NFC Mobile Payment in Deutschland: PayPass und Girogo

nfc mobile payment

Einige Aspekte der technologischen Entwicklungen und die Positionierung bestimmter Akteure im Mobile Payment Markt hat Rudolf Linsenbarth bereits in seinen vorhergehenden Artikeln beleuchtet. Heute stellt er eine Analyse von zwei namhaften Größen unter den Mobile Payment Anbietern in Deutschland vor: Girogo von der Deutschen Kreditwirtschaft und PayPass von (beides kontaktlose Bezahlverfahren). Auch wenn diese Anbieter aktuell noch stark auf kartenbasierte Lösungen setzen, sind die genannten Produkte doch ein Zwischenschritt auf dem Weg zum mobilen Bezahlen mit dem Smartphone, wie Rudolf darstellen wird:

PayPass von Mastercard

PayPass ist das kontaktlose Bezahlverfahren von Mastercard. Genau wie bei den kontaktbehafteten Karten von Mastercard, gibt es dabei drei Ausprägungen (Kreditkarte, Prepaid Kreditkarte und Maestro Debit Karte). Alle drei Karten lassen sich sowohl kontaktbehaftet als auch kontaktlos nutzen. Dadurch gibt es keine Einschränkungen falls ein Händler noch kein PayPass anbietet.

Eine Besonderheit, die es so bisher nur bei PayPass gibt, ist der Sticker.  Dies ist eine kontaktlose Kreditkarte mit einem anderen Formfaktor, die auf das Handy geklebt werden kann. Zusammen mit der Möglichkeit bei PayPass Beträge unter 25 € ohne PIN und Unterschrift zu zahlen, ist der „TAP & GO“  Sticker auf dem Handy, ein schnelles Bezahlverfahren für Kleinbeträge. So hat sich zum Beispiel auch McDonalds entschieden, PayPass zu nutzen.

PayPass wird auch im Ausland akzeptiert und die Bezahlung größerer Geldbeträge wird über die PIN am Kassenterminal autorisiert und unterliegt ansonsten den gleichen Beschränkungen wie die kontaktbehaftete Kreditkartenzahlung.

Girogo  der Deutschen Kreditwirtschaft

Girogo der deutschen Kreditwirtschaft

Girogo ist das Nachfolgeprodukt der Geldkarte. Hinzugekommen ist dabei eine kontaktlose Funkschnittstelle und die Möglichkeit die Karte, bei Bedarf am „Point of Sale“ () aufzuladen.

Die Erwähnung der Geldkarte führt meist zu folgenden Rückmeldungen:

  • Auflade Problematik
  • keine Akzeptanz außerhalb Deutschlands
  • Karte weg – Geld weg

Eine Verbesserung des Handlings der Geldkarte deutet sich mit der Aufladung am POS an.

Problematisch bei Girogo  erscheint mir die Zahlgrenze von 20 € pro Transaktion. Auch wenn die Karte mit mehr Geld aufgeladen ist, bei Beträgen über 20 € muss ich ein anderes Verfahren wählen. Diese Grenze gilt nur für den Handel, nicht aber im Fußballstadion.

Die Geldkarte kann in den folgenden Bereichen punkten: Jede Zahlung erfolgt ohne Kommunikationsverbindung zu einem Rechenzentrum, sie ist daher für Zahlungen an Automaten besonders geeignet. Außerdem sind alle Zahlungen anonym und ohne Zuordnung zu einem Konto. Im Prinzip virtuelles Bargeld.  Mit einem entsprechenden Kartenleser ist auch der Einkauf im Internet möglich (Beispiel: Usenet Zugang). Das Aufladen von Zuhause geht mit dem Kartenlesegerät ebenfalls. Über die Schulkantinen und Universitätsmensen wächst eine Generation heran, die mit der Geldkarte vertraut ist. Darüber hinaus steht es in den deutschen Bundesligastadien  3:1 für die Geldkarte.

Fazit

Wie passen PayPass und Girogo in das ?

Technisch sind beide Payment Schemes mit dem NFC Ökosystem kompatibel. Das Secure Element (SE) im Mobiltelefon unterstützt die gleichen ISO Standards wie die Smartcard Chips auf den Plastikkarten. Dem Backend an der Kasse ist es „egal“, ob die Kommunikation zu einer Karte oder zu einem Handy aufgebaut wird.

Für PayPass ist damit zu rechnen, dass im 1. Halbjahr 2013, die ersten „echten“ Mobile Payment Lösungen auf den deutschen Markt kommen. Die deutsche Kreditwirtschaft hat sich noch nicht dazu geäußert, ob und wann Girogo in das Mobile kommt. Es fällt mir aber schwer zu glauben, dass die technischen Modifikationen an der Geldkarte, ohne das Fernziel Mobile Payment, vorgenommen worden sind.

Es wird aber nicht bei diesen Payment Schemes bleiben, mit payWave von ist gerade das nächste kontaktlose Bezahlverfahren in Deutschland gestartet. Am Ende könnten alle diese Zahlungsmittel nebeneinander in das Mobile Wallet „gesteckt“, und je nach Bedarf „gezogen“ werden, genau wie in der Ledergeldbörse!

Wo die beiden Bezahlarten Girogo und Paypass eingesetzt werden können, findet man auf den folgenden Webseiten:
http://www.mastercard.com/interactivelocator/paypass-de.html
http://www.girogo.de/#akzeptanzstellen

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel
Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe). Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

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