Praxistest: QR Code Usability im LEH

qr code usability

In der vergangenen Woche habe ich einen Selbstversuch zum Thema gestartet. Hierbei wurden alle QR gescannt, die mir bei der Einkaufsvorbereitung oder am begegneten.

In diesem Jahr gibt es kaum noch Printprodukte, Plakate oder POS Displays ohne den Einsatz von QR Codes. Wie Heike Scholz bereits im Artikel „7 Tipps für das Marketing mit QR Codes“ festgestellt hat, lässt die beim Einsatz von QR Codes oftmals zu wünschen übrig.

Also habe ich einen kleinen Praxistest zur QR Code Usability im LEH durchgeführt. Hierzu wurden Prospekte, POS Auftritte und Fachzeitschriften mit QR Codes aus dem LEH Umfeld durchleuchtet.

QR Code Usability? Hälfte fällt durch

In der wöchentlichen Ausgabe von „Einkauf Aktuell“ für das Rhein Main Gebiet habe ich alle sieben Beilagen zzgl. dem Programmheft auf QR Code Kampagnen gesichtet. In jeder zweiten Beilagen wurden QR Codes integriert. Bemerkenswert war, dass kein einziger QR Code mit einem Design versehen war. Vielleicht eine verpasste Chance für den Anbieter, um Aufmerksamkeit für die Zugriffsrate zu erhöhen.

Im zweiten Schritt fokussierte ich mich auf die Usability sowie die angebotenen Mehrwerte der QR Codes. Über 50% der QR Code Kampagnen haben den Praxistest aus meiner Sicht nicht bestanden.

Entweder landete ich auf einer Desktop Landingpage und konnte auf meinem Display nichts lesen, oder es scheiterte schon an der Weiterleitung (Fehlercode: Seite nicht gefunden/Flash Anwendung nicht machbar). Dies ist unbefriedigend für den Konsumenten. Zum einen wirft es ein negatives Markenerlebnis hervor, zum anderen wird das Vertrauen auf Nutzung von QR Code Kampagnen nicht verbessert.

Mobile Webseiten und Kunden Mehrwerte sind elementar

Aber ich möchte nicht nur kritisieren, sondern auch positiven Ansätze und Beispiele aufzeigen. Vor allem bei dem Metro Tochterunternehmen „real,-„  sowie dem FMCG Unternehmen P&G wurden gute QR Code Kampagnen durchgeführt. Als Mehrwerte wurden Servicefunktionen (Produktbewertungen), Sofortkaufaktionen, Teilnahmen an Gewinnspielen oder sofortiger Download von Smartphone Apps angeboten.

Aus Konsumentensicht kann dies ein schöner Convenience Aspekt sein, weil ich nicht mehr eigenständig die URL Adressen eingeben muss. Eine Verlinkung auf eine mobile Webseite ist elementar, damit der Kunde augenschonend die Angebote wahrnehmen kann. In den kommenden Wochen möchte ich den Praxistest weiter durchführen, damit eine repräsentative Sichtweise entsteht. Hier die Ergebnisse in Tabellenform. Hierzu wurde ein einfaches Bewertungsschema benutzt:  1 (Test bestanden) und 2 (Test nicht bestanden).

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Über Alexander Süßel 54 Artikel
Alexander Süßel ist Digitaler Consultant mit den Schwerpunkten Couponing, Loyalty und Location Based Services. Seine Fokusbranchen sind der Handel und die Konsumgüterindustrie. U.a. hat er Berufserfahrung bei Nestlé, BrandLoyalty und Couponinghouse gesammelt. Mehr über Alexander auf XING oder www.as-auf-zeit.de

7 Kommentare

  1. sehr schön.

    aber wieso schreibst du nicht einfach rein „Test bestanden“ bzw. „Test nicht bestanden statt „1 und 2“.

    Usability / Readability: Nicht bestanden ;-)

  2. Hallo Stephan, auch in den getesten QR Codes war zu 80% kein Hinweis, wohin der QR Code führt oder welchen Mehrwert ich erwarten kann. Meist steht nur der Hinweis: QR Code scannen und weitere Informationen erhalten. Stimme dir zu, dass hier weitere Hinweise zur Erwartung gegeben werden.

  3. Interessanter Bericht, deckt sich auch mit unseren Erfahrungen. Schön wäre ein Hinweis gewesen, wie der QR-Code integriert wurde. Oft steht er ohne Erklärung in Kampagnen, also ohne beschriebenen Mehrwert oder der Angabe des Linkziels.

  4. Zusäzlich zur fehlenden Optimierung der Landing-Page konnte ich auch schon 1-2 mal beobachten, dass ein QR-Code zwar funktionierte, die dahinterliegende Website aber noch nicht zeitgleich zum Erscheinungsdatum der Zeitschrift, in der der QR-Code enthalten war, live geschalatet wurde ;)

  5. Das entspricht ziemlich genau meiner Erfahrung, in der Regel sind die aufgerufenen Seiten nicht oder nur mangelhaft auf einen mobilen Zugriff ausgelegt.

    Du hattest noch den Vorteil, dass Du alle QR-Codes scannen konntest. Es gibt immer wieder Werbemittel, die QR-Codes tragen, aber aufgrund der Entfernung zum Betrachter, Bewegung oder Design nicht gescannt werden können …

  6. Dies deckt sich exakt mit meiner Erfahrung. QR Landing Pages müssen entweder explizit Mobil-optimiert, oder – sinnvollerweise – „Responsive“ aufgebaut sein.

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