Mobility auf den Punkt gebracht

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Mobility auf den Punkt gebracht

Mobility hat sich seit gut zwei Jahren als die Zukunft und Revolution im Desktop bzw. Endgerätebereich etabliert und es führt kein Weg mehr daran vorbei.

Viele Unternehmen sind Mobility als Innovation bereits ein gutes Stück gefolgt und haben Systeme () zur Absicherung der mobilen Endgeräte eingeführt, oder haben bereits entwickeln lassen, um entweder die eigene Produktivität zu steigern oder die Endkunden medienübergreifend zu erreichen und neue Leistungen anzubieten.

Mobility Roadmap

Die Praxis zeigt allerdings, dass in den meisten Fällen diese Vorstöße wenig zielgerichtet von statten gegangen sind und eher durch ein situatives Bedürfnis ausgelöst wurden. Was meistens fehlt und eingespart wird, ist die Roadmap, die auf einen strategischen Zeitraum ausgelegt ist. So eine Roadmap sollte Folgendes beinhalten:

  • die Zieldefinition: Was möchte das Unternehmen mit Mobility erreichen?
  • die Ist-Analyse: Was ist in meinem Unternehmen bereits „mobil“? Wie sieht die aktuelle Infrastruktur aus? Wie sehen meine Organisation und Prozesse aus?
  • die Mobility-Readiness Analyse: Stellt messbar den Mobility-Reifegrad des Unternehmens dar und dient während der kompletten Projektumsetzung als Messinstrument und macht somit Projekterfolge sichtbar.
  • der Maßnahmenkatalog: Der grob strukturierte Meilensteinplan mit allen Projekten und Eckpfeilern, welche bis zur Zielerreichung anstehen und dementsprechend schon zeitlich gegliedert sind.

Warum ist der strategische Ansatz bei Mobility bzw. jedem größeren und komplexen Thema so wichtig?

Ganz einfach. Wenn sich ein Unternehmen von Anfang an nicht zuerst bewusst gemacht hat, wo es am Ende des Ganzen stehen möchte, ist die Gefahr groß, einen Teil seines Budgets unnütz zu verschwenden. Dabei stellen sich zum Beispiel Fragen wie:

  • Unterstützt das gewählte MDM tatsächlich meine Ziele?
  • Darf ich im Zuge der PRISM Affäre ein US-Produkt überhaupt noch einsetzen?
  • Bringen die schnell entwickelten Apps tatsächlich einen Mehrwert und sind im Zuge der strategischen Ausrichtung noch einsetzbar?

Bei Mobility sprechen wir aufgrund der Schnelligkeit des Endgerätezyklus und der sich daraus ergebenen Möglichkeiten, von einem Zeitraum von maximal drei Jahren, der planbar ist. Eine Roadmap auf mehr Jahre auszulegen, wäre in diesem Fall eindeutig zu lang.

Diesen Eindruck, welchen ich in den letzten Jahren bei vielen Unternehmen feststellen konnte, bestätigt mir auch Herr Kronhardt, ein Mobility-Experte bei der direkt gruppe:

„Oft ist Kunden nicht klar, was „Mobility“ für sie bedeutet. Daher ist es für ein Unternehmen wichtig zu klären, was mit Mobility erreicht werden soll. Sinnvollerweise bildet die Absicherung und zentrale Verwaltung der mobilen Endgeräte eine Basis. Spannend ist es herauszufinden, wie die mobile Arbeitswelt Unternehmensleistungen verbessert oder sogar neue, innovative Leistungen bereitstellen kann. Wie bereitet man sich auf die mobile IT von morgen vor?“

Mobility Readiness

Der Mobility-Trend übt auf Unternehmen einen Veränderungsdruck aus. Dieser beinhaltet Chancen ebenso wie Risiken einer mobilen Unternehmensorganisation – der . Diese Auswirkungen erfordern für ein Unternehmen ein Umdenken innerhalb dessen Geschäftsstruktur, der Zusammenarbeit der Mitarbeiter, des Zugriffs auf Unternehmensressourcen und der Anpassungsfähigkeit an Veränderungen. Denn eines ist klar, Mobility ist nicht eine Innovation, die ihren Ursprung in der IT hatte und deswegen als neue IT-Vorgabe für das eigene Unternehmen umgesetzt wird. Der Treiber kommt aus dem privaten Umfeld, in dem Mobility sich als kultureller Bestandteil etabliert hat und welcher nun mit seinen Stärken und Schwächen auch den Weg ins Unternehmen sucht.

