AMB 2018 Stuttgart: Branche der Metallverarbeitung setzt auf Digital Way

Internationale Vertreter der Metall-Branche stellten sich vor

Quelle: Messe Stuttgart

Größer, schneller, weiter – Superlative hörte man zuhauf bei der AMB 2018 Stuttgart, die vom 18. bis 22. September in stattfand. Die Internationale Ausstellung für die metallverarbeitende Industrie präsentierte sich 2018 mit 1553 Ausstellern auf 120.000 Quadratmetern. Die Big Player der Branche gaben Einblick in ihre Produktion und zeigten mit Innovationen auf, wohin die Zukunft geht.

Industrie 4.0 bleibt der Treiber

Während man sich im Messetrubel auf dem Stuttgarter Messegelände treiben ließ, wurde einem schnell klar, dass es die bekannten Themen sind, welche die Branche bewegt. Und auf welche die Unternehmen reagieren müssen. Von Fachkräftemangel, über das Einhalten eines Qualitätsstandards ist die Digitalisierung der Bereich, an dem keiner mehr vorbeikommt. Die 2018 Stuttgart stellte sich dieser Herausforderung mit einem als “Digital Way” bezeichneten Messebereich, wo ein Kongress mit 36 Vorträgen das Thema veranschaulichte. Industrie 4.0 bleibt nach wie vor Ziel und Voraussetzung, um international bei der digitalen Wende der Produktionsprozesse mitmischen zu können. Doch statt schön designten Modellen und Demos konnte der Besucher auf der 2018 in Showcases, beispielsweise von Gewatec Lernfabrik und der Elabo Smart Factory, live erleben, wie Industrie 4.0 mit der Vernetzung aller Arbeitsbereiche funktioniert.

Werkzeugmaschinenhersteller im stylischen Auftritt

DMG Mori zeigte seine Produkte in einem modernen, ansprechendem Ambiente, das an die Kulisse einer Apple Keynote erinnerte. In einer moderierten Vorführung wurde eine vollständige Automatisierungs- und Technologielösung, von der Planung, Produktion bis zum Service, auf dem großen Screen vorgeführt. Den Besuchern war es möglich, die “digitalen Fabrik” live auf dem Messestand anhand der CNC-Werkzeugmaschinen von DMG Mori zu begutachten. Die Präsentation, die den Besuchern das Gefühl vermittelte, das Automation und Industrie 4.0 nicht nur beworben, sondern auch umgesetzt wird, kann als Beispiel dafür dienen, wie die Zukunft der Arbeit aussieht.

In Richtung Zukunft mit jungen Leuten

Neben der vierten industriellen Revolution beschäftigte die metallverarbeitende Industrie auch der Nachwuchs. Außer Geschäftskunden waren auch junge Menschen Zielpublikum, um sie für die Branche zu begeistern. Neben der WorldSkills Germany, die den nationalen Vorentscheid im Wettkampf junger Zerspaner und Mechaniker auf der AMB 2018 Stuttgart austrug, gab es einen eigenen Bereich, der sich nur den Jugendlichen widmete, die sich an vielerlei Maschinen unter fachlicher Betreuung ausprobieren konnten.

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Auch 3D Druck ist kein Buzzword mehr, das viele Unternehmen gerne für ihre Zukunfts-Agenda anführen. Viele haben es bereits in den Produktionsablauf integriert. Die additive Fertigung mit Metallwerkstoffen wurde beispielsweise bei der EMAG Gruppe durchgeführt. Sogenanntes 3D-Metal-Print stellte dabei einen der innovativsten Technologiezweige dar. Wo Innovationen sind, ist auch Virtual Reality nicht weit. Auch auf der AMB 2018 Stuttgart gab es an vielen Ständen klobige VR-Brillen, beispielsweise von HTC Vive oder Oculus Rift. Diese wurden oft im Zusammenhang mit CAD-Programmen vorgestellt. Die Gestaltung von 3D-Modellen von Produkt-Teilen in einer virtuellen Umgebung wurde live vorgeführt, nicht wenige Besucher setzten sich auch selbst solch eine Brille auf, um das Ganze auszuprobieren. Für die meisten war es wohl einfach eine Spielerei, dennoch nimmt VR einen entscheidenden Anker im Produktentwicklungsprozess der Zukunft ein. Die räumliche Wahrnehmung und das Austesten der zusammengesetzten Komponenten im virtuellen Raum eröffnet völlig neue kreative Möglichkeiten.

Die AMB 2018 zeigte in ihrer Gesamtdarstellung, dass entscheidende Wege in Hinblick der Weiterentwicklung von Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeugen, Messtechnik und Qualitätssicherung, Roboter sowie Industrial Software & Engineering eingeschlagen wurden und man sich für die Digitalisierung bereit macht.

 

Carsten Thomas
Über Carsten Thomas 15 Artikel
Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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