Mobile Recruiting: Die Führungskräfte von morgen sind mobil!

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Unser digitales Leben spielt sich zunehmend auf mobilen Geräten ab und diese Devices haben heute bereits einen sehr hohen Stellenwert. So konnte der Bitkom gerade im Rahmen einer Befragung heraus finden, dass für 61 Prozent der Deutschen das das wichtigste Gerät ist, gefolgt von Tablets mit 58 Prozent. Laptop (48%) und Desktop PC (33%) rangieren teils abgeschlagen auf den hinteren Plätzen.

Die 2010 vom damaligen Chef Eric Schmidt verkündete Devise „Mobile First“ erweist sich nun für alle sichtbar als richtig. Wer heute noch primär in Desktop-Anwendungen denkt und investiert, verschwendet womöglich Zeit und Geld.

Kaum mobil optimierte Karriere Webseiten

Noch scheint jedoch dieses Mantra in vielen Unternehmen nicht verinnerlicht zu sein, schaut man sich die mobil optimierten Karriereseiten deutscher Unternehmen an. Nach einer Studie der Agentur Wollmilchsau waren 2013 93 Prozent der Karriere-Websites nicht mobil optimiert. 2014 sind dies immer noch 78 Prozent. 82 Prozent der untersuchten Unternehmen bieten noch keine mobil optimierte an.

Angesichts der Tatsache, dass fast alle Unternehmen um die so genannten Millennials (oder auch Generation Y) buhlen, also die jungen Menschen, die um die Jahrtausendwende Teenager waren, sollte man meinen, dass das Mobile Recruiting und Mobile Employer Branding bereits weiter fortgeschritten sei. Sind es doch genau diese Personengruppen, die mit mobilen Devices groß geworden sind und manchmal geradezu mit ihnen verwachsen erscheinen.

Smartphone wird für Jobsuche genutzt

Anfang des Jahres veröffentlichte das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Uni Bamberg aktuelle Daten ihrer Studienreihen „Recruiting Trends“ (Sicht der Personaler) und „Bewerbungspraxis“ (Sicht der Bewerber). Ein Blick in die „Bewerbungspraxis“ zeigt das Verhalten rund um Jobsuche und Bewerbung. So wird heute das Smartphone noch überwiegend für die Suche verwendet, kaum für die Bewerbung.

Hier sind nun zwei Interpretationen möglich und wahrscheinlich sind auch beide korrekt. Noch ist es für die potentiellen Bewerber ungewohnt, sich direkt vom Smartphone auch gleich zu bewerben. Dieser Vorgang wird aufgrund seiner Komplexität am heimischen Computer durch geführt (83% der befragten Nutzer). Aber auch die gut nutzbaren Angebote der Unternehmen fehlen, so dass eine One-Click-Bewerbung vom mobilen Endgerät aus gar nicht möglich ist.

Was könnten Unternehmen tun?

Natürlich sollten die Karriere Webseiten mobil optimiert sein. Offene Stellen müssen auch auf mobilen Geräten gut lesbar, die Kontaktaufnahme schnell und intuitiv möglich sein. Bestenfalls ist der gesamte Bewerbungsprozess mobil optimiert. Aber das ist noch nicht alles.

Unternehmen sollten sich von bisherigen Denkmustern und „idealen“ Bewerbungsunterlagen verabschieden. In Zeiten von und den verschiedensten persönlichen Profilen im Netz sollte eine Bewerbung eher eine Aufforderung zum Dialog sein. Kein tabellarischer Lebenslauf auf blütenweißem Papier. Der Link zum Profil auf LinkedIn oder Xing reicht doch auch oder die Daten werden von dort – oder von anderen Plattformen – gleich zum potentiellen Arbeitgeber hoch geladen.

Das Anlegen eines eigenen Profils beim potentiellen Arbeitgeber muss einfach und vor allem mobil einfach möglich sein. Dies senkt die Hemmschwelle, liefert dem Unternehmen schon einmal einen Zugang zu einem potentiellen Kandidaten und vereinfacht für den Bewerber die Kontaktaufnahme, insb. wenn er sich auf verschiedene Stellen bewerben möchte.

Es kann sinnvoll sein, dem potentiellen Bewerber in diesem frühen Stadium schon einmal zu zeigen, welche Kollegen auf sie/ihn warten. Hinweise auf deren LinkedIn oder Xing Profile können einem eher anonymen Prozess eine persönliche Note geben.

Es wird Zeit für die Unternehmen

„Mobiloptimierte Stellenanzeigen (MOPS) sind mehr oder weniger Pflicht ja, mobil taugliche Karriere-Websites sollten zumindest angegangen werden, mobile Bewerbungsmöglichkeit ist sicherlich nicht schädlich, aber alles andere als jetzt schon zwingend, denn die Bewerber können sich eine mobile Bewerbung selber noch nicht so recht vorstellen – „das ist nichts für so nebenbei…“,“ so Jo Diercks, Geschäftsführer der Cyquest GmbH, dem Pionier im Online-Recrutainment.

„Fakt ist auch: Kein Unternehmen verliert heute deshalb den War for Talent, weil es (noch) keine mobile Bewerbung anbietet. Und mein Eindruck ist auch, dass die Unternehmen das Thema gar nicht verschlafen, sondern sehr wohl auf dem Zettel haben. Die meisten arbeiten daran, nur ist das eben oftmals nicht mal so eben umgesetzt – insb. dann, wenn es um wirklich tiefe systemische Eingriffe geht,“ und Diercks weiter: „Aber Eines sollte auch klar sein: Das Thema muss auf die Agenda. Denn nur weil es vielleicht Stand heute noch ohne Mobile Recruiting geht, heißt das nicht, dass das in zwei bis drei Jahren immer noch so ist. Dafür greift Mobile sich zu schnell einen Lebensbereich nach dem anderen. Ich denke nicht, dass Jobfindung und Personalgewinnung da eine Ausnahme machen werden.“

Vor zehn Jahren waren wir auch noch der Meinung, Online- oder womöglich Mobile Banking würde doch keiner machen. Wir haben uns damals geirrt.

In einem weiteren Artikel zum Mobile Recruiting, den wir in den nächsten Tagen veröffentlichen werden, schauen wir uns die mobile Lösung der Allianz Gruppe an und sprechen mit Dominik Hahn, Global Employer Branding & eRecruiting Allianz SE über seine Erfahrungen damit.

[Foto: Shutterstock]

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Über Heike Scholz 422 Artikel

Nach über zehn Jahren als Strategieberaterin für internationale Unternehmen gründete die Diplom-Kauffrau 2006 mobile zeitgeist und machte es zum führenden Online-Magazin über das Mobile Business im deutschsprachigen Raum. Heute ist sie ein anerkannter und geschätzter Speaker und gehört zu den Köpfen der deutschen Internet-Szene. Weiterhin ist sie Beiratsmitglied für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing an der Hoschschule Worms. Als Co-Founder von ZUKUNFT DES EINKAUFENS, begleitet sie die Digitale Transformation im stationären Einzelhandel. Sie berät und trainiert Unternehmen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und fördert mit ihrem Engagement die Entwicklung verschiedener Branchen und Märkte.

1 Kommentar

  1. Nur mal ein kurzer Kommentar aus der Praxis: Wenn ich mir die vielen schlecht gepflegten Profile auf XING oder LINKEDIN anschaue, ist das eignungsdiagnostisch echt der Horror. Lebensläufe sind deutlich differenzierter und auch individueller gestaltet. „One profile fits all“ passt oft nicht. Ansonsten aber Zustimmung. Mobile kommt bzw. ist schon da ;-)

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