Apple Chef Tim Cook: Freier Markt hat in der Tech-Branche versagt

Bereits zuvor hat Tim Cook Facebook und Google abgestraft

Apple-Chef Tim Cook spricht sich für mehr Datenschutz in der Tech-Branche aus.
Quelle: Screenshot Axios/YouTube

Im Interview mit Axios holt Apples CEO Tim Cook ordentlich aus und behauptet, dass die Mechanismen des freien Marktes unzureichend seien. Demnach wären Produkte, die aus Tech-Branche kommen, nicht an sich gut oder schlecht. Unternehmen würden mit ihren Produkten nicht vorsätzlichen Schaden anrichten wollen. Leider wüssten aber viele nicht, dass ihre Produkte auch aus böser Absicht angewendet werden. Cook spricht es nicht direkt an, nimmt aber wahrscheinlich auf den Skandal um die illegale Nutzung von -Nutzerdaten Bezug. Die Firma Cambridge Analytica soll demnach versucht haben, den Präsidentschaftswahlkampf zu manipulieren.

Tim Cook on Whether Technology is Good or Evil | on HBO

 

Deswegen sei ein freier die Basis für alles. Damit dieser aber funktioniere, wäre laut Tim Cook dennoch eine Regulierung nötig. In Tech-Branche sei das laut dem Apple-Chef eben nicht der Fall.

Tim Cook holt gegen und Google aus

Wie solch eine Regulierung auszusehen habe, dazu äußerte sich Cook nicht. Seine Äußerungen folgen jedoch einem Rundumschlag, den Apple-Chef bereits Tage zuvor gegen Google und ausgeteilt hatte. Im Zuge dessen hatte sich für mehr Datenschutz ausgesprochen. Bei einem Besuch in Brüssel strafte Cook die beiden anderen Tech-Konzerne ab und griff sie direkt in punkto Datenschutz an.

Beide Konzerne machten den Großteil ihres Umsatzes mit zielgerichteter Werbung. Apple-Chef sagte, dass die Sammelwut an Daten beider Konzerne einer “Überwachung” gleichkomme. Im selben Zuge lobte Cook die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der als Vorbild für die Welt. Eine indirekte Antwort auf den Angriff erhielt Tim Cook bereits von Mark Zuckerberg. Der Facebook-Chef habe als Reaktion auf Cooks Äußerungen seine Manager darauf verpflichtet, in nur noch Android-Smartphones zu benutzen. Damit wären iPhones in Zukunft bei quasi verboten.

Austeilen, aber auch Geld kassieren?

Tim Cooks neue Haltung als rechtschaffener Datenschützer wird allerdings auch kritisiert. Die Redakteurin Ina Fried fragte den Apple-Chef, wie das zusammengehe, dass dieser einerseits austeile, andererseits Apple von Google Milliarden Dollar erhalte, weil es Google als Standardsuchmaschinen-Dienst implementiere. Provokant sagte sie: “Wenn Sie wirklich wollen, dass Nutzer völlig ist, warum nehmen Sie dann das Geld?”

Tim Cook meinte daraufhin, dass die Suchmaschine für die beste halte und dies eben wichtig sei. Im selben Zuge fügte er jedoch hinzu, dass Apple dem Safari-Browser Kontrollen hinzugefügt habe, um Unternehmen wie Google davon abzuhalten, den Browserverlauf zu verfolgen. Gekonnt umschifft der Apple Chef damit die Tatsache, dass Apple ordentlich Geld durch Google verdient.

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