NEU: Täglich handverlesene Mobile News

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Schon seit vielen Jahren gehört es zu meinem Arbeitsalltag, viele News, Fachartikel, Blogposts, Studien und Videos zu sichten, auf ihre Qualität, ihren Informationsgehalt oder auch einmal ihren Unterhaltungswert zu überprüfen und die für ganz subjektiv gut befundenen Inhalte meinen Netzwerken zu empfehlen.

Bisher habe ich diese Lesetipps, also Mobile News, über die Social Media Kanäle von mobile zeitgeist, also Facebook, Twitter und Google+ geteilt. Im Frühjahr dieses Jahres kam noch niuws und im Spätsommer Xing hinzu. Schon lange nutze ich Buffer, ohne die eine derart breite und intensive Verteilung von Inhalten auf Social Media Plattformen für eine Einzelperson fast nicht möglich ist.

In diesem etwas längeren Artikel möchte ich beschreiben, was meine Beweggründe waren, Dinge zu verändern, was ich jetzt einsetze und wie man die von mir kuratierten Inhalte am besten lesen kann.

Das Rauschen meistern

Trotz der Automatisierung über Buffer und einer möglichst effektiven Arbeitsweise, entwickelte sich das Kuratieren zu einem recht Zeit intensiven Unterfangen. Denn – und das weiß jede(r), die/der versucht, zu Mobile gute Quellen zu finden, man muss sich durch sehr viele Publikationen arbeiten, in denen das Thema Mobile neben vielen anderen vorkommt, aber eben nicht nur. Alle Filtermöglichkeiten, die anwendbar sind, scheitern, weil man entweder dann nur auf englischsprachigen Seiten landet, wo überwiegend US-amerikanische Inhalte zu finden sind, oder einen Großteil der interessanten Beiträge schlicht nicht angezeigt bekommt.

Für jemanden, die nicht nach den Nachrichten zu den neuesten Gadgets sucht, ist es eine Sisyphos-Arbeit, sich durch endlose von RSS Feeds gespeiste Artikelauflistungen (mit allen möglichen Themen, nicht nur Mobile) zu kämpfen, jeden interessant aussehenden Beitrag zu lesen und dann zu entscheiden, ob sich ein Weiterempfehlen lohnt. Ich will mich nicht beklagen, doch ich musste erkennen, dass dies anfing derart viel Zeit in Anspruch zu nehmen, da ich auch noch ein paar andere Plattformen bediene, dass ich etwas ändern musste.

Anforderungen an einen ‚Curation Hub‘

Die Zielsetzung war also zunächst eine Straffung, d.h. eine Umgebung für das Kuratieren (einen Hub) zu finden, die so flexibel und modifizierbar ist, dass sie alle meine Anforderungen zumindest weitestgehend erfüllt.

  • Speisung des Hubs durch RSS Feeds, Twitter Accounts, Facebook Pages und mehr
  • Möglichkeit, mehrere Themen parallel zu kuratieren
  • Setzen von Keywords, um nicht innerhalb der Inhalte zu filtern sondern um Quellen angezeigt zu bekommen, die zu den Keywords passen, aber nicht bei meinen bevorzugten Quellen dabei sind, damit ich meinen eigenen Radius ggf. erweitern kann
  • Kommentieren der Inhalte bzw. sie für die verschiedenen Social Media Kanäle mit unterschiedlichen Kommentaren versehen zu können
  • Anbindung von Buffer oder ein wie dort vorhandenes Planungstool, das mir das automatisierte Verteilen der Lesetipps über den ganzen Tag (automatisches Scheduling) ermöglicht, damit nicht alles auf einmal gepostet wird oder ich jedes Mal die Zeitpunkte neu setzen muss
  • Weiterleitung jedes einzelnen Beitrags wahlweise an alle, ausgewählte oder keine Social Media Plattformen, inkl. Buffer (siehe oben)
  • Ausgabe eines RSS Feeds aller durch mich kuratierten Inhalte, um diese Sammlung an anderer Stelle nutzen zu können
  • Kontrolle oder besser „Ownership“ der durch das Kuratieren aufgebauten Reichweite, um diese vielleicht später einmal monetarisieren zu können

Gefunden: Scoop.it

Meine Suche – und an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an mein Netzwerk auf Facebook, das mich dabei tatkräftig unterstützt hat – führte mich bald zu scoop.it, das meine Anforderungen am besten trifft. Einige Tage des Arbeitens mit scoop.it später kann ich sagen, eine tolle Plattform, die meine Anforderungen sehr gut erfüllt.

