils digital. Wobei es hier zu großen Unterschieden zwischen großen und kleinen kommt. Während die größten Logistikdienstleister die Auftragserfassung und die Informationen der bereits digitalisiert hat (68 Prozent), erfolgt das bei den kleinsten Unternehmen nur bei 22 Prozent.

Je nach Unternehmensgröße wird der Bedarf der Digitalisierung dabei unterschiedlich betrachtet und angegangen. Über 54 Prozent der befragten mit bis zu zehn Mitarbeitern haben demnach keinerlei Digitalisierungsprojekt angegangen. Bei Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeiter waren es gerade mal 8 Prozent der Befragten, die ihre Prozesse digitalisierten. Zwei Drittel der Transportunternehmen (66 Prozent) würde es laut der Umfrage nicht in Betracht ziehen, eine anzugehen. Insbesondere kleinere Unternehmen (81 Prozent) sehen es nicht für nötig, ihre Abläufe zu digitalisieren.

bedeutet für kleine ein großes Risiko

Gründe dafür gibt es viele. Viele sehen die Komplexität der Digitalisierung ausschlaggebend dafür, sich nicht mit dem Thema befassen zu wollen. Zeitmangel ist ein weiteres Problem. Ebenso die hohen Kosten sowie der eher mäßige Erfolg basierend aus vorangegangenen Projekten.

Gerade die immensen Kosten bedeuten für kleinere ein großes Risiko, sich mit Digitalisierung im eigenen Betrieb zu befassen. In Hinblick auf die Anforderungen und Wünsche der Kunden bei kleinen Logistikdienstleistern sehen viele aktuell auch nicht den Bedarf, sich dringend auf Innovationskurs begeben zu müssen. Automatisierung und Vernetzung werden laut der Studie bei diesen Betrieben nur in Ausnahmefällen erwartet.

Ungeachtet dessen sind die allgemeinen Kundenwünsche in punkto Digitalisierung bei den befragten vermehrt spürbar: Beispielsweise liegt der Wunsch der Kunden nach Track & Trace bei den Frachtführern bei 60 Prozent. Auf etwa gleicher Höhe liegt die Kundenanforderung nach Wissen um die erwartete Ankunftszeit (ETA). Im selben Prozentbereich befindet sich der Bedarf nach EDI-Schnittstellen, elektrischen Empfangsbestätigungen und automatisierten Abrechnungsprozessen (45 bis 50 Prozent).

Standardisierte Lösungen können hilfreich sein

Die Autoren der Studie sind der Überzeugung, dass dieser Bedarf  an digitalen Prozessen auch durch die kleinen dringend gedeckt werden muss, da sie sonst den Anschluss verpassen würden. Gerade in Bezug auf Logistik, Informationsübermittlung und Buchhaltung kann Digitalisierung einen Teil zur Erleichterung der Arbeit beitragen. Vor allem standardisierte Lösungen, die bezahlbar und für einen breiten Kundenstamm einsetzbar sind, können für die hauptsächlich mittelständischen Unternehmen reizvoll sein, in ihre Prozesse zu integrieren. Letztlich kann diese Veränderung nicht nur den kleineren Betrieben helfen, sich für die der Zukunft zu wappnen, sondern die Effizienz der gesamten Verkehrswirtschaft erhöhen, welche wiederum Teil der Vision Smart City ist.

Die Digitalisierung bremst hauptsächlich kleine Spediteure aus. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr zeigte die erste Umfrage von HERZIG Marketing und dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL), dass gut zwei Drittel der Transportunternehmen nur bedingt mit dem digitalen Wandel mithalten können. Weitere 13 Prozent gaben sogar an, dies nur schwer bis gar nicht zu schaffen. Das Problem dabei: Die macht keine Pause, sondern sie schreitet rasant voran. Grund genug für uns, ein weiteres Mal nachzufragen: Was hat sich in den letzten 12 Monaten bei den Spediteuren verändert? Welche Digitalisierungsprojekte wurden oder werden angepackt und welche nicht? Kurz: Wo stehen sie heute?

Dazu haben wir uns Unterstützung geholt. Die Berliner -Spedition InstaFreight verfügt über umfassende Erfahrungen aus unterschiedlichen Digitalisierungsprojekten zwischen Dienstleistern und Verladern und hat ihr Know-how bei der Erarbeitung des Fragenkataloges sowie der Auswertung eingebracht. Die Umfrage selbst fand im August und September 2018 statt. Dazu hatten wir 2.456 eingeladen, 12,2 Prozent haben teilgenommen.

Die Ergebnisse der Befragung liegen nun vor und sind in diesem Whitepaper zusammen- gefasst. Sie zeigen: Beim Thema geht die Schere zwischen kleinen Logistikdienstleistern mit weniger als zehn Mitarbeitern und größeren Mittelständlern zunehmend auseinander. Denn mehr als die Hälfte der kleinen hat bisher noch kein Digitalisierungsprojekt umgesetzt und plant es auch nicht. Der Grund: Über 80 Prozent davon sehen keine Notwendigkeit dafür. Das überrascht. Steigen doch auf der anderen Seite die Kundenanforderungen. So wird etwa die genaue Angabe der erwarteten Ankunftszeit (ETA, Estimated Time of Arrival) flächendeckend über die gesamte Flotte schon bald nicht mehr Kür, sondern Pflicht sein.

Doch machen Sie sich selbst ein Bild, inwieweit die die Logistik vera?ndert und in Zukunft weiter verändern wird. Das Whitepaper liefert dazu interessante Einsichten. Sollten Sie darüber hinaus noch haben, sprechen Sie uns gerne an.

Auszug Vorwort: “ in der Transportbranche. Freund oder Feind?”

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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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