Peer 2 Peer Payment – nützlich oder nicht?

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Vorgestern hat hat mit Square Cash einen neuen Dienst gestartet, der es ermöglicht ohne Registrierung, Geld per E-Mail zu verschicken. Dazu muss nur die Empfänger-Mail angegeben und die Square Cash E-Mail cash@square.com in Kopie gesetzt werden. In den Betreff kommt der zu sendende Geldbetrag. Mehr ist zunächst für das ausführen einer Transaktion nicht notwendig. Damit das Geld dann auch tatsächlich beim Empfänger landet, müssen beide Seiten ein Kreditkarten-Konto angeben. Das erfolgt nach dem Versenden der Mail. Auch diesen Prozess hat Square stark vereinfacht.

Square Cash

Sehr ähnlich funktioniert auch Google Wallet. Auch hier kann Geld per Email versendet werden. Anders als bei Square ist aber ein Account notwendig und diesem muss eine Kreditkarte oder Bankverbindung hinterlegt sein.

In den USA gibt es weitere Dienste, wie Venmo oder Dwolla die sich auf diese Peer-2-Peer Zahlungen, also dem Transfer von Geld zwischen Personen, spezialisiert haben. Square, Google und die anderen genannten Dienste haben alle eines gemeinsam: sie funktionieren ausschließlich in den USA. Eine Nutzung in Deutschland ist zur Zeit nicht möglich.

Deutsche Alternative

Um in Deutschland jemanden Geld zu schicken, kann man natürlich die gute alte Überweisung nutzen oder einen Dienst wie z.B. . Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Bezahldiensten, die mal mehr oder mal weniger die Möglichkeit bieten, auch Einzelpersonen Geld zu senden

Hier gibt derzeit aber nur wenige Anbieter, die sich auf reine Peer-2-Peer Zahlungen fokussiert haben. Einer dieser Anbieter ist Paymy, der den zwischenmenschlichen Zahlungsverkehr vereinfachen möchte. Aktuell befindet sich Paymy noch in der Entwicklung, aber ein offener Betatest Mitte des Jahres hat gezeigt, dass der Service gut funktioniert.

Peer-2-Peer Payment als Killerapplikation?

Schlussendlich bleibt aber die Frage unbeantwortet, ob die „reine“ Peer-2-Peer Zahlung wirklich eine Killerapplikation darstellt. Eine solche Funktion innerhalb z.B. einer Online-Banking App ist sicherlich sinnvoll, aber als eigenständige Lösung? Die Frage ist ja, wie oft man einer Person denn Geld schuldet? Zweifelsohne gibt es die Situationen innerhalb einer Gruppe z.B. beim gemeinschaftlichen Essen im Restaurant, aber wie oft kommt das vor? Erinnert man sich dann noch daran, dass es einen solchen Dienst gibt?

Braucht man Peer-2-Peer Payment?

Ja, aber nicht wie bisher angedacht. Zumindest nicht nur. Die Funktion und die Möglichkeit einfach Geld zu transferieren ist essentiell wichtig und längst überfällig, aber eben nicht ausschließlich zwischen Personen. In Anbetracht der Tatsache, dass mit der kommenden SEPA-Reform die klassischen Überweisungen noch aufwändiger werden, fehlt eine einfache Möglichkeit z.B. die letzte Rechnung des Versandhändlers zu zahlen.

Der spezifizierte QR- des EPC (European Payment Council) ist ein Weg in die richtige Richtung, aber noch immer zu umständlich. Mit Hilfe des QR- sollen Rechnungen künftig leichter erfasst werden können. Der Nachteil dieser Methode – der Händler muss den Code auf der Rechnung drucken und der Kunde braucht eine spezielle App, die den Code erfasst. Zumindest die meisten der Online-Banking unterstützen diese Möglichkeit der Überweisung, aber eine Methode wie z.B. Geld wie bei Square Cash versendet wird, sucht man vergeblich.

Wäre doch schön, wenn ich per E-Mail die Zalando-Rechnung bezahlen könnte…

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Über Maik Klotz 23 Artikel

Maik Klotz ist Head of New Business bei einem der größten Software Anbieter in Deutschland mit Schwerpunkt auf mobile Apps im Bereich Finanzen. Seine Stationen sind vielfältig: Produktmanager, Business Development Manager, Design Strategist und CEO. Maik Klotz ist ein Produktmensch, mit Fokus auf den Anwender.

2 Kommentare

  1. Hallo Maik,

    deine Einschätzung, dass es eine große Herausforderung wird, einen Peer-2-Peer Payment-Dienst in die Köpfe der User zu bekommen, teilen wir. Wir denken, man muss den Leuten genügend Anwendungsmöglichkeiten geben, wie sie den Dienst einsetzen können und klar kommunizieren, warum die Verwendung eines Peer-2-Peer Payment-Tools vorteilhaft ist. Deswegen werden wir von Lendstar, dem sozialen Finanznetzwerk von Freunden für Freunde, ab Ende des Jahres weitere Funktionen im Bereich Peer-2-Peer-Payment anbieten.
    Neben dem Leihen und Verleihen von Geld, das jetzt schon in unserer App umgesetzt ist, wird es dann auch möglich sein, sich vorausbezahlte Beträge (z.B. nach dem erwähnten Restaurantbesuch) erstatten zu lassen. Zudem wird man Geld für Geschenke sammeln oder Kosten, die z.B. im gemeinsamen Urlaub angefallen sind, aufteilen können. Zusammen mit der Lendstar Wallet, die ebenfalls in den nächsten Wochen in die App integriert wird, kann der User all seine Peer-2-Peer-Zahlungen nicht nur bequem, sicher und schnell, sondern eben auch mobil und vor allem in Echtzeit vornehmen und mit der Lendstar Kreditkarte sofort und überall auf der Welt auf sein Geld zugreifen.
    Das alles zusammen bietet dem User einen echten Mehrwert und ermöglicht neue Anwendungsszenarien, die auch nötig sind um nicht schnell in Vergessenheit zu geraten.

    Jennifer von Lendstar

  2. Meiner Meinung nach machen Peer to Peer Zahlungen einen Mobile Payment Dienst rund.
    Z.B. beim Sammeln für gemeinsame Geschenke sind P2P Zahlungen einfach toll.
    Eine Bank bietet es schon mit kesh (http://www.kesh.de) an. Ich finde diese App wirklich großartig. Betrag eingeben, Empfänger auswählen, fertig!
    Setzt sich ein solcher Anbieter durch, spart man sich das nervige Online-Banking.

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