Datenschutz-Aspekte und Autonomes Fahren: Wie kommen beide zusammen?

Deutschlands Automobil-Branche ist gefordert, mehr zu wagen

Eine autonome S-Klasse auf Testfahrt. Datenschutz-Aspekte sind wichtig.
Quelle: Mercedes

Datenschutz-Aspekte werden aktuell vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) in Bezug auf die EU-Kommission kritisiert. Genauer geht es um eine Vorlage, dass die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen betreffend des Sicherheitssystems weit übertrieben ist. Das Ziel, die Verkehrssicherheit zu verbessern, sei zufriedenstellend. Dass es aber zwingend sei, vernetzte Automatisierungssysteme einzubauen, verletze das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung.

Genauer kritisieren die Verbraucherschützer, dass neue Fahrzeuge mit solch einem Gerät eine “ereignisbezogene Datenerfassung” besitzen müssen. Dieses System würde laut den Verbraucherschützern weniger dazu beitragen, zur Sicherheit im Verkehr beizutragen, vielmehr den Fahrer gläsern machen. Für Haftungsfragen kann dies nützlich sein. Doch bleibt es fraglich, ob sich ein Präventions-Effekt einstellt. Ein Unfalldatenspeicher generiert eine riesige Menge an Daten. Bei wem sie letztlich landen, ist unklar. (Händler, Autobauer, Werkstätten)

VW steigt bei Digital-Unternehmen ein

Datenschutz-Aspekte sind wichtig. Klare Verhältnisse zu schaffen, liegt auch im Interesse der deutschen Auto-Branche, um die Weiterentwicklung autonomer Fahrzeuge zu gewährleisten. Volkswagen hat gerade erst beschlossen, unter dem Namen We Share ihre Carsharing-Flotte in Europa wie Nordamerika auszubauen. Weiterhin rüstet VW in Sachen Digitalisierung auf. Nach Microsoft arbeitet der Konzern nun mit Digital-Dienstleister Diconium in Stuttgart zusammen, nachdem er 49 Prozent der Anteile erworben hat. Laut VW ist es das Ziel, den Autokäufern künftig in vollvernetzten Fahrzeugen alle möglichen Dienste schnell und kabellos zu Verfügung stellen. Darunter auch Automatisches Bezahlen.

Deutsche Konzerne setzen vermehrt auf autonomes Fahren

Der deutsche Markt besitzt mit seiner Auto-Branche nicht nur die Anforderung, sondern das Potential, am Weltmarkt mitzumischen, um zukunftsfähig zu bleiben. Zukunftsforscher sehen Deutschland 2030 gänzlich im Zeichen autonomer Fahrzeuge, die unser Stadtbild prägen werden. Wo jetzt noch Skepsis herrscht, wie sicher autonomes Fahren ist, werden sich Menschen im Jahr 2030 die Frage stellen, wie man sich während der Fahrt die Zeit vertreibt. Auch andere Entwicklungen deutscher Konzerne zeigen auf, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Neben VWs We Share testet Daimler und Bosch beispielsweise aktuell eine autonome S-Klasse in San José, um 2019 so einen Taxi-Dienst zu etablieren.

Datenschutz-Aspekte dürfen nicht Hindernis sein

Insbesondere für die IT-Branche bietet das autonome Fahren Möglichkeiten, Ideen und Projekte bei den großen Automobil-Konzernen zu realisieren. Letztere suchen intensiv nach Experten, um den Wandel hin zu autonomen Fahren sowie alle Dienste, die damit zusammenhängen, weiter voran zu treiben. Auch andere Technologien wie Blockchain, Mobile Payment und Künstliche Intelligenz sind mit der Vision Autonomes Fahren verbunden.

Sicherheitsaspekte beim autonomen Fahren müssen derart Beachtung finden, dass kein Daten-Monopol entsteht, deren Endverbraucher und Nutzung nicht zurückverfolgt werden kann. Zugleich darf Skepsis den Fortschritt nicht behindern.

Über Carsten Thomas 236 Artikel
Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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