Feldtest: Payback Pay bei Real – Fehler 7221

real paybackpay

Seit dem 1. Juli 2016 ist Payback Pay auch bei Real verfügbar. Knapp zwei Wochen nach dem Start wollten wir wissen, ob alles klappt und was man aus dem Stotter-Start bei dm gelernt hat. Zur Überraschung gab es aber zwei Fehler. Ein erwarteter und ein unerwarteter. Doch dazu später mehr.

Als Vorbereitung zum Test wurde zusätzlich die Real App installiert. Die App ist die Voraussetzung, um den digitalen Kassenbon zu erhalten. Ferner soll man mit der Real App auch bezahlen können. Das ist aber nur ein netter Gimmick. Im Prinzip ist in der Real App nur ein Link zum Aufruf der App abgelegt. Bezahlt wird am Ende doch mit der App.

Für den digitalen Kassenzettel gibt man die Payback Kunden Nummer in der Sektion „Einstellung“ der Real App ein. Man kann hier auch mehrere Payback Nummern hinterlegen. In meinem Fall äußerst sinnvoll, da ich seit Beantragung der AMEX Payback Karte mindestens eine weitere Kundennummer besitze. Die Punkte laufen allerdings bei Payback auf ein gemeinsames Konto. Zusatz-Features, die auf Händlerseite implementiert sind, werden dabei aber nicht erfasst. Für das Hinzufügen der Kundennummer in der Real App muss man nur bestätigen, dass man hierbei im Einverständnis mit dem Kartenbesitzer handelt. Danach bekommt man alle Real Kassenbons in die App bei denen diese Karte eingesetzt wird.

Kostenloses WLAN

Dermaßen vorbereitet steuerte ich also den nächsten Real Markt in meiner Nähe an. In dem Gebäude ist wahrscheinlich mehr Stahl verbaut, als in Fort Knox. Drinnen kann man noch nicht einmal telefonieren, von Datenempfang ganz zu schweigen. Kein Problem dachte ich mir, dann buchst Du Dich eben ins kostenlose WLAN ein. Das war aber nicht so gut, wie sich heraus stellen sollte. Ich weiß zwar aus meinen vorherigen Tests, dass an der Kasse auch ohne Datenverbindung funktioniert, aber ich wollte mir direkt vor Ort auch die Sache mit dem digitalen Kassenbon ansehen.

An der Kasse angekommen, also Handy gezückt, App gestartet, Payback Pay gedrückt, PIN eingegeben und dann kam Fehler 7221.

Verdutzt verließ ich erst mal die Schlange und überlegte woran das wohl liegen könnte. Auch weitere PIN-Eingabe-Versuche brachten keinen Erfolg. Die rettende Idee war, dann das in den Flugmodus zu schalten, damit hatte ich bisher immer einen Code erzeugen und auch bezahlen können. Siehe da, sobald sich das Handy nicht mehr im Real WLAN wähnte, schien auch wieder alles in Ordnung zu sein.

Auch hier der Klassiker

An der Kasse kam dann der unvermeidliche Klassiker. Zunächst probierte ich erfolglos, mein Handy auf den Scanner im Kassentisch zu halten. Die freundliche Bedienung sagte, das ginge nur am Handscanner, was augenblicklich den gewünschten Erfolg brachte. Als ich dann aber meinte, ich möchte jetzt mit Payback Pay bezahlen, kam ein hilfloser Blick. Ich erklärte bei dm müsste man immer „Weitere Zahlungsmittel“ auswählen. Tatsächlich gab es dann auch eine Taste, die mit Payback Pay beschriftet war. Allerdings führte das Drücken derselben nicht zum gewünschten Ergebnis. Mittlerweile wuchs die Schlange bedrohlich an. Zum Glück waren alle noch sehr entspannt.

Als nächstes wurde die Marktleiterin gerufen. Auch sie hatte leider keine magischen Finger. Da ich nur ein Teil an der Kasse liegen hatte – schließlich bin ich ja Mobile Payment Test Profi – schlug sie einen Storno vor. Das Prozedere wollten wir dann in Ruhe an der Service Kasse beenden. Auf dem Weg dahin erzählte sie mir, dass ich der erste Kunde sei, der auf diese Weise hier bezahlen würde. Irgendwie kam mir diese Geschichte bekannt vor. Am Service Desk zog sie dann sicherheitshalber noch mal die Anleitung raus, „erst scannen dann Payback Pay Taste drücken“. Gesagt getan und alles lief einwandfrei.

Am Ende bekam ich noch den Kassenbon in die Hand gedrückt. Dabei fiel mir dann ein, da war noch was, der digitale Kassenbon. Also Smartphone aus dem Flugmodus zurückholen, ins WLAN bei Real einbuchen und die Real App starten. Doch auch die funktionierte im hauseigenen WLAN Netz nicht. Ein wenig frustriert verließ ich das Geschäft. Draußen wieder im LTE-Netz konnte ich dann sehen, meine Punkte waren bereits gut geschrieben, die Zahlung wurde in der App korrekt angezeigt und auch der digitale Kassenbon war bereits eingeliefert worden.

Papierloser Kassenbon?

Schade, dass man trotz digitalem Kassenbon noch ein bedrucktes Stück Papier in die Hand gedrückt bekommt. Aber wie ich von Real gehört habe, ist das Thema bereits auf der Roadmap. In Zukunft kann der Kunde entscheiden, ob er den Bon nur digital oder auch den Fetzen Papier dazu haben möchte. Bis dahin dürften sich die Anfangsprobleme erledigt haben. Sobald erst mal pro Kasse und Tag mindestens ein Kunde aufschlägt kommt die Routine. Bei dm klappt’s ja mittlerweile auch recht gut.

In einem Punkt lege ich mich aber jetzt schon fest, wenn Aral und Rewe das Produkt in seiner jetzigen Form um das Feature erweitern, sollte man sich einen Klappstuhl mit an den nehmen.

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Über Rudolf Linsenbarth 88 Artikel

Rudolf Linsenbarth ist Senior Consultant für den Bereich Mobile Payment und NFC bei der COCUS Consulting GmbH. Zuvor war er 11 Jahre im Bankbereich als Senior Technical Specialist bei der TARGO IT Consulting (Crédit Mutuel Bankengruppe).
Hier auf mobile zeitgeist schreibt Rudolf Linsenbarth in eigenem Namen .

Mehr über Rudolf auf Twitter @Holimuk oder bei XING.

1 Kommentar

  1. Bei mir scheiterten alle Versuche sowohl bei Dm als auch bei Rewe mit Payback Pay zu bezahlen. Alle Verkäuferinnen hörten davon zum ersten Mal und hatten keine Ahnung wie das gehen soll. Dm hat sogar gerade eine 7-Fach Punkte-Aktion wenn man mit Payback pay bezahlt. Schade, das hätte sich bei meinem über 100€ Einkauf gelohnt…

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