5G-Debatte: Netzbetreiber wehren sich und attackieren Bundesregierung

5G entfacht Kreuzfeuer zwischen Politik und Netzbetreiber

Foto: Stefan Schweihofer, pixabay

Schöne, neue Internetwelt. Mit dem Mobilfunkstandard soll das Internetzeitalter in Deutschland einen neuen Schwung erhalten. Die Zeiten von Funklöchern sollen damit endgültig ein Ende nehmen. Nachdem die Bundesregierung das Ziel für 2022 festgelegt hat, ein schnelleres zu realisieren, und das wohlgemerkt flächendeckend, gibt es jetzt Gegenwind von denjenigen, die das realisieren sollen. Die wehren sich dagegen, dass sie nicht in der Lage seien, 5G wirklich überall anzubieten.

Dadurch ist nun ein Streit entbrannt. Und zwar in Form eines Brandbriefes an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Manager von Vodafone, Telefónica und Deutscher Telekom warnen vor der “extensiven Ausweitung von Versorgungsauflagen”. Dies beinhaltet die Pflicht, auch alle ländlichen Regionen zu 100 Prozent mit den teuren 5G-Masten auszustatten. Vor allem kritisieren die Manager die Politik deswegen, dass sie ihre Planung in keinster Weise auf eine ökonomischen Grundlage bauen und das dies rechtlich zudem nicht haltbar sei. Ende des Monats will die Bundesnetzagentur nun festlegen, welche Auflagen im Frühjahr 2019 für 5G-Frequenzen versteigert werden.

Die Zeit drängt

Aktuell drängt vor allem die Zeit, denn das Regelwerk soll an den Beirat verschickt werden. Jegliche neue Änderungen werden danach schwer möglich. Die Netzbetreiber wollen einerseits die Auflagen niedrig halten. Die Politiker wiederum brennen darauf, das Super-Internet 5G endlich umfassend der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Auch im Inneren der Regierung kommt es bereits zum Zerwürfnis. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat vor einer Weile in den Raum geworfen, dass ein flächendeckender 5G-Ausbau sich als “unfassbar” teuer herausstellen würde. Daraufhin haben viele Minister reagiert und dagegen gewettert, dass es einer “politischen Bankrotterklärung” gleichkommen würde, wenn man sich bei 5G nicht flächendeckend orientieren würde.

Abdeckung muss auch ländliche Regionen beinhalten

Eine Sprecherin Seehofers sagte aus, dass eine Abdeckung nur 100-prozentig erfolgen könnte. Mit 98 Prozent 5G-Netz-Abdeckung, wie es die Bundesnetzagentur vorsieht, würden vor allem ländliche Regionen ohne Versorgung dastehen.

Unabhängig um das Gerangel zum Ausbau, besteht ein weiteres Problem darin, dass die leistungsstarken 5G-Masten eine geringere Reichweite haben als -Anlagen. Das heißt, Der Ausbau müsste deutlich größer ausfallen, als beim jetzigen -Netz. Nach wie vor gilt zudem bei den Netzbetreibern das Argument, dass die meisten Mobilfunknutzer 5G gar nicht bräuchten, da sie mit vollkommen zufrieden seien.

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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