Apple vs Amazon vs Google: Buhlen um Mobile Games

Nintendo vs Sega, XBox vs Playstation… Es ist der altbekannte Kampf um die Erstveröffentlichungsrechte, der nun auch die Mobile Games Branche eingeholt hat. Eine Plattform ist bei Gamern um so beliebter, je eher sie heiß erwartete Titel darauf spielen können.

Nun berichtet das Wallstreet Journal, dass hinter den Kulissen des App Stores, und die selben Strategien angewendet werden und die Spieleentwickler für sich eingenommen werden. Demnach fordern die Shops von den Entwicklern die Veröffentlichung exklusiv für ihre eigene Plattform und wenn  – wie in den meisten Fällen – eine Multiplattformstrategie der Publisher und Entwicklerstudios gefahren wird, dann doch zumindest einen zeitlichen Wettbewerbsvorteil, wonach das Mobile Game auf den Konkurrenzplattformen erst Wochen oder gar Monate später veröffentlicht werden soll.

Im Gegenzug bieten die Verkaufsplattformen eine erhöhte Aufmerksamkeit in den Stores, z. B. durch gefeaturete Apps auf dem Homescreen oder als „Highlight“ vermarktete Kostenloswerbung.

So wurden z. B. bekannte Titel von EA oder ZeptoLabs („Cut the Robe“) in Apples tagelang besonders angepriesen. Auch Discounts bei In-App-Käufen wurden z. B. von gegenüber dem Softwarehaus Game Insight als finanzieller Anreiz für die Erstveröffentlichung ausgehandelt.

Stellung wurde zu dem Wallstree Journal Bericht keiner der Beteiligten nehmen, allein Amazon bekannte:

Wir arbeiten mit vielen Entwicklern daran, ihre Apps im Amazon Store zu veröffentlichen, einige von ihnen exklusiv für unseren Store

So schön der Vorteil für die Entwicklungshäuser natürlich ist, so sehr leiden natürlich die User darunter. Nicht nur, dass diese Bevorzugung die Entwicklung von ganzen Serien und Sequels fördert und Neuerscheinungen längerfristig verhindert, auch werden Fans der lang erwarteten Spiele auf Grund ihrer Plattform künstlich benachteilt.

Gut, das ist in der Branche leider so üblich, allerdings stellt sich die Frage, ob man Nutzer wegen einzelner Games zu Preisen von oft maximal 5 € tatsächlich längerfristig zu Wechsel eines Betriebssystems verleiten kann oder ob die Bemühungen nicht zu viel der Mühe sind.

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Über Patrick Voelcker 32 Artikel
Patrick beschäftigt sich beruflich und privat seit 2005 neben der Webprogrammierung auch mit der Entwicklung von Mobile und Native Apps. Er ist Rich Media Innovation Specialist bei Google und Autor des Buches "Spiele programmieren für iPhone und iPad" (dpunkt-Verlag). Außerdem ist er Gastdozent an der Popakademie Baden-Württemberg und der Filmschule Köln. Auf Mobile Zeitgeist schreibt er dementsprechend hauptsächlich über Trends und Entwicklungen in Mobile Entertainment [XING]

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