Bezahlen Sie mit Ihrem guten Daumen – Kommt Apple mit eigenem Payment?

Fingerabdruck

Anfang der Woche hat die vierte Beta von 7 veröffentlicht. Neben vielen Detailverbesserungen und Stabilitätsoptimierungen bringt die neue Beta einen Hinweis auf die Hardware der kommenden Gerätegenerationen.

Die Rede ist von einem Fingerprint-Sensor.

In den Bedienungshilfen gibt es einen Ordner, der sich „BiometricKitUI.axbundle“ nennt. In diesem sind Texte zu finden, die auf den Einsatz eines Fingerabdruckscanner hinweisen (Quelle: 9to5mac)

Der Daumen, das Portemonnaie

Wenn die neue Gerätegeneration von und mit einem solchen Sensor kommen, dann hat das für den Anwender mehrere Vorteile. Das Eingeben des Entsperrcode oder das Authentifizieren in Apples eigenen Password-Manager „iCloud Keychain“ könnte wegfallen.

Mit einer solchen Technologie könnte Apple aber auch in das Mobile Payment einsteigen, Gerüchte dazu gibt es schon lange. Prinzipiell hat Apple alles, was für ein gutes Mobile-Payment notwendig ist: Viele Kunden und mit auch einen etablierten Bezahldienst.

Viele Kunden heißt: weltweit 575 Millionen Accounts und täglich kommen 500.000 neue dazu (Quelle Mactechnews). Zum Vergleich: hat „nur“ 230 Millionen Konten.

Das Ende der PIN, Passwörter und Benutzername

Stellen wir uns vor, Apple bringt den Fingerprint-Sensor. Wenn dann noch der Fingerabdruck des Anwenders (mal vom abgesehen) auch dem itunes Account zugeordnet würde, könnte künftig Benutzername und Passwort beim Bezahlen überflüssig werden. Das steckt alles im Fingerabdruck. Theoretisch kann Apple dann einen sehr charmanten Bezahldienst etablieren. Das iPad oder iPhone ersetzt das Kassenterminal. Bezahlt wird mit dem Fingerabdruck. Abgerechnet über den itunes Account.

Ähnliche Lösungen gibt es heute schon von Square, , Payeleven und Co. Die brauchen aber eine zusätzliche Hardware (Dongle) und der Kunde zahlt mit ec- oder Kreditkarte. Da könnte eine skizzierte Lösung von Apple etwas spannender sein. Apple würde es nicht nur und Co schwer machen sondern auch allen Kreditkartenterminal Herstellern.

Aber auch der umgekehrte Weg wäre denkbar. Dazu müsste Apple „nur“ mit den Herstellern der Kreditkartenterminals sprechen. Diese würden künftig eine Zahlung vom iPhone annehmen können, die Authentifizierung würde dann mit einer Bezahl-App am Gerät des Kunden stattfinden – wieder mit dem Daumen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, technologisch gesehen ist das kein Hexenwerk.

Natürlich spielt nicht nur Bedienkomfort eine Rolle. Das ganze muss auch sicher sein und diversen Regularien im Europäischen Zahlungsverkehr entsprechen. Trotzdem. Für den kleinen Händler, dem Kneipenwirt etc. ist das hochspannend.

Alles nur in meinem Kopf?

Vielleicht. Auch wenn Apple kein Payment anbieten sollte, ist das eine spannende Technologie. Sollte Apple diesen Fingerprint-Sensor auch Drittherstellern in Form von Schnittstellen zugänglich machen, bringt das viele Möglichkeiten für neue Anwendungen. Allen voran im Bereich Finanzen. Eine TAN könnte so z.B. überflüssig werden, oder das Kennwort zum Login in eine Banking-App.

Der Erfolg einer Bezahllösung hängt auch von der Bedienbarkeit ab. In Zeiten von vorgeschriebenen Passwort Schemata (Passwort muss zwei Zahlen, drei Großbuchstaben etc. enthalten) ist die (hoffentlich) kommende Entwicklung von Apple ein echter Mehrwert für den Kunden. Eine biometrisches Zahlverfahren scheint logischer zu sein als Bezahlen mit dem Smartphone oder . Den Daumen hab ich immer dabei, der Akku wird nicht leer und man kann ihn nicht klauen – zumindest nicht ganz so leicht.

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Maik Klotz ist Head of New Business bei einem der größten Software Anbieter in Deutschland mit Schwerpunkt auf mobile Apps im Bereich Finanzen. Seine Stationen sind vielfältig: Produktmanager, Business Development Manager, Design Strategist und CEO. Maik Klotz ist ein Produktmensch, mit Fokus auf den Anwender.

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