Android – der Kaiser ohne Kleider?

Des Kaisers neue Kleider
Mit Genehmigung von Gertrud K.
Mit Genehmigung von Gertrud K.

In wenigen Jahren hat den Markt für Smartphone-Betriebssysteme auf den Kopf gestellt und die Bedeutung einstiger Marktführer wie  und OS marginalisiert. kämpft zusammen mit einen uphill battle, mit ein drittes Ecosystem zu etablieren. ’s ist nach wenigen Jahren Geschichte. ist auf dem Abstellgleis ohne aus den Startlöchern gekommen zu sein.

Einzig begegnet jeder Welle neuer Android Smartphones, ohne Marktanteile einzubüßen. Allerdings verharrt der Marktanteil nach anfänglich starkem Wachstum bei 18%. Einige Marktforscher sehen bei Smartphones eine Verteilung analog der Personal Computer voraus: ’s iOS im High-End, mit hohen Margen aber geringem Marktanteil, Android analog Microsoft Windows: Das marktbeherrschende Ökosystem.

Wirklich? Einige Tatsachen passen nicht ins Bild.

Was heißt das?

  • Für , und sind die -Profitmargen heute unerreichbar. Ohne vertikale Integration wird sich daran wenig ändern – zumal die an Grenzen stößt, wenn OS-Funktionen nicht mit der Device-Entwicklung abgeglichen sind. Samsung hält mit seinem -Engagement die Wette offen. Auch HTC flirtet mit den Möglichkeiten eines eigenen OS.
  • Für Google stellt sich die Remonetarisierung der Android Entwicklungskosten über Suchanfragen bei weitem nicht mehr rosig dar. Mit der Übernahme von kann Google Hardware, Betriebssystem und Dienste integrieren. Ob es nur bei Flagship-Devices bleibt, oder Larry Page nicht doch auf Apple’s Profitmargen schielt?
  • Entwicklern kostenpflichtiger Apps und Inhalte bietet Android heute geringe Aussichten auf Monetarisierung. Wer nicht auf ein werbefinanziertes Modell setzt, sollte Horace Dediu’s Artikel lesen.
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Über Martin Lawrence 14 Artikel
Martin Lawrence ist Senior Produktmanager bei telegate MEDIA (vormals klickTel). Hier ist er für die Entwicklung der Portale und mobilen Anwendungen verantwortlich. Seit 10 Jahren im Thema Internet. Seit fünf Jahren mit Fokus auf Consumer-Anwendungen. XING.

4 Kommentare

  1. „Ohne vertikale Integration wird sich daran wenig ändern – zumal die User Experience an Grenzen stößt, wenn OS-Funktionen nicht mit der Device-Entwicklung abgeglichen sind.“
    Solche Perlen der deutschen Sprache blühen leider nur im Verborgenen und man muss sich schon durch eine Menge Müll wühlen um so etwas zu finden.

    • Touché :)

      Die mobile Welt ist sehr englisch-lastig, und einige Begriffe („User Experience“) haben keine deutsche Entsprechung, die Lesern geläufig ist. Aber ein paar Anglizismen hätte ich mir – auch als gebürtiger Engländer – sparen können.

  2. Kürzlich waren Browserstatistiken von heise zu sehen, nach denen der Anteil der mobilen Zugriffe von Apple-Geräten rund 90% ausmachten, Android übernahm den Rest. Knapp 50% aller mobilen Zugriffe kamen alleine vom iPhone. Und ich sehe keinen Grund anzunehmen, dass sich Android-Benutzer nicht bei heise tummeln sollten. (Ganz im Gegenteil.) Das finde ich schon interessant, wenn man bedenkt, was sonst so für Zahlen über Marktanteile zu sehen sind.

    Ansonsten erwarte ich, dass Apple es auf dem Smartphone-Markt leichter hat als bei den PCs, aber die grundsätzliche Situation ist natürlich die gleiche: hohe Kosten, eingeschränkte Geräteauswahl, ein bestimmtes Image.

    • Stimmt, die Verteilung de Browserzugriffe ist ebenfalls auffällig.

      Natürlich schränkt die begrenzte Geräteauswahl und das eiltäre Image den Markt ein, den Apple adressieren kann. Aber das ist ein Luxusproblem, wenn Apple 2/3 der Profite aller mobilen Endgeräte kassiert.

      Insgesamt ist die Situation offen – auch Google hat viele Optionen (siehe Motorola). Aber Marktanteil allein ist in diesem Markt nur ein Teil der Gleichung. Linux‘ hoher Marktanteil bei Betriebssytemen für Webserver macht aus Red Hat noch kein Blue Chip Unternehmen.

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