Apple Pay, neue iPhones und der Start des Mobile Payment-Ökosystems

Apple Pay

Seit dem 9. September 2014 ist „mobile-relevant!“ Im Flint Center in Cupertino wurden die Erwartungen übertroffen. Eine Reihe von neuen Endgeräten wie das 6 / 6 Plus oder die Watch mit zahlreichen neuen Features,  neue Services wie Pay und Health sowie neue Entwicklungswerkzeuge für die Entwickler wurden inszeniert. Was will man mehr? 30 Jahre nach der Vorstellung des Macintosh durch Steve Jobs hat Tim Cook alle Unkenrufe verstummen lassen.

Apple arbeitet geschickt mit den verschiedenen Branchen in definierten Segmenten zusammen. Für 200 Carrier wird das neue LTE-fähige iPhone 6/6plus mit und ohne Apple Watch angeboten. Banken, Kreditkartenunternehmen und Händler sind Teil des -Mobile Payment-Ökosystems und können Ihren Kunden den bequemen Apple Pay-Service/Prozess zur Nutzung anbieten. Die Gesundheits- und Fitnessbranche werden die Apple Watch mit Health-Services und Personal Assistance-Funktion angeboten. Mobile Marketing Services wird durch die Verbindung von Sprache, Video und Lokalisierung in jeder Nachricht innovative Möglichkeiten für Brands geboten.

Die neuen Endgeräte

Die Prozessoren des iPhones 6/6plus arbeiten 50 mal schneller  und laden Grafiken 84 mal schneller als das erste iPhone. Die Techniker haben ebenfalls an der Energieeffizienz gearbeitet und diese ebenfalls um 50 Prozent verbessert. Der neue Prozessor M8 misst u.a. Beschleunigungswerte. Voice-over-LTE und Integration des WI-FI-Standards 802.11 ac sowie eine verbesserte und Verbindung zwischen iPhone (von iPhone 5 bis  6/6 Plus) und Apple Watch machen  Carrier und Kunden glücklich.

Apple Pay

Apple Pay startet im Oktober 2014 in den USA und soll danach weltweit verfügbar sein. Apple arbeitet dabei mit den großen Kreditkartennetzwerken American Express, und und den großen US-Mobile-Banking-Anbietern wie Bank of America, Citi, Wells Fargo, Chase, USBank und Barclays zusammen. Von den Händlern konnte Apple u.a. macys, Walgreens, Disney, Subway, Toys´r us, Nike, Staples, Whole Foods, Sephora und Panera gewinnen. Die Startkonfiguration des Ökosystems für die USA steht. Im chinesischen Markt hat Apple bereits vergleichbare Partnerschaften mit Banken, China Mobile und UnionPay geschlossen (siehe auch „Apple´s Schachzüge im Mobile Payment“, „Apple auf dem Weg zum Mobile Payment-Ökosystem“).

Voraussetzung für den Service sind die iPhone-Modelle 6 und 6Plus. Die Vorteile von Apple Pay sind „One-Touch-Check-out, keine Kartennummer-Registrierung, Adressdaten sind bereits vorhanden und die Karteninformationen werden nicht dem Händler mitgeteilt. Kartendetails bleiben privat.

Zum amerikanischen Start werden damit die 800 Millionen -Nutzer von Apple, die Akzeptanzstellen der Banken, Kreditkartenunternehmer und Händler erreicht werden können. Beim Passbook-Service sind neue Unternehmen und Services von Sephora, Disney, MLB.com, Panera, UBER, Tickets.com, Staples, Groupon, Starbucks, OpenTable und Target integriert.

Neben dem schnelleren Zugang zum Endgerät soll der Fingerabdruck (Touch-ID) zukünftig zur Authentifizierung genutzt werden. Eine wesentliche Voraussetzung für einen schnellen, attraktiven und sicheren Zahlungsprozess. In Amerika und Asien sind im Alltag bereits weiter verbreitet als in Europa. Für einen europäischen Einsatz werden folgende Fragen beantwortet werden müssen: Akzeptieren Kunden- und Händler die biometrische Technik? Was ist bei dieser Technik zu beachten? Welche  Anforderungen stellen Banken und Händler an den Apple Pay-Service? Ist die Technik geeignet für Online-Banking oder –Commerce? Was sagen die Aufsichtsbehörden dazu?

Neben NFC, QRC, Messenger-Services wie oder SMS/ unterstützt Apple den Technologiestandard BLE, der schon länger in den relevanten - und Tablets der führenden Hersteller integriert ist. Damit stehen technologisch alle relevanten mobilen Techniken für mobile Services und neue Use Cases zur Verfügung.

Apple hat sich als Trusted Brand für Banken/Kreditkartenunternehmen Händler, Integratoren, und Verbraucher[1] positioniert und seine Rollenoptionen als Hardwarelieferant (Smartphone, Lesegeräte), Trusted Service Manager und White-Label-Plattform optimal ausgespielt.

Damit hat das Unternehmen alle Erwartungen, die bereits in „Apple´s Schachzüge“ und “Apple auf dem Weg zu einem Mobile Payment-Ökosystem“ dargestellt wurden hinsichtlich Mobile Payment erfüllt.

Doch die Position reicht noch weiter. Neben den Endgeräten und Services für die Fitness- und Gesundheitsindustrie macht Apple seine Endgeräte für den größten mobilen Markt für die Spiele- und Videoservices fit. Wohlwissend, dass der Weltmarktanteil für diese mobilen Services mehr als 50 Prozent des gesamten mobilen Marktes umfasst.

Das letzte Wort hat jetzt der Verbraucher und die potentiellen Partner in den anderen Ländern. Mit den USA und China hat Apple sich eine mehr als komfortable Position in den Mobile Services wie Payment, Health, Marketing und Carrier-Services verschafft. „Apple ist mobile-relevant!“ Als Frage bleibt offen, spielen die europäischen Banken, Händler und Kunden mit? Nehmen Sie das Angebot an, im komplexen und lukrativsten Teilsegment von Mobile Payment, den Nahzahlungen, der Verbindung von digitaler und der physischen Realität dabei zu sein.

[1] Jim Marous: How will banks respond if Apple becomes Mobile Payment Player (Bank Marketing Strategy), 26. Januar 2014

Der Autor: 

Thomas Lerner

Thomas Lerner ist Management Berater, Autor, Trainer und Speaker bei Mobile Marketing, Banking, Payment und Banking Services. Im Dezember 2013 ist sein Buch „Mobile Payment“ in englischer Sprache erschienen. Im Sommer 2014 erscheint sein neues Buch „Mobile Marketing / Mobile Banking“.

 

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