Mobility erfüllt keinen Selbstzweck. Daher ist im Vorfeld eine klare Mobility-Zielsetzung und Wirtschaftlichkeitsrechnung durchzuführen, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden und Vorteile auszunutzen. Mithilfe eines ganzheitlichen Mobility Readiness Assessment erhöht sich das Verständnis der Entscheidungsträger über die Auswirkung und die Tragweite mobiler Technologien. Es hilft die Höhe eines eventuellen Transformationsaufwandes abzuschätzen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Es befähigt die Feststellung, welche Schwachstellen zu optimieren sind, um die Nutzung der Mobility-Potentiale erfolgreich umzusetzen.

Immer wieder kommt es vor, dass sich Kunden nur auf die technischen Aspekte der Mobility beschränken und dabei die bereits oben erwähnten notwendigen kulturellen und organisatorischen Veränderungen außer Acht lassen. Gerade diese sind aber für den Erfolg der Mobility-Veränderung erfolgsentscheidend. Sie beinhaltet insbesondere das Verhalten und die Akzeptanz der Mitarbeiter. Ist die Akzeptanz der Mitarbeiter und Beteiligten gegeben, wird ein Projekt scheitern.

Ein Mobility Readiness Assessment ermöglicht die Aufdeckung der Gefahren und Hindernisse bezüglich der Integration und Nutzung mobiler Technologien. Die Herausforderung besteht darin, diejenigen Faktoren zu identifizieren, die eine ganzheitliche Bewertung der Mobility Readiness ermöglichen.

Herr Kronhardt betont: „Die Analyse kann nicht ausschließlich auf Teilaspekte eines Unternehmens, wie beispielsweise die technische Infrastruktur, beschränkt werden, sondern sich gleichermaßen auf alle Unternehmensbereiche erstrecken.“

Mobility berührt alle Unternehmensdimensionen und hat vor allem weitreichende Auswirkungen auf die Arbeitswelt, wie wir sie bisher nicht kannten. Somit sollte allen Beteiligten auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei der Nutzung mobiler Technologien spielen die Bedürfnisse und Ansprüche der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Was bringt das am besten abgesicherte System, wenn dabei die Benutzerfreundlichkeit (die eigentlich herausragende Eigenschaft der Smartphones und Tablets) verloren geht?

Das kooperative und netzwerkartige Arbeiten setzt sich in Unternehmen immer mehr durch und bildet einen wichtigen Teil der Unternehmensmobilität.

Nach den Hype-Diskussionen sollten jetzt die Mobility-Möglichkeiten ausgenutzt werden, um damit echte Produktivität zu erreichen. Wichtig hierbei ist es, sich nicht zu übernehmen und nach einem Plan vorzugehen. Die Mobility-Roadmap schlägt dabei die Brücke zwischen dem Status Quo und den Mobility-Zielen. Diese klar definierte Roadmap stellt einen professionellen Umgang mit dem Thema Mobility dar und befähigt die IT-Abteilung als Business Innovator bzw. Enabler zu agieren. Unnötige Kosten aufgrund Fehlinvestitionen werden dabei von vornherein vermieden.

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Über Tim Schertgens 9 Artikel

Verfügt über 10 Jahre Erfahrung im Thema Enterprise Mobility. Seit 2003 nimmt er Aufgaben als IT-Berater und Autor wahr, seit 2010 mit der Spezialisierung auf einen ganzheitlichen Mobilityansatz (Enterprise Social Flexibility & Digitale Transformation & Digital/Multimedia).

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