BYOD – Vertrauenslücke zwischen Mitarbeiter und Arbeitergeber

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„The Mobile Trust Gap“ oder im Folgenden „Die mobile Vertrauenslücke“ ist ein Phänomen, dem Firmen in Zeiten von „“ gegenüber stehen. Laut einer Studie von MobilIron benutzen bereits 80 Prozent der Angestellten ihre eigenen mobilen Endgeräte für Arbeitszwecke. Allerdings haben nur 30 Prozent dieser Personen komplettes Vertrauen darin, dass ihre persönlichen Daten vertraulich behandelt werden.

Die Differenz zwischen Angestellten, die dem Unternehmen vollständig vertrauen und Angestellten, die nur ein eingeschränktes Vertrauen ihrem Arbeitgeber gegenüber haben wird als Vertrauenslücke bezeichnet. Die Vertrauenslücke bei der gemeinsamen Nutzung von beruflichen und privaten Daten auf einem mobilen Endgeräte ist bisher sehr groß – beiderseitig – und vor allem auf Seiten der Mitarbeiter viel größer als vermutet.

Interessant ist dieser Effekt vor allem, da doch üblicherweise Unternehmen besorgt sind, dass ihre vertraulichen Daten in die falschen Hände gelangen und daher sowohl organisatorische als auch technische Lösungen (z. B. ) ausrollen, um ihr Vertrauen in die Mitarbeiter zu stärken oder doch eher, um Vertrauen durch Kontrolle zu substituieren.

Umgekehrt steht den Mitarbeitern diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Sie müssen darauf vertrauen, dass ihre privaten Daten auch vertraulich behandelt und sicher aufbewahrt werden. Eine konsequente Alternative würde darin bestehen, Abstand von BYOD zu nehmen und eine strikte, gerätespezifische Trennung zwischen Beruflichem und Privatem durchzuführen. Oft ist dies aber vom Mitarbeiter nicht gewollt.

Das Problem der Vertrauenslücke ist darin begründet, dass Angestellte nicht wissen, welche Zugriffsmöglichkeiten ihre Arbeitgeber auf private Daten haben. Ein erster Ansatz wäre transparenter mit diesem Thema umzugehen.

Kommunikation wird als Möglichkeit ausgegeben, diese Lücke zu überwinden. Hierbei sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Arbeitgeber ihr schriftliches Versprechen geben, dass sie nur Daten betrachten, die ihr Unternehmen betreffen. Darüber hinaus wäre es wichtig, dass Firmenchefs detailliert offen legen, auf welche Daten überhaupt zugegriffen werden kann, von wem und wie diese gespeichert werden.

Häufig fehlt auch das technische Verständnis der Angestellten. Somit sind manche Vorurteile gegenüber den Arbeitgebern unbegründet, da technische Vorgaben nicht gegeben sind. So ist zum Beispiel das Mitlesen von Textnachrichten bei Plattformen wie technisch nicht möglich. Folgerichtig ist auch in diesem Bereich Aufklärung die Prämisse.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Arbeitgeber eine Guideline entwickeln sollten, wie in ihrem Unternehmen mit BYOD umgegangen wird und diese ihren Mitarbeitern offen legen. Hierbei muss sichergestellt werden, dass die Richtlinien nicht nur zur eigenständigen Recherche irgendwo in den tiefen des Intranets  zur Verfügung stehen, sondern Arbeitnehmer diese auch erhalten und wahrnehmen.

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Über Tobias Brockmann 7 Artikel
Tobias Brockmann ist Managing Director des Competence Centers Connected Organization an der Universität Münster. Er promoviert im Bereich Mobile Enterprise und Social Software und ist als Dozent und Berater für die Themen Social Media und Mobile Services tätig.

1 Kommentar

  1. Das fehlende Vertrauen von Mitarbeitern in vielen BYOD-Projekten ist nachvollziehbar. Gerne verkaufen MDM-Hersteller ihr Produkt als BYOD-Lösung, wenn der technische Ansatz dazu eigentlich nicht wirklich geeignet ist. Wer möchte die Firmen-IT schon als uneingeschränkten Geräteadministrator auf seinem Android-Gerät oder als MDM-Herrscher auf seinem iOS-Gerät zulassen? Dies ist aber bei MDM-basierten Lösungen wie MobileIron erforderlich. Gibt es Alternativen? Ja, viele. Lösungen von Firmen wie Good Technology oder AirWatch (hier eine Liste weiterer Lösungen: erfordern nicht die Hoheit über das ganze Gerät, sondern beschränken sich lediglich auf die Verwaltung der firmeneigenen Apps in einem gesicherten Container. Was sich ausserhalb des Containers befindet, kann von der IT weder eingesehen noch verwaltet werden

    Natürlich kann man versuchen fehlendes Vertrauen und mangelhafte Technologie durch Vereinbarungen und Erklärungen („nein, auch wenn wir es können, werden wir Ihre persönlichen Fotos nicht löschen“) auszugleichen. Der bessere Weg ist aber sicherlich von vorneherein eine passende technische Lösung für die Aufgabenstellung BYOD auszuwählen.

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