Personal Finance Management ist tot. Lang lebe der Überblick!

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„Sparen durch Überblick“ mit diesem Slogan und einem neuen Gesicht, der Schauspielerin und Komikerin Martina Hill, wirbt die Sparkasse im neuen TV-Spot für das Girokonto und die hauseigene Sparkassen App (, ). Die Sparkasse versucht seit langem das Thema Finanzen emotionaler zu gestallten. Neu ist hingegen die Fokussierung auf das Thema persönliches Finanzmanagement. Der Spot soll zeigen, wie einfach es ist, mit der App den finanziellen Überblick zu halten.

Der Überblick über die finanzielle Situation ist ein Thema, das von immer mehr Anbietern aufgegriffen wird. Auch die Postbank geht mit Ihrer App Finanzassistent zumindest auf dem einen ähnlichen Weg. Dritthersteller wie z.B. finanzblick (iOS, Android, Web) beackern dieses Thema schon seit längerem.

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In kommenden Monaten könnte noch mehr Bewegung in den Markt der (PFM) Systeme kommen. Gleich drei neue Anbieter stehen in den Startlöchern und alle versuchen sich ein Stück aus dem Kuchen der PFM Systeme abzuschneiden.

figo

Hinter figo steht ein Startup aus Berlin. André Bajorat, einer der Gründer, ist in der Finanzszene kein Unbekannter. figo möchte dem Nutzer eine Übersicht und Ordnung über die finanzielle Situation geben. Dazu aggregiert figo die vorhandenen Konten des Nutzers und stellt diese übersichtlich dar. Ein Benachrichtigungssystem gibt Informationen über z. B. überschrittene Ausgabenlimits oder neue Buchungen.

Auch möchte figo dem Nutzer helfen langfristig Kosten zu optimieren, in dem figo Kostenblöcke findet, und Hinweise zur Optimierung gibt. figo bietet Schnittstellen zu anderen Apps, so dass Daten wie z.B. Rechnungen untereinander ausgetauscht werden können. Der Deutschlandstart soll im 3.Quartal 2013 mit iOS und einer Webapp losgehen. Andere Länder sollen folgen. Bis zum Jahresende soll dann mit der Android-Variante nachgezogen werden. Die Nutzung von figo erfordert einen figo-Account.

Funktionen:

  • Multibankenfähiges Online-Banking
  • Autokategorisierung über eingehende Buchungen
  • Pushbenachrichtungen über z.B. neue Buchungen

figo wird es in einer kostenlosen und kostenpflichtigen Variante geben.

http://www.figo.me

 

m8

Möge die m8 mit dir sein, so oder so ähnlich ist der ungewöhnliche Produktname von m8 („Macht“) entstanden. Und darum soll es auch bei m8 gehen.

m8 erfasst alle Bar- und elektronische Zahlungen. Der Nutzer kann aus einer Liste von Kostenkategorien seine individuellen Monatsbudgets definieren. Barzahlungen gibt der Nutzer per Spracheingabe in m8 ein, zum Erfassen elektronischer Zahlungen ist wie bei anderen Banking-Apps auch, das einrichten des Kontos nötig. m8 ist fokussiert sich auf die vom Nutzer festgelegten, mit Monatsbudgets versehenen Ausgabenkategorien. Alle anderen werden nicht berücksichtigt.

Auch m8 möchte helfen langfristig die Kosten zu optimieren. Dazu sollen sich m8-Nutzer untereinander austauschen können. m8 wird von dem Münchner Startup Appricot entwickelt. m8 soll in Deutschland im Oktober mit einer Variante für iOS und Android an den Start gehen. 2014 möchte man eine Variante für den amerikanischen und brasilianischen Markt bringen. Für die Nutzung von m8 ist kein Account erforderlich.

Funktionen:

  • Multibankenfähiges Online-Banking
  • Budget und Ausgabentracking
  • Kostenoptimierung mit Unterstützung

 

numbrs

Noch vor wenigen Wochen konnte man im Windows 8 Appstore die Store-App „anfesito Finanzmanager“ laden. Das war bevor anfesito mit neuem Kapital und neuem Namen einen reboot durchführte. Künftig möchte man mit „Numbrs“ dem Nutzer von überall Zugriff auf alle Konten geben und ebenfalls mit automatischer Kategorisierung und Pushbenachrichtung beim Nutzer punkten. Der Deutschlandstart von Numbrs soll Anfang Juli sein. Andere Länder wie England,USA oder China sollen folgen.

Funktionen

  • Multibankenfähiges Online-Banking
  • Autokategorisierung über eingehende Buchungen
  • Pushbenachrichtungen über z.B. neue Buchungen

Personal Finance Overview

Es gibt Bewegung im PFM Markt. Mit Produkten wie finanzblick und den kommenden Lösungen werden alte Konventionen gebrochen und man wagt völlig neue Wege, was den Funktionsumfang und das Design oder Userinterface betrifft. Der Begriff „PFM“ oder „Personal Finance Management“ passt für diese Art der Lösungen eigentlich nicht mehr. Der Nutzer muss nicht mehr selber „managen“, er bekommt automatisch eine Übersicht präsentiert.  PFM ist tot, lang lebe das PFO, der „Personal Finance Overview“.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Anbieter Ihre Versprechen halten.

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Über Maik Klotz 23 Artikel
Maik Klotz ist Head of New Business bei einem der größten Software Anbieter in Deutschland mit Schwerpunkt auf mobile Apps im Bereich Finanzen. Seine Stationen sind vielfältig: Produktmanager, Business Development Manager, Design Strategist und CEO. Maik Klotz ist ein Produktmensch, mit Fokus auf den Anwender.

2 Kommentare

  1. Super Artikel mit vielversprechenden Neuigkeiten und klasse Recherche zu sehr interessanten Startups! Wird auch endlich Zeit, dass der deutsche Markt erobert wird!

1 Trackback / Pingback

  1. 20 Jahre zu spät? Die Banken entdecken Personal Finance Management | mobile zeitgeist

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