Interview: Billomat integriert Mobile Payment via iZettle

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Ende Mai veröffentlichte die Billomat GmbH, mit Firmensitz in Siegen/NRW, eine neue Version der Billomat App für mit Anbindung an iZettle. Diese ermöglicht es, Rechnungen aus Billomat direkt an zur Zahlung zu übergeben. mz sprach mit Markus Möller von Billomat über diese neue Funtktion.

mz: Seit Mai kann man Rechnungen aus der Billomat-App an die iZettle App übergeben, wie kam es zu dieser Idee?

Markus Möller: Als Anbieter einer webbasierten Fakturierungssoftware beobachten wir aufmerksam den Markt. Dabei suchen wir nach Lösungen, die jedem, der Rechnungen schreibt, das Leben einfacher machen. So sind wir unweigerlich auf iZettle gestoßen und haben den Nutzen für unsere Kunden erkannt: Wer Rechnungen schreibt, möchte natürlich auch Zahlungen komfortable entgegen nehmen. Kredit- und EC-Karten-Zahlungen sind zwar für den Endkunden attraktiv, stellten den Zahlungsempfänger aber bislang vor hohe Investitionskosten und einen Berg voller Papierkram.

Dabei ist es doch so einfach: Jeder Smartphone-Besitzer hat die nötige Hardware bereits immer bei sich. Mit den Apps von Billomat und iZettle können Rechnungen nun ganz bequem schnell am Point of Sale bezahlt werden.

mz: Der Vorgang setzt voraus, dass der Kunde direkt beim Rechnungsersteller, also dem Dienstleister bezahlt. Ist das nicht etwas kompliziert?

MM: Tatsächlich gibt es viele Branchen, bei denen die Zahlung nicht bei einem persönlichen Kontakt stattfindet. Oder bei denen zwischen Rechnung und Zahlung mehrere Wochen vergehen. Es gibt aber auch Anwendungsfälle, bei denen die Billomat-App eine bisherige Lücke schließt. Ein typisches Beispiel ist ein PC-Reparaturdienst. Ist der defekte Rechner repariert, kann der Dienstleister mit Billomat die Rechnung schreiben und der Endkunde bezahlt bei Abholung die Leistung mit Karte. Mit der App geht das nicht nur in Windeseile, auch der Vorgang wird automatisch in Billomat als bezahlt markiert. Der Rechnungssteller muss sich um nicht mehr kümmern, behält den Überblick und kommt obendrein schneller an sein Geld.

Ideal ist das System aber auch gerade bei allen Dienstleistern, die nur selten Zahlungen vor Ort entgegennehmen. Mit den bisherigen Lösungen war ein teures Kartenterminal nötig. Ist die Zahlung vor Ort eher selten, lohnte sich das nicht. Nun, ohne Fixkosten, ist das anders.

mz: iZettle ist einer von vielen Mobile-Payment Lösungen. Ist die Integration weiterer Anbieter geplant?

MM: Ja, die App, durch die mit Billomat erstellte Rechnungen mit iZettle bezahlt werden können, ist sicherlich nur der Anfang. Auch andere Anbieter im Bereich Mobile-Payment wie payleven, SumUp oder sind sehr interessant. Darüber hinaus tüfteln wir an neuen Wegen, wie Rechnungen auch dann schneller bezahlt werden können, wenn sich Rechnungssteller und Rechnungsempfänger nicht gegenüber stehen. Neue Bezahldienste und allen voran Mobile-Payment sind ein Dauerthema.

mz: Obwohl Mobile-Payment ein Dauerthema in Deutschland ist, scheint es noch nicht wirklich am Markt angekommen zu sein. Was ist aus Eurer Sicht der Grund dafür?

MM: Wie so oft hinkt der deutsche Markt dem Ausland ein wenig hinterher. Blickt man in die USA, sieht man, dass es auch anders geht. Ein Grund hierfür ist sicherlich die sprichwörtliche „German Angst“. Dies ist bedingt sogar verständlich. Schließlich ist der Transfer von Geld ein sensibles Thema. Deshalb war es uns besonders wichtig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, für den das Thema Sicherheit genau wie für uns im Mittelpunkt steht. Das Verfahren ist EMV-zugelassen und erfüllt die Anforderungen des globalen „Payment Card Industry Data Security Standard“ (PCI-DSS). Selbstverständlich ist der gesamte Datenverkehr SSL-verschlüsselt.

Wir sind uns sicher, dass auch der deutsche Markt die Vorteile von mobilen Bezahlsystemen erkennen wird und gehen hier gerne den ersten Schritt.

mz: Mit der kommenden SEPA-Verordnung wird das manuelle Bezahlen von Rechnungen für den Nutzer nicht unbedingt komfortabler, schließlich muss künftig eine 22 Stellige IBAN und 11 Stellige BIC angeben werden. Wie wollt Ihr den Prozess vereinfachen?

MM: Bereits seit 2011 können Billomat-Nutzer ihre Rechnungen automatisch mit dem BezahlCode versehen. Die Rechnung, die man online mit Billomat schreibt, besitzt dann einen kleinen QR-Code. Dieser enthält alle nötigen Informationen für die Überweisung und kann von der Banking-Software eingelesen werden. Der Endkunde muss also nur noch die Rechnung vor seine Smartphone- oder Webcam halten und eine TAN eingeben, Schon ist die Überweisung getätigt. Das schöne dabei: Da der BezahlCode SEPA-fähig ist, ist es egal, ob die Überweisungsdaten aus den herkömmlichen oder der langen IBAN/BIC-Daten bestehen.
Payment und die einfache Kommunikation zwischen Rechnungsersteller und Rechnungsempfänger sind die Themen, mit denen wir uns in naher Zukunft intensiv beschäftigen werden. Man darf gespannt sein…

Vielen Dank an Markus von Billomat für die Beantwortung der Fragen.

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Über Maik Klotz 23 Artikel
Maik Klotz ist Head of New Business bei einem der größten Software Anbieter in Deutschland mit Schwerpunkt auf mobile Apps im Bereich Finanzen. Seine Stationen sind vielfältig: Produktmanager, Business Development Manager, Design Strategist und CEO. Maik Klotz ist ein Produktmensch, mit Fokus auf den Anwender.

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