Ich hatte also das geeignete Tool, das mir die Flexibilität verschaffte, die ich für meine Arbeitsweise benötigte. Nun ging es daran, das Kuratieren selbst auf den Prüfstand zu stellen.

Ein Blick auf die Statistiken meiner Social Media Kanäle brachte mich zu tiefgreifenden Änderungen in meiner Strategie, in meinen Augen interessante Inhalte auch anderen zur Verfügung zu stellen.

Facebook

Seit geraumer Zeit geht die Reichweite unserer Facebook Seite dank immer weiterer „Verbesserungen des Algorithmus durch Facebook“ zurück. Auch hier will ich nicht klagen, habe ich doch durch Facebook eine kostenfreie Reichweite. Doch die Zahlen der letzten Wochen und Monate sind für geteilte Artikel (also Links) so derart schlecht, dass ich mir das einfach schenken kann.

Sogar Buffer selbst rieb sich die Augen über die auch bei ihnen stark zurück gehende Reichweite und ist etwas ratlos. Die Leute von Buffer machen wirklich einen tollen Job in Social Media und es erwischt auch sie: We’ve lost nearly half of our social referral traffic in the last 12 months.

Die Mühe, die ich mir machte führte nicht dazu, dass die Inhalte überhaupt eine befriedigende Zahl von Menschen zu Gesicht bekam. Und für die wenigen, denen es in der eigenen Timeline angezeigt wurde, schien es nicht so interessant zu sein, dass sie regelmäßig auf Like geklickt hätten. Diese Likes würde ich aber für eine größere Reichweite auf Facebook brauchen.

Ergo: Ich erreiche die Menschen nicht, der Aufwand lohnt sich schlicht nicht und ich stelle das Verteilen von Links zu in meinen Augen interessanten Artikeln anderer Publisher auf Facebook ein. Wer der mobile zeitgeist Seite bei Facebook genau aus diesem Grund bisher gefolgt ist, der schaue sich bitte die Alternativen an, die ich weiter unten beschreibe.

Auf der mobile zeitgeist Facebook Seite werde ich natürlich weiterhin unsere eigenen Artikel posten. Darüber hinaus aber nur noch Sachen mit einem für das Nutzer-Engagement auf Facebook notwendigen Unterhaltungswert veröffentlichen. Erste Tests in den vergangenen Tagen geben mir mit dieser Vorgehensweise recht.

Twitter

Twitter ist schon immer mehr „Informations- und Linkschleuder“ gewesen als Facebook. Aber auch hier sorgt Twitter zunehmend dafür, dass die unbezahlte Reichweite der Accounts sinkt, damit Werbung geschaltet wird. Das ist legitim und auch hier klage ich nicht, sondern beschreibe den Status Quo.

Ich muss gestehen, dass ich bis heute nicht wirklich durchschaut habe, welche Inhalte auf Twitter bei unseren Followern funktionieren und welche nicht. Im Gegensatz zu Facebook kann ich hier keine echten Vorlieben erkennen. Daher werde ich erst einmal auf unserem Twitter-Account weiterhin spannende Artikel anderer Publisher teilen, es beobachten und ggf. justieren.

Google+

Google+ war immer recht reaktionsarm und hier habe ich auch keine wirklich große Reichweite (1.700+) aufbauen können. Das liegt jedoch nicht daran, dass es nicht möglich gewesen wäre. Mir fehlt es als „Einzelkämpferin“ einfach an Ressourcen, jeder Social Media Plattform individuell gerecht zu werden (daher auch der Einsatz von Buffer, siehe oben). Das führt natürlich dazu, dass die Accounts weniger performant sind, als sie es sein könnten. Ich kann dies schlicht zurzeit nicht ändern.

Auf Google+ werde ich erst einmal, genauso wie bei Twitter, spannende Artikel verlinken und abwarten, wie es sich entwickelt.

Wie kann man denn nun mitlesen?

Wer auf der Suche nach guten Lesetipps rund um das Mobile Business ist und wem meine Auswahl gefällt (#NoGadgets), hat nun verschiedene Möglichkeiten, mitzulesen:

  1. Unseren täglichen Newsletter „Curation“ abonnieren. Hierin sind – sehr schlicht –  die von mir empfohlenen Artikel verlinkt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Newsletter wird jeden Werktag morgens um acht Uhr ausgeliefert, so dass man bei der ersten Tasse Kaffee schnell einmal durchschauen kann, ob etwas Spannendes dabei ist.
  2. Regelmäßig auf unserer News Webseite vorbeischauen. Dort sind die kuratieren Beiträge ebenfalls gelistet.
  3. Mir bei scoop.it direkt folgen. Hier bestücke ich zurzeit zwei Boxen: Mobile World und Mobile Retail (weil ich auch Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS bin).
  4. mobile zeitgeist auf Twitter und/oder Google+ folgen.

Natürlich freue mich mich weiterhin über alle, die unsere Facebook-Seite liken. Dort werde ich auch weiterhin unterhaltsame Dinge und unsere eigenen Artikel posten. Aber eben nicht mehr in dieser umfangreichen Form aus Drittquellen kuratieren wie bisher.

Was ist mit Xing und niuws?

Nach einigen Wochen Kuratierens auf Xing muss ich sagen, dass es wirklich mit Abstand die schlechteste UX war, dort Lesetipps zu verteilen. Jeder Link muss händisch mit Copy & Paste eingetragen werden, oftmals werden Artikelbild und Teaser nicht korrekt gezogen, so dass man entweder manuell alles hochladen und eintragen muss oder es lieber gleich lässt.

Hinzu kommt, dass man als kuratierende Einzelperson auf Xing nur sehr schlecht sichtbar ist. Allerdings wird man immer wieder darauf hingewiesen, dass man ja Anzeigen schalten könne. Nun, das tue ich – ausser einmal aus Neugierde und experimentellen Gründen – auf keiner Plattform.

Ich werde meinen Xing-Kuratierungs-Account nicht löschen und abwarten, ob Xing hier noch nachbessert, aber an dieser Stelle werde ich nur sehr sporadisch einmal etwas teilen.

Update zu Xing: Ich habe mittlerweile das Kuratieren auf Xing wieder eingestellt. Der Aufwand war einfach zu hoch. Da man dort einen RSS Feed importieren kann, gibt es nun dort die Artikel von mobile zeitgeist zu lesen.

Niuws hat eine mittlerweile sehr gute Konsole für das Kuratieren, hier kann ich mich in Sachen Ergonomie nicht beklagen. Und ich bin stolz, dass ich es in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam mit dem gesamten niuws-Team geschafft habe, über 850 Menschen zu einem Abo meiner Box zu bewegen.

Daher wird niuws dabei bleiben und auch weiterhin von mir mit ausgewählten Lesetipps versorgt werden. Ich werde dort nicht alles teilen, was ich auf meinem eigenen Hub (scoop.it) sammle, aber eine exklusive Auswahl daraus.

Update zu niuws: Mitte Januar 2016 habe ich das Kuratieren für niuws eingestellt. Es war eine tolle Erfahrung und die Plattform entwickelt sich kontinuierlich. Für mich hat es sich jedoch als abschließend nicht zielführend erwiesen, so dass ich mich jetzt auf meinen eigenen Curation Channel konzentriere.

Das Kuratieren ist nicht nur ein Teil meines Berufslebens, um auf dem Laufenden zu bleiben. Es macht mir auch großen Spaß, so dass ich mich über alle, denen meine Auswahl gefällt, sehr freue. Natürlich auch über Feedback und Anregungen. Tipps zu guten Quellen zu meinen Themen sind selbstverständlich auch immer gern genommen.

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Über Heike Scholz 420 Artikel
Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Influencern der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

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