Child Protect App: Vodafone übernimmt Verantwortung

CRapp

In meinem Interview mit Christian Rapp, Pressesprecher für Gesellschaft und Kommunikation bei Vodafone Deutschland, zeigte sich, wie stark der Netzbetreiber-Riese Vodafone mittlerweile versucht, eine verantwortungsvolle Rolle in einer Gesellschaft einzunehmen, aus der das Mobiltelefon nicht mehr wegzudenken ist.

Die länderübergreifend agierende Vodafone Group Foundation engagiert sich weltweit mit konkreten Projekten in Bereichen wie Gesundheit und Bildung. Wir haben einige Maßnahmen genauer unter die Lupe genommen, die bisher durch eingeführt wurden.

So hat Vodafone beispielsweise vor einigen Wochen die „Child Protect App“ auf den Markt gebracht. Sie ist nun kostenlos im für Smartphones, sowie bald auch für Tablets, verfügbar.

 

„Der wirkungsvollste Jugendschutz bleibt eine gute Medienerziehung durch die Eltern!“ (Christian Rapp)

Die Child Protect App mit integriertem Jugendschutz hilft Eltern dabei, ihren Kindern eine sichere Nutzung des Smartphones zu ermöglichen. Je nach voreingestelltem Alter des Kindes werden damit nur Internetseiten auf dem Mobiltelefon angezeigt, die für das Kind unbedenklich sind, erklärte Rapp in unserem Interview.

Es können zudem Zeitfenster für bestimmte Funktionalitäten des Mobiltelefons definiert werden: Von wann bis wann darf telefoniert, gesurft oder gechattet werden – alles ist einstellbar und wendet sich direkt auf den Funktionsumfang des Smartphones an.

Jugendschutzprogramm und kindergerechte Inhalte auf dem

Grundlage der Alterseinstufung innerhalb der Vodafone Anwendung ist das staatlich anerkannte JuSProg-Jugendschutzprogramm. Eine Kooperation mit Schau Hin, ermöglicht Eltern den Zugriff auf altersgerechte Inhalte für ihre . „Mit der Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ helfen wir Eltern, gute und passgenaue Entscheidungen in der Medienerziehung ihrer Kinder zu treffen“, erklärt hierzu die Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder.

Die Vodafone Child Protect App nutzt die Inhalte von FragFINN – einer Suchmaschine für Kinder. Dort findet sich ein geschützter Surfraum mit von Medienpädagogen redaktionell geprüften kind-geeigneten Internetseiten, die nun mit der Vodafone Child Protect App auch auf dem Mobiltelefon integriert anwendbar werden.

Vodafone wolle Eltern mit ihrer Child Protect Anwendung ein Tool an die Hand geben, um bei der digitalen Medienerziehung zu unterstützen, erklärt Christian Rapp, so dass Kinder gar nicht erst mit nicht altersgerechten Inhalten konfrontiert werden, aber dennoch mit Smartphones aufwachsen können. Denn „insbesondere der Zugang zu nicht-altersgerechten Inhalten im Internet über mobile Endgeräte war bislang für viele Eltern Grund zur Beunruhigung“, erläutert Vodafone auch in ihrer Pressemitteilung zur App. Es sei daher wichtig und nun ein fester Bestandteil der modernen Rolle des Netzbetreibers geworden, sich hier zu engagieren, nicht zuletzt durch die Vodafone Foundation und das Vodafone Institut in Berlin.

Fazit

Es ist wirklich spannend festzustellen, dass sich der große Netzbetreiber Konzern nun mehr und mehr in eine gemeinnützig interessierte Organisation zu verwandeln scheint. Es wirft jedoch die kritische Frage auf, was genau sich Vodafone davon verspricht, denn interessanterweise ist die Child Protect App nicht exklusiv für Vodafone Kunden verfügbar. Wird sich solch ein verantwortungsvolles Verhalten des Unternehmens und entsprechende Dienste, die angeboten werden, tatsächlich auf kauffentscheidende Prozesse auswirken, also tendenziell dazu führen, dass sich Kunden eher für Vodafone als für einen anderen Provider entscheiden?

Oder hilft dies ggf. auch im War of Talents? Stichwort: Employer Branding. Und ist der Provider überhaupt am Ende des Tages wirklich derjenige, bei dem Kunden einen medialen Jugendschutz suchen bzw. erwarten?

Insbesondere da zeitgleich sowohl Gerätehersteller wie oder als auch Plattformanbieter Lösungen bieten, die einfach mit den neuen oder Updates integriert werden. So zum Beispiel das 6 Uupdate, welches bereits mit dem Guided Access auf einen Kindermodus zielte, wie in meinem Beitrag vom Juli letzten Jahres aufgezeigt.

Wichtig ist bei all diesen Angeboten, so gut sie auch sind, dass es für die Nutzer – insbesondere die Eltern – verständlich und übersichtlich bleibt, was genau das Angebot umfasst, das sie bereits nutzen, was sie ggf. noch zusätzlich brauchen könnten und wie das Ganze leicht verständlich anwendbar ist.

Zudem ist es, denke ich, erfolgsentscheidend, zwar pädagogische Schranken aufzuzeigen, aber zeitgleich einen ausreichenden Freiheitsgrad zu wahren, da Kinder sonst ggf. in Versuchung geraten, Work-Around-Wege zu finden.

Aktuell ist die Child Protect App beispielsweise noch relativ einfach zu deinstallieren. Ein technikversiertes Kind würde hier also ggf. Wege finden, die aktivierten Schutzfunktionen der Anwendung zu umgehen. Wir erinnern uns zum Beispiel an den 15-jährigen Jungen, der Apple überlistete (Beitrag). Die Erfahrung wird es uns lehren.

Es stellt sich also am Ende des Tages die Frage, ob Kinder diese gerätespezifischen Einstellungen und funktionalen Einschränkungen auch langfristig akzeptieren? Bzw. wie man das Angebot immer weiter ausbaut, so dass es den nötigen Freiraum beibehält, um für Kinder spannend genug zu bleiben.

Dennoch, und das sollte der abschließende Konsens sein, ist es lobenswert, dass Vodafone hier Bereitschaft zeigt, Verantwortung zu übernehmen. Die App ist wirklich durchdacht und der Konzern engagiert sich auch abseits der App derzeit in einigen Gesellschafts-und bildungsstärkenden Aktivitäten. Im Konzern scheint ein starkes Bewusstsein für diese Themen, hoch bis zur Chefetage, zu herrschen. Dies bekräftigt auch Thomas Ellerbeck, Geschäftsführer Vodafone Deutschland, mit folgenden Worten in der Vodafone Pressemitteilung: „Erfahrungen und Kompetenz im Umgang mit dem Internet sind für junge Menschen heute wesentliche Qualifikationen für schulischen Erfolg und die berufliche Zukunft. Vodafone engagiert sich dafür, dass Kinder in einem sicheren Umfeld schon früh Internet- und IT-Kompetenzen erlernen können“.

Dies ist der zweite von drei Artikeln über Aktivitäten von Vodafone, die ich bemerkenswert fand.

Die anderen Artikel (werden zum Teil erst verlinkt, wenn sie veröffentlicht sind):

Disclaimer:  Ich bin zurzeit nicht für Vodafone tätig und auch sonst in keiner Weise wirtschaftlich mit ihnen verbunden.

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Über Lilian Güntsche 10 Artikel

Lilian Güntsche, Dipl.-Medien-Oek., ist seit über 10 Jahren im Marketing- und Vertriebsumfeld der Digital- und Medienbranche, Schwerpunkt Mobile, aktiv. Nachdem sie in verschiedenen renommierten ITK- Unternehmen im In- und Ausland ta?tig war, ist sie 2011 mit Gu?ntsche Concepts selbststa?ndig. Hierbei unterstützt sie namenhafte Industriekunden und Digitalagenturen bei ihrer Mobile Strategie sowie im Bereich Kooperationsmarketing & digitales Account/Projekt Management. Lilian ist zudem Autorin, Sängerin und Sprecherin und geschätztes Jurymitglied in verschiedenen Branchengremien.

3 Kommentare

  1. child protect ist der reinste scheiß hab mir einen neuen vertrag gemacht und hab denn scheiß auf dem Handy und brauche es nicht aber wie bekomme ich es wider vom Handy das alles so wie vorher geht .

  2. hallo erst mal ich muss sagen die app ist wirklich gut ich habe diese für meine kleine schwester rundergeladen nur seit dem letzten update geht diese app nicht mehr mich würde es freuen wenns vlt in erfahrung bringen könnten wann das näste überarbeitete software update geblant ist, den es viele nutzer die jetzt von der app entteuscht sind die davor sie toll fanden

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