Virtueller Supermarkt am U-Bahnsteig – Mobile Shopping on the Go

virtueller supermarkt

Das Leben in der Großstadt kann schon anstrengend sein, insbesondere wenn man seine täglichen Einkäufe mit Bus & Bahn heim bringen muss. Wie man das Alltagsleben durch innovative mobile Services „einfacher und besser“ machen kann, zeigt das Angebot von Tesco in Südkorea (Homeplus).

Anstatt nach der Arbeit in den Supermarkt zu gehen, dort an der Kasse anzustehen und auch noch alles bis in eigene Heim tragen zu müssen, kann man nun in der U-Bahn Station „on the Go“ einkaufen. Die Südkoreaner lieben es und immer mehr Kunden schätzen das „e-grocery shopping“. Ist dies auch eine alternative Einkaufsvariante für Deutschland?

Shoppen mit

Die virtuellen Supermärkte befinden sich direkt auf dem U-Bahnsteig. Poster in beleuchteten Vitrinen stellen die üblichen Regale mit Produkten wie im Supermarkt nach und sehen sehr real aus. Neben jedem Produkt findet sich ein QR Code, den es nur zu scannen gilt und schon ist der Artikel im Einkaufskorb. Während man also auf die Bahn wartet, wird das Einkaufen einfach nebenbei erledigt. Zuhause angekommen, werden die Waren alsbald geliefert. Klingt gut, nicht?

Ein vergleichbares Angebot, allerdings mit Tags anstatt von QR , hat auf der Messe Cartes & Identification im November gezeigt. Die Ausstattung hat noch den Charakter eines Prototyps, das Warenangebot sieht nicht wie echt aus, aber die Funktionalität ist dieselbe. Die NFC-Technologie erspart sogar das umständlichere scannen der Produkte, ein „Tap“ genügt.

Mehrwert und Bequemlichkeit

In riesigen Großstädten ist dies ein echtes Mehrwert-Angebot. Wenn so viele Menschen auf einem Fleck leben, dass Auto fahren quasi unmöglich wird. Wenn die täglichen Wege in den öffentlichen Verkehrsmitteln ermüdend sind und die Arbeitszeiten lang. Wenn die Lieferung prompt zur vereinbarten Zeit kommt und eine ausreichende Auswahl zur Verfügung steht. Dann ist mit einem solchen Angebot schnell eine kritische Kundenmasse zu erreichen.

In Deutschland sinnvoll?

Aus eigener Erfahrung könnte ich mir diesen Service in einer komprimierten Stadt wie Paris gut vorstellen – insbesondere weil der sofortige Lieferservice (ohne Vorankündigung) eh schon von allen Supermärkten angeboten wird. Ob das in Deutschland auch so funktionieren könnte? Welche Stadt/Städte würden hierfür in Frage kommen? Da bleibe ich erst mal noch etwas skeptisch.

Auch wenn Shopping via QR Codes in einer Vitrine bereits von manchen Einzelhändlern getestet wird, ist es vor allem der fehlende spontane Lieferservice der Supermärkte der mich zweifeln lässt. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Lieferung des Supermarkts nach Hause zum Kunden noch zu wenig verbreitet. Und nur wenn das mobile Scan-Shopping mit einer reibungslosen Abwicklung integriert ist, sehe ich gute Erfolgschancen für den alltäglichen Lebensmitteleinkauf.

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Über Maike Strudthoff 93 Artikel

Maike Strudthoff ist Innovation Coach, Autorin und Speaker. Ihre Spezialisierung: Digital Services Innovationen und Customer Centricity. Sie hilft Unternehmen die Zukunft zu antizipieren und Veränderungen umzusetzen, u. a. durch Workshops, Ideation, Events, Benchmarks, usw. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maike@jump-next.com

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