Studie: Religion und Sex schlechte Werbeumfelder

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Jeden Tag konsumieren wir Online-Inhalte, zunehmend auf mobilen Endgeräten wie dem . Unsere Erwartungshaltung an solche Inhalteangebote sind hoch, sowohl was den Content selbst angeht als auch Technik und Design. Neben den eigentlichen Inhalten der Publisher erleben wir auch immer mehr Display-Advertising, das zumeist in enger Verbindung zu den eigentlich von uns gewünschten Inhalten steht. Doch wie beeinflussen sich diese beiden Bereiche – Inhalte und Werbung – aus Sicht der Nutzer?

Dieser Frage ist der Mobile Advertising Anbieter Widespace in einer Studie nachgegangen, die im März 2015 in Schweden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland von Interrogare unter 800 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Hohe Erwartungen

In allen Ländern sind die Erwartungen an mobile Webseiten und sehr hoch. Gute Performance und geringe Seitenladezeiten sind für über 80 Prozent (in Deutschland sogar 88%) der Nutzer sehr wichtig. Gute Usability und ebenso gutes Design gehen mit relevanten und aktuellen Inhalten Hand in Hand.

Aus diesen Gründen werden große, internationale Webseiten wie Facebook, Google oder Amazon als Premium-Seiten angesehen. In den Augen der Befragten sind diese Webseiten und Apps einfach zu bedienen und liefern den richtigen Content zur richtigen Zeit.

Schaden für Marke durch Umfeld?

Werbetreibende Unternehmen haben oftmals Bedenken, dass ein schlechtes Inhalte-Umfeld auf sie und ihre Werbung zurückfallen könnte. Über alle Länder geben die Daten dieser Studie diesen Befürchtungen neue Nahrung, denn mehr als die Hälfte aller Befragten stimmten zu, dass eine schlechte Webseite oder App negative Einflüsse auf die Marke hätten. Die Deutschen sind an dieser Stelle mit nur 49 Prozent Zustimmung im Vergleich zu den anderen Ländern (UK 68%, Frankreich 63%, Schweden 54%) eher gelassener.

Bei den als nicht-angemessenen Werbeumfeldern kamen im Rahmen der Studie recht interessante Ergebnisse zu Tage. Sind für die Deutschen (56%) und Schweden (76,5%) extrem religiöse Umfelder unangemessen, so sind es bei den Franzosen (58%) und Briten (52%) eher Seiten mit sexuellen Inhalten. Diese Seiten wiederum beunruhigen die Deutschen wenig, nur 28 Prozent sehen diese als unangemessen an. Religion, Sex, Politik, Glücksspiel und Alkohol belegen in allen Ländern die vorderen Plätze.

Mobile Werbung wenig Akzeptanz

In Deutschland besteht grundsätzlich eine geringe Akzeptanz von Online-Werbung und hier erreicht die Werbung in mobilen Applikationen mit 35 Prozent den geringsten Wert gegenüber Mobile und Desktop Web mit jeweils 38 Prozent, Radio  41, TV 44 und Print 47 Prozent. Insgesamt ist nur in Schweden die Akzeptanz von Werbung noch schlechter.

Wenn es um personalisierte Werbung geht, ist auch den Deutschen (64%) wichtig, dass sie die Kontrolle darüber haben, ob sie die Werbung erhalten oder nicht. Nur die Briten (65%) sind hier noch strenger, Schweden und Franzosen hingegen stellen hier geringere Anforderungen (55%).

Zahlbereitschaft weiterhin gering

68 Prozent der befragten Deutschen akzeptieren Werbung, wenn sie dafür die Inhalte kostenfrei erhalten (UK 71%, Frankreich 66%, Schweden 54%) und mit 42 Prozent halten im Ländervergleich die meisten Premium-Seiten oder -Apps mit einer Bezahl- oder Subskriptionsschranke für gerechtfertigt (UK 40%, Frankreich 32%, Schweden 24%).

Geht es jedoch um die Zahlbereitschaft, fallen die Deutschen wieder hinter die Briten zurück. Nur 37 Prozent sind bereit, für Premium-Inhalte ohne Werbung zu bezahlen (UK 39%, Frankreich 32%, Schweden 27%).

Beitragsbild: Shutterstock

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Über Heike Scholz 422 Artikel

Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Köpfen der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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