Report: ‚Zukunft der Mobilität 2020‘

zukunft der mobilität

Heute einmal ein Blick in eine andere Untersuchung und zwar in den Report „Zukunft der Mobilität 2020“ von Arthur D. Little, der nach Anmeldung kostenfrei bei ADL herunter geladen werden kann.

Untersucht wurde hier nicht der Telekommunikations- sondern der Automobilmarkt. Interessant sind dennoch auch für uns Mobilisten einige Dinge.

So hat ADL ein Clustering unterschiedlicher Mobilitätstypen vorgenommen, die so oder so ähnlich auch für die Mobilfunkmärkte erstellt werden könnten.

Die in der Verteilung drei größten Typen:

High-Frequency Commuter

Hochfrequente Mobilität wird bis 2020 weiterhin ein Zeichen für Wachstum und gute Geschäfte sein. Unterwegs sein heißt im Geschäft sein, heißt am globalen Wohlstand teilhaben. Die High-Frequency Commuter sind hochgradig mobile Jobnomaden, die permanent auf dem Weg zu Kunden, Geschäftspartnern und temporären Projekten sind.

Die Bedürfnisse des High-Frequency Commuter verlangen nach netzwerkartigen Konzepten, die mehrere Mobilitätsdienstleistungen intelligent kombinieren. Mit Hilfe moderner digitaler Vernetzungsmöglichkeiten werden sich die High-Frequency Commuter spontaner und kurzfristiger in Fahrgemeinschaften organisieren bzw. eine hohe Affinität gegenüber Carsharing- und kurzzeitigen Mietwagenangeboten entwickeln.

Das Auto wird für den High-Frequency Commuter deshalb tendenziell künftig eine komplementäre Rolle einnehmen, die an den Schwachstellen des öffentlichen Verkehrs ansetzt. Diesem wird vor allem in den Regionen mit einer großen Bevölkerungsdichte eine noch zentralere Funktion für den Pendlerverkehr zukommen.

Silverdriver

Silver Driver sind eine neue Generation älterer Menschen, die als Zielgruppe auf den Mobilitätsmärkten der Zukunft immer wichtiger werden. Die Silver Driver konsumieren gern, sind mobil, vielseitig interessiert und ausgesprochen aktiv in ihrem Freizeitleben. Silver Driver sind nicht nur gut situiert, sie sind vor allem auch bereit, ihr Geld auszugeben, anstatt es zu sparen.

Frei nach dem Motto „Wer spart, hungert bloß für die Erben“ kurbeln sie den Konsum an – gerade auf den Mobilitätsmärkten. Als Mobilitätskonzepte kommen für den Silver Driver v. a. Fahrzeuge in die engere Auswahl, die zwar einerseits ihr Bedürfnis nach Komfort bedienen, dies aber keineswegs vordergründig in Form einer biederen Seniorenlimousine verpacken.

Greenovator

Der wohl dominanteste unter den Mobilitätstyp für die Triade Märkte wird durch den Greenovator repräsentiert. Er wird 2020 in den Triade Märkten knapp 30 % des gesamten Automobilmarktes darstellen. Der Greenovator verbindet Umweltbewusstsein und einen nachhaltigen Lebensstil unmittelbar mit Lebensqualität. Zurückhaltung in Konsum und Luxus stellt für ihn einen wesentlichen Teil seines Kultur- und Lebensverständnisses dar – mit entsprechenden Konsequenzen für seinen Mobilitätskonsum.

Für den Greenovator sind vorwiegend intelligente und nachhaltige, teilweise sogar asketische Fahrzeugkonzepte von Interesse. Er definiert sich gegenüber seinem soziologischen Umfeld nicht zuletzt durch den Gebrauch nachhaltiger Produkte und interpretiert somit Fahrzeugprestige für sich neu. Die Ansprüche, die Greenovators an Mobilitätsprodukte und -services stellen, werden damit komplexer. Greenovators wollen ganzheitliche ökologische Mobilitätskonzepte, die auf das persönliche Wohlbefinden und das Wohl der Gesellschaft ausgerichtet sind.

Die Greenovatoren sind sicherlich bei den Mobilfunknutzern noch in der Minderheit, aber auch hier wird das Umweltbewußtsein weiter steigen und Einfluss auf die Auswahl der Endgeräte, Netzbetreiber und Services haben.

Eine weitere Passage fand ich interessant:

Erste Anzeichen im Automobilmarkt: „Kuruma Banare“ in Japan

Seit Jahren ist in Japan ein Trend zur fallenden Bedeutung des Fahrzeugbesitzes zu erkennen, den die Japaner „Kuruma Banare“ nennen, was übersetzt etwa Demotorisierung heisst. Fahrzeuge verlieren zusehends ihre Rolle als Statussymbol gegenüber Smartphones, Netbooks etc. Diesem Trend folgend geht die Fahrzeugindustrie neue Wege, um Mobilität zu vermarkten und neue Umsatzströme zu generieren.

Die Nutzung von Car-Sharing hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht und auch OEMs wie Toyota oder Mazda starten in diesem Zusammenhang Pilotprojekte, die staatlich stark gefördert werden. Für Toyota spielt das Geschäftsfeld -Kommunikation/Telematik eine wachsende Bedeutung als Basis für neue Services während des Fahrzeugbesitzzyklus und damit Umsatzströme rund um die Themengebiete Sicherheit, Komfort (, Media-on-demand, Connectivity) und Nachhaltigkeit.

Darüber hinaus investiert Toyota in den Bereich Robotik, um damit völlig neue Produktkonzepte für Kurzstreckenmobilität innerhalb der Stadt oder in Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln anbieten zu können. Vor dem Hintergrund des aktuellen Marktdrucks gehen manche japanische Hersteller sogar noch weiter. So diskutieren die Strategen bei Nissan, ob sich der Konzern nicht auf Entwicklung, Design und Marketing konzentrieren und die Fertigung an Auftragsfertigern in Billiglohnländern vergeben sollte.

Das als Statussymbol ist ja auch erheblich besser, denn es bleibt weder zu Hause oder auf dem Parkplatz stehen sondern ist jederzeit zum Angeben dabei. Nun ist es nur noch ein kleiner Sprung vom PKW-Leasing, über das Car-Sharing hin zum -Leasing. Bei Preisen von über 800 Euro für ein angesagtes Smartphone nicht wirklich abwegig. In unserem Podcast hatte Marco ja schon erzählt, dass in Japan die ersten Leasingangebote auf dem Markt sind.

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Über Heike Scholz 422 Artikel

Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Köpfen der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

3 Kommentare

  1. Super, vielen Dank fu00fcr diesen super Artikel. Ich bin immer an Tankstellen interessiert. Ich finde das alles total nu00fctzlich, wie beispielsweise Tools zum Tankstellen in der Umgebung finden und so etwas. nnEs gibt heute echt viele Infos. Hier habe ich einen Tankstellenfindern gefunden. ‚Es gibt noch viele andere mobile Applikationen, was haltet Ihr davon?nnVielen Dank und LGnAndin

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