App soll OP-Vorbereitung erleichtern

Quelle: Jan Vašek, pixabay

soll OP- erleichtern

Ob und wann ein bestimmter Blut-Gerinnungshemmer vor einer Operation abgesetzt werden muss, könnten Ärzte und künftig per klären / 300.000 Euro Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Operationsvorbereitung per App: Das soll dank eines Projekts der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg möglich werden. Denn eine wichtige Frage der OP- ist, ob und wann Medikamente abgesetzt werden müssen, die die Blutgerinnung beeinflussen. Diese ist aufgrund neuer Wirkstoffe, sich kontinuierlich ändernder wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie unterschiedlicher Blutungsrisikogruppen der Eingriffe sehr komplex geworden. Gemeinsam mit Forschern der Klinik für Kardiologie der Medizinischen Universität Warschau (WUM) und Industriepartnern aus den Bereichen Computer- und IT entwickeln die Freiburger Ärzte und Forscher nun eine neue App, die Mediziner bei der Therapieentscheidung unterstützen und aufklären soll. Die Entwicklung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der „Deutsch-Polnischen zum Technologietransfer in der Digitalen Wirtschaft“ (DPT) mit 300.000 Euro gefördert.

Rund 65 Millionen in Europa nehmen Medikamente, die die Blutgerinnung vermindern, etwa um das Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko zu senken. Anders als früher müssen moderne Gerinnungshemmer oft erst kurz vor dem Eingriff abgesetzt werden, manche sogar gar nicht.

-Nutzer sollen zwischen Patienten- und Ärztemodus wählen können

„Aktuell wird die gerinnungshemmende Therapie oft zu früh vor dem Eingriff beendet und die Medikamente mit zum Teil falschen Präparaten ersetzt. Das kann zum Schaden der sein“, sagt Prof. Dr. Arkadiusz Miernik, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter der Sektion Urotechnologie der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Das Team um Miernik plant nun eine mit einem Patienten- und einem Ärztemodus. „Den möchten wir allgemeine Informationen rund um das Thema medikamentöse Gerinnungshemmung und Operation zur Verfügung stellen, eventuell auch als Video. Die Ärzte sollen konkrete, evidenzbasierte Informationen zu den geläufigen Standards und eine Behandlungsempfehlung erhalten“, erklärt Miernik.

Nutzerbedürfnisse von Anfang an berücksichtigt

Um die Wünsche und Bedürfnisse der späteren Nutzer von Anfang an zu berücksichtigten, fand kürzlich ein Workshop in Freiburg statt, an dem neben den Projektpartnern auch Klinik- und niedergelassene Ärzte, Pflegekräfte und teilnahmen. „Die Rückmeldung der Beteiligten war sehr positiv. Insgesamt zeigte sich, dass derartige Info-Apps heute besser angenommen werden als normale Websites“, sagt Projektkoordinatorin Friