SMS mit beliebigem Absender verschicken – harmloser Spaß?

SMS mit beliebigem Absender

Ich bin heute auf einen äusserst dubiosen -Dienst aufmerksam gemacht worden, SMSHut.de. Dort kann man verschicken und den Absender maskieren, d.h. es ist möglich, einen beliebigen Absender einzugeben und sich somit als jemand anderes auszugeben. Auf der Webseite liest man so schöne Dinge wie „Verarsche Deine Freunde“. Was dort genau geht wird offen gesagt: „…ändere selbst den Absender…und Deine Freunde erhalten Nachrichten von Stars oder anderen Personen, die die nie geschrieben haben.“

Natürlich findet sich weder im Impressum noch auf der Kontakt-Seite auch nur irgend eine Angabe zum Betreiber der Webseite. [Satz gelöscht. Richtiger Hinweis in den Kommentaren.] Auch die AGB von smshut.de sind mehr als mangelhaft. Gerichtsstand ist übrigens Bangkok (Thailand).

Es gibt auch noch einen weiblichen Avatar, dem man Fragen stellen kann. Also mal „Gesetz“ eingegeben. Anwort: „Darüber hat man mir noch nichts beigebracht.“ Na, das will ich glauben. Bei der Frage nach „Polizei“ leitet der Avatar einen gleich an Google weiter, denn dort würde man mehr über „Polizei“ erfahren können. War irgendwie klar, oder?

Mag ein solcher Dienst auf den ersten Blick wie ein harmloser Scherz wirken, so finde ich so etwas sehr bedenklich. Denn dieser Service macht nicht die eigene Absenderkennung unsichtbar, sondern ermöglicht auf einfachste Art und Weise beliebige Rufschädigungen. Wenn der Chef plötzlich schlüpfrige Nachrichten an eine Mitarbeiterin schickt, die angebliche Geliebte sich bei der Ehefrau meldet oder ganze Beziehungen beendet werden, dann ist das alles nicht mehr lustig. Und ich habe noch nicht einmal angefangen, mir über andere Szenarien Gedanken zu machen. Oder sehe ich das zu eng? Ist das doch alles nur ein Spaß? Was meint Ihr?

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Über Heike Scholz 422 Artikel

Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Köpfen der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

8 Kommentare

  1. Der König ist Tot, es lebe der König. smshut scheint es nicht mehr zugeben, dafür wohl jetzt smsfaken.de Scheint wohl noch immer diese Lücke zu geben.

  2. Spam, na klar ist nicht gut, gefährlich und verboten. Aber eins muss an dieser Stelle auch genannt werden: Bei einem E-Mail Client wie Outlook kann man ebenso jede mögliche Absenderadresse setzen und dann kostenlos im falschen Namen E-Mails versenden. Man kann sogar auch die Uhrzeit des OS so anpassen, dass die E-mail ein falschen Zeitstempel erhält. Dies ist zum Beispiel bei Kündigungsschreiben relevant… Nur so zum allgemeinen Verständnis. Da die E-Mail ja immer mehr mobil wird passt das Thema auch in dieses Forum!

  3. Ist natürlich schon traurig, dass hinter dieser Aktion ganz offensichtlich ein Anbieter eines SMS Newsletter-Tools steckt, denn sein eigenes Produkt so in den Misskredit zu bringen zeugt schon von reichlich kurzftisiger Denke. Man lasse das Thema nur einmal durch die Presse gehen und schon schalten die Marketingverantwortlichen diverser Unternehmen bei den Worten „SMS, Mobile, Handy“ schon wieder komplett auf Durchzug. Ich finde, dass das Ganze ziemlich hart an der Anstiftung zum Betrug liegt und denke, dass ist auch der Grund für die abenteuerlichen Adresse in Impressum. Man stelle sich vor, ich kenne das Format von Kontostands SMS oder anderen sensiblen Themen meines Ex-Partners……

  4. Hallo,

    wir diskutieren bei antispam.de auch garede über diesen Anbieter. Die Firma ist übrigens anscheinend in Rekordzeit von Bangkok nach Cayman Island umgezogen, jedenfalls wurde das gestern oder heute in den AGB und dem Impressum entsprechend angepaßt. Interessant ist, daß alle Wege nach Neunkirchen führen – nur das Impressum und die AGB ins Urlaubsland.

  5. Leider ist das bei fast allen SMS-Gateways möglich, also diese Gateways akzeptieren über die API jegliche Absenderkennung ohne diese vorher einmal dafür erlaubt zu haben.
    Traurig aber wahr, SMSHut ist also nur die Spitze des Eisberges welche diesen Misstand noch vermarktet.

  6. „Laut Denic gehört die Domain smshut.de einem […]“
    Und laut den Nutzungsbedingungen denen man vorher zustimmt darf man die whois-Daten für sowas nicht benutzen.

    Ab davon: Auf Briefe kann ich auch einen anderen Absender schreiben. Mails kann ich mit anderem Absender versenden. Und?

  7. Nicht, dass ich es gutheißen will – aber über den SMS-Manager von GMX ging das früher auch problemlos. Man konnte (alternativ zur eigenen Handy-Nummer) Text oder Zahlen als Absenderkennung eintragen.
    Ich weiß nicht, ob dies noch möglich ist, bin zu GMail gewechselt :)

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