Alexa, Siri, Google und Cortana: Die moderne Frauenbewegung als Sprachassistent

Darum sind Frauenstimmen beliebter

Quelle: Unsplash, Andres Urena

Neben den großen Fragen, die uns bei den digitalen Sprachassistenten bewegen, ob es die Technologie der Zukunft ist, ob wir alle Sprachbarrieren überwinden werden oder ob es der finale Schritt zur Überwindung der Mensch-Maschine-Schnittstelle ist, übersehen wir zahlreiche andere Punkte. Diese wirken auf den ersten Blick unscheinbar, erweisen sich jedoch als hochbrisant. Genauer geht es um folgende Frage: Warum sind denn alle Sprachassistenten eigentlich SprachassistentINNEN?

Egal, ob ich sinnvolle und sinnentleerten Fragen stelle, antworten mir , , und stets als Frau. Ist es das Ziel der großen Tech-Konzerne uns zukünftig allen beste Freundinnen  zu verpassen? Eher weniger. Die Gründe für diese weibliche Bewegung sind hauptsächlich psychologischer Natur.

Auf Mann umstellen: Fehlanzeige!

Zunächst einmal sind Sprachassistenten keine Menschen. Es erscheint obsolet, dass dies erwähnt werden muss. Doch im weiteren Verlauf dieses Artikels wird erkennbar, dass dies doch nicht so eindeutig ist. Fakt ist: Amazons Alexa und Googles klingen ausschließlich weiblich. Apples Siri und Microsofts Cortana lassen sich zwar auf männlich umstellen, doch die Ergebnisse sind gerade bei Windows eher bescheiden. Die Umstellung bei Windows 10 gestaltet sich beispielsweise ziemlich mühevoll. Obwohl Windows anschließend in Anwendungen und selbst männlich spricht, bleibt der Sprachassistent von Microsoft weiterhin Cortana mit weiblicher Stimme.

Darum muss es eine Frau sein

Die Befürwortung von Frauenstimmen liegt zumal an dem einfachen Grund, dass Menschen, unabhängig vom Geschlecht, lieber Frauen zuhören, wenn es computergenerierte Stimmen sind. Weibliche Stimmen klingen wärmer und wecken Assoziationen zu Liebe, Beziehung und Vertrautheit. Womöglich spielt auch die Stimme der Mutter eine Rolle, die uns in den Ohren liegt und in uns diese entsprechende Gefühle erzeugt.

Männer verkünden die Apokalypse

Im Gegensatz zur freundlichen Frauenstimme weist die Männerstimme in Hinblick auf Computerstimmen kulturell eine andere Prägung auf. Oft wird diese medial mit Angst in Verbindung gebracht. Die Furcht vor der Künstlichen Intelligenz bringt man beispielsweise vorrangig mit einem Mann in Verbindung. Dystopische Filme wie “Matrix” oder “Terminator” oder HAL-9000 aus “2001: Odyssee im Weltraum” beinhalten beispielsweise eine männliche Stimme, die als böse aufgefasst wird. Dieses Risiko mag dafür ausschlaggebend sein, dass große Tech-Konzernen wie Google, Amazon, Microsoft oder Apple ihren Nutzern keine Männerstimme aussetzen wollen.

Ein YouTuber hat diesen Gedanken aufgegriffen und ein Video dazu gemacht. Was wäre, wenn die berühmte KI Hal-9000 aus “Odyssee im Weltraum” Alexa wäre? Hier das kuriose Ergebnis.

If was Amazon.com's Alexa

Carsten Thomas
Über Carsten Thomas 15 Artikel
Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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