Big Data im Kreuzfeuer: Böses Werkzeug oder Zukunftsantreiber?

Unternehmen können durch Datenanalyse Potentiale freisetzen

Quelle: Silvia & Frank, pixabay

Obwohl viele das Potential von für zukunftsorientierte Unternehmen anerkennen, hat gerade dieses Jahr aufgezeigt, dass sogenannte “Daten-Kraken” mit ihre Datenmacht in Kritik geraten, sofern ihr Wirken zwielichtig erscheint. Ausgelöst hat die Debatte die Affäre um Facebook und die Big-Data-Firma Cambridge Analytica. Demnach sollen letztere illegal an Informationen von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern gekommen sein. Facebooks Ruf hat dadurch einen derben Schaden erlitten. Aktuell sinken die Nutzerzahlen, die Aktie fällt ins Bodenlose und auch technische Störungen sorgen dafür, dass Marc Zuckerbergs Unternehmen gerade eine schwere Zeit durchmacht.

Mit Big Data Einfluss auf User ausüben

Facebooks chaotische Situation zeigt jedoch auch etwas anderes auf: Was wir aus Big Data lernen können. Cambridge Analytica hat durch Auswertung persönlicher Daten und dem Verschicken entsprechender Botschaften User beeinflusst. Dabei nicht nur potentielle Wähler bei der US-Präsidentschaftswahl 2016, die so womöglich mit zum Sieg verholfen haben, sondern bereits bei der Brexit-Entscheidung. Die Tragweite der Aktionen offenbaren ein Geschäftsmodell. Datenmassen werden zusammengeführt und mithilfe von Algorithmen Persönlichkeitsprofile erstellt, um Nutzerverhalten gezielt zu verändern. Dieses Vorgehen ist im Konsumbereich bekannt. Gezielte Werbung und individuelle Preisgestaltung gehören zum Alltag.

Das Werkzeug allein ist nicht böse

Big Data entspricht jedoch nicht dem schlechten Bild, welches Unternehmen durch ihr Handeln sowie entsprechende Medien-Berichte davon erzeugen. Vielmehr können Datensätze produzierenden Unternehmen helfen, wichtige Informationen zu erhalten. So bekommen sie Chancen, Daten zu erfassen, diese auszuwerten und zum Nutzen aller zu gebrauchen. Gerade in Produktionsanlagen der Zukunft, auch im Rahmen von Industrie 4.0 und Automatisierung, entstehen eine gewaltige Menge an Informationen. Sensoren sind dafür verantwortlich, moderne Arbeitsprozesse in der Industrie zu erfassen. Angefangen von der Konzeption, Fertigung, Steuerung, bis hin zur Verpackung. Geschwindigkeit und Qualität der Fertigung werden gemessen und vermitteln genauso wichtige Daten zum Produkt sowie den Maschinen selbst.

Unternehmen können profitieren, wenn sie Big Data wagen

Die Automatisierung der Fertigung durch Vernetzung der Maschinen und Mitarbeiter durch das Internet der Dinge liefert Informationsquellen, welche das Volumen vieler anderen Branchen übersteigt. Gerade hier führt intelligente Datenauswertung zu Erkenntnissen. Arbeitsprozesse werden dadurch verbessert und Fehlerquellen vermieden. Big Data kann somit dazu beitragen, die Produktion zu verbessern und letztlich den Umsatz zu steigern. Ein Problem zur Etablierung solcher Modelle liegt allerdings darin, dass kleinere und mittlere Betriebe in ihrer IT-Infrastruktur noch gar nicht für Big Data aufgestellt sind. Oftmals haben sie allerdings auch keinen Antrieb, etwas daran zu ändern. Initiativen wie Big Data Europe und andere arbeiten daran, eine breite Akzeptanz und Verfügbarkeit an Lösungen für Unternehmen bereit zu stellen. Am Ende müssen die Industrie-Betriebe jedoch selbst den Schritt wagen, ihre Skepsis überwinden und sich für die Zukunft wappnen.

Carsten Thomas
Über Carsten Thomas 51 Artikel
Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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