NOAH Berlin: Start-ups, Samwer, Google & Currywurst

NOAHBerlinFoto:LilianGüntsche
NOAH Berlin 2015 Foto: Lilian Güntsche
NOAH Berlin 2015
Foto: Lilian Güntsche

Seit der NOAH Berlin sind nun ein paar Tage ins Land gestrichen und die Gespräche und Eindrücke haben sich gesetzt. Insgesamt durchaus eine Konferenz bzw. ein Kongress-Format, das sich sehen lassen kann. Für Berlin ein echter Zugewinn am digitalen Konferenzhimmel. Statt dem 1000. Start-up Event mit Hipstars und wenig Industriekunden, hat die deutsche Hauptstadt mit der NOAH mal eine neue, aber durchaus gesunde und sehr spannende Mischung aus der old und new Economy zusammengebracht.

Von etablierten Unternehmen und Großkonzernen wie Bayer, Siemens, Porsche, Daimler, Google oder Axel Springer über innovative StartUps und bereits erfolgreiche, digital fokussierte, Unternehmens-Neugründungen der letzten Jahre, bis hin zu führenden Investoren, Business Angels und mittelständischen Unternehmen – war wirklich alles vertreten.

Dazu gab es hochkarätige Keynotes wie z.B. von Google Chef Eric Schmidt, der eine brilliante Präsentation hielt – wie es im Buche steht und den Deutschen schmeichelte. Denn Deutschland sprach Schmidt die Chance zu, führendes Land in den Bereichen Connected Cars und Autonomes Fahren zu werden aufgrund der gegebenen immensen Automotive-Marktmacht. Und brav wurde zudem von Mr.Google unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel zitiert, unter anderem mit dem kraftvollen Satz: „Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“.  

Und dann gab es drei Millionen Euro Media-Budget!

Die Pitch-Präsentationen im Rahmen des 7VenturePitch Day auf der NOAH in Berlin waren beachtlich, denn hier traten beeindruckende Start-ups gegeneinander an, die es einem wirklich nicht leicht machten, Stellung zu beziehen. Der stilvolle Smartwatch-Hersteller Withings, die Erfolgs-App Truppe Runtastic sowie die  Tinnitus-bekämpfende und durch Musik das Hörvermögen fördernde App Tinnitracks – um nur einige zu nennen.

Letztlich holte Withings den Sieg und trug den Koffer Geld in Höhe von drei Millionen Euro für TV Media-Zeiten nach Hause.

Gewinner Withings beim 7 Ventures Pitch Day in Berlin.
Foto: noah_7ventures_08

Auch einige Panel-Diskussionen zu verschiedenen Themenschwerpunkten von Automotive bis hin zu Healthcare lieferten Gesprächsstoff. Das „Google des Healthcare“ ließ aber noch auf sich warten.

Gute Work-Life Balance auf der NOAH

Work-Life-Balance auf der NOAH Berlin mit Massagen (Firma: Massagio)
Foto: Lilian Güntsche

Zu erwähnen ist sicherlich die Keynote von Arianna Huffington, Gründerin der Online-Zeitung „Huffington Post„, die sich gegen Burn-Out und für mehr „Off-time“ aussprach. „Menschen, die gewinnen wollen, schlafen einfach mehr “ (Artikel in der Welt), sagte sie charmant.

Dies spricht mir persönlich aus dem Herzen und vermutlich ging es auch einigen Start-ups ähnlich, die überarbeitet und übernächtigt ihre vielen Termine mit potentiellen Investoren antraten und zwischendurch immer auf ihre Smartphones starrten, um auch ja kein News-Update zu verpassen.

Von Rocket-Internet Co-Founder Samwer wurde das Thema jedoch lediglich mit „Burn-Out is not for me!“ abgetan. Diese Stellungnahme polarisierte stark und wurde sehr konträr aufgenommen und diskutiert. Aber so scheiden sich eben die Geister. Fakt ist,  dass die Herausgeberin der Huffington Post seit ihrem Burn-Out die Dinge etwas anders sieht und dass das heutige Medienkonsumverhalten durchaus zurecht ein diskussionsfreudiges Thema geworden ist.

Für alle, die immer online sein wollten auf der NOAH,  gab es Wireless Charging von dem Berliner Start-up FluxPort . Während es bisher nur mit Samsung Devices möglich war, verwandelte FluxPort dank speziellen Aufsatz sogar das iPhone in ein Gerät, das ohne Kabel aufladbar ist. Ein Wunder der Technik.

Für Menschen, die noch etwas Entspannung zwischen den Gesprächen oder gar einen Powernap im Sinne von Arianna Huffington wünschten, gab es Mobile Massagen von Massagio.

Business trifft Currywurst auf der NOAH Berlin
Foto: Lilian Güntsche

Abgerundet wurde das Ganze im schönsten Sonnenschein mit einer Berliner Curry Wurst und Eiscreme auf den Terrassen des Tempodroms. Dies erinnerte mit den Sonnenmomenten in dem schönen Ambiente zwischendurch fast ein bisschen an die guten Zeiten des Mobile World Congress auf dem alten Kongress-Gelände in Barcelona. Ein bisschen Sonne zwischen den Terminen öffnet eben die Herzen – auch im Business Alltag.

Schluss mit Disruption

Wir freuen uns, als Medienpartner bei der NOAH dabei gewesen zu sein. Zahlreiche Leser haben an unser Tombola teilgenommen und wir bedanken uns herzlich für die Teilnahme. Zwei Leser konnten wir schließlich mit einem kostenlosen Ticket für die NOAH beglücken und weitere mit Rabatt-Codes versorgen. Alle waren sehr happy, wie auf dem Meet & Greet-Foto mit Lilian Güntsche das Strahlen des Gewinners Gerrit Jan Reinders von Box At Work verrät.

NOAH Berlin: Lilian Güntsche (mobile zeitgeist) & Gerrit Jan Reinders (Box at Work)

Box At Work ist ein Start-up, das sich mit einem smarten und dazu noch kostenfreundlichen Angebot auf die Lagerungsdienstleistung von umweltfreundlichen Boxen fokussiert hat. Bisher wächst und gedeiht der Online-Dienst fröhlich, erzählte Gründer und CEO Gerrit. Durchaus nachvollziehbar bei dem steigenden Trend zum Digital Nomad Leben und der Always-in-motion Gesellschaft, in der wir heute verstärkt Leben.

Der Mobile Lifestyle bringt immer neue, kreative Ideen hervor und um die geht es doch schließlich, wenn man doch „disruptive“ sein will… oder? 

Fast jeder Vortrag des zwei Tage geballten und durchaus hochkarätigen Konferenz-Programms inkludierte das Wort „Disruption“, was zu deutsch soviel wie „Auseinanderreißen“, „Zersprengen“ oder „Bruch“ heißt. Hiermit ist gemeint, dass ein Start-up eine ganze Economy aufbrechen und aufmischen kann, wenn die Idee nur originell und innovativ genug ist. Dies ist etwas, das die digitale Transformation wohl schon des öfteren bewiesen hat. So langsam scheint es aber auch manchen „genug mit Disruption“ zu sein und so einige Besucher konnten das Buzz-Word „disruptive“ nach der #NOAH15 vorerst nicht mehr hören. Jessica Federer, Digital Officer bei der Bayer AG, brachte es sehr schön auf den Punkt in ihrer Keynote: „Enough about disruption. Time to bring things back together and heal!“

Fünf Zutaten für ein erfolgreiches Start-up

NOAH Berlin Oliver Samwer – Keynote
Foto: Lilian Güntsche

Es waren natürlich viele Start-ups in Berlin vertreten, meist mit den Ziel, sich Investoren zu krallen und eine Finanzierung anzustoßen. Die großen Unternehmen und Konzernvertreter waren wiederum da, um Start-ups kennenzulernen, denn für sie ist es mittlerweile hip und schick geworden „sich ein Start-up zu halten“ bzw. in eines zu investieren oder sich dafür grundsätzlich einzusetzen. Das macht man jetzt wohl so und die Old Economy findet so ihren Weg in die disruptive New Economy.

So lernt und profitiert also groß von klein, alt von jung und vice versa. Klassisches Win-Win. Wie einfach die Welt doch manchmal sein kann… jetzt brauchen wir nur noch ein erfolgreiches Start-up. Aber auch dafür gab es auf der NOAH ein Rezeptvorschlag… Oliver Samwer, Star-Unternehmer und Co-Founder von Rocket Internet, der sich selbst auf der NOAH als „Entrepreneur-Baker“ betitelte, nannte die folgenden fünf Zutaten für die Etablierung eines erfolgreichen Start-ups:

  1.  Hard work
  2. Clear business model
  3. Thinking smarter
  4. Being braver
  5. Go for number 1  and give everything to become that!

Oder, um es mit Meister Yoda’s Worten zu sagen: „Do or do not, there is no try!“ 

YODA bei der NOAH Berlin
Foto: Lilian Güntsche

In diesem Sinne, dies als erster Nachbericht zur NOAH in Berlin von mir. Schön wars! Weitere Eindrücke aus spannenden Gesprächen mit Evernote und Start-ups wie HomeEatHome, 4Scotty.com, Tinnitracks sowie Tipps von Start-up Beratern wie Piabo und Enable to Grow folgen. Also stay tuned!

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Über Lilian Güntsche 21 Artikel
Lilian Güntsche, Dipl.-Medien-Oek., ist seit über 10 Jahren im Marketing- und Vertriebsumfeld der Digital- und Medienbranche, Schwerpunkt Mobile, aktiv. Nachdem sie in verschiedenen renommierten ITK- Unternehmen im In- und Ausland ta?tig war, ist sie 2011 mit Gu?ntsche Concepts selbststa?ndig. Hierbei unterstützt sie namenhafte Industriekunden und Digitalagenturen bei ihrer Mobile Strategie sowie im Bereich Kooperationsmarketing & digitales Account/Projekt Management. Lilian ist zudem Autorin, Sängerin und Sprecherin und geschätztes Jurymitglied in verschiedenen Branchengremien.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen umfassenden Bericht der sich mit meinen Erfahrungen vor Ort deckt. Nur eine Sache habe ich ganz anders verstanden. Dein Zitat von Oliver Samwer ist leider sinnentstellend halbiert: Er sagte nämlich weiter, „… because 95% of the time I love what I am doing“. Und das ist imho ein sehr gutes Mittel um nie burn-out zu bekommen.

  2. Hallo Philipp, danke Dir herzlich für Dein Feedback und schön dass Dir unser Beitrag gefällt.
    Samwer’s Zitat ging in der Tat so weiter, wie Du es aufführst. „Sinnentstellt“ würde ich jedoch nicht sagen, da er generell das Thema von Ariana Huffington gar nicht aufgreifen wollte und eher abgetan hat. Dass BurnOut-Gefahren mit einer Zufriedenheit und Glücklichkeit im Job sicherlich geschmälert werden kann, stimme ich zu. Jedoch hatte Arianna Huffington selbst einen BurnOut obgleich sie vermutlich auch die meißte Zeit glücklich ist als erfolgreiche Herausgeberin ihrer Huffington Post. Es gibt also wie so oft verschiedene Blickwinkel auf die Thematik. Herzliche Grüße, Lilian

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