Automatisierung der Arbeit bis 2030: Ein Drittel der Erwerbstätigen wird arbeitslos

Eine düstere Prognose zur Zukunft der Arbeit

Quelle: Gerd Altmann, pixabay

Laut einer Studie von McKinsey werden massive staatliche Maßnahmen erforderlich sein, um den kommenden Herausforderungen der Automatisierung Herr zu werden. Trotz der optimistischen Züge des Berichts in Bezug zu Automatisierung sollen bis zu 800 Millionen Menschen, darunter ein Drittel der Erwerbstätigen in den USA und Deutschland, bis 2030 arbeitslos sein.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Weltwirtschaft in der Lage sein wird, die verlorenen Arbeitsplätze dank Automatisierung zu ersetzen. Problematisch wird es allerdings sein, die vielen Arbeitslosen in neue Jobs zu integrieren. Hierfür werden entsprechende Schulungsmaßnahmen von Nöten sein. Michael Chui, Hauptautor des McKinsey-Berichts, spricht von einer Mammutaufgabe, vergleichbar mit dem Marshall-Plan.

Die Hälfte der Arbeitslosen wird völlig neue Jobs finden müssen

Weiterhin kommt der Think Tank hinter der achtmonatigen Studie des McKinsey Global Institute zu dem Ergebnis, dass rund die Hälfte, die ihre Arbeit verlieren werden – das sind etwa 375 Millionen Menschen – völlig neue Jobs werden finden müssen. Ihre alten Jobs existieren entweder nicht mehr oder es werden weitaus weniger Arbeitnehmer benötigt. Die chinesische Bevölkerung wird dabei den höchsten Grad an Umstrukturierung erfahren. 100 Millionen Menschen, also 12 % der 2030 im Land beschäftigten Arbeitskräfte, werden ihren Beruf wechseln müssen.

Die Studie vergleicht die gewaltige Übergangsphase in der Arbeitswelt mit der industriellen Umstrukturierung in den USA in den frühen 1900er Jahren. Der Unterschied liegt jedoch im Alter. Es waren damals junge Menschen, die ihren Betrieb auf dem Land verlassen haben, um Arbeit in den Städten zu finden. Beim anstehenden Wandel durch die Automatisierung der Arbeit geht es jedoch um Mitarbeiter mittleren Alters. Der Bericht betont, dass es nur wenige Präzedenzfälle in der Geschichte gibt, in denen Gesellschaften eine so große Zahl von Menschen ab 30 und mehr Jahren erfolgreich umgeschult haben.

Entschleunigung ist der falsche Weg

Der Übergang in eine automatisierte Gesellschaft wird uns demnach vor größere Aufgaben stellen, als bisher gedacht. Und ebenso vor Entscheidungen, die wir bereits jetzt treffen müssen. Michael Chui empfahl in der Studie, mehr Investitionen in Infrastruktur zu wagen. Falsch wäre es hingegen, die Einführung von KI, Robotik oder Industrie 4.0 zugunsten der Situation der Arbeiter zu vernachlässigen. Vielmehr sollte man die Entwicklung sogar noch beschleunigen. Denn längerfristig würde sich eine Verlangsamung der Technologien nachteilig für die Unternehmensdynamik und den Wirtschaftswachstum auswirken.

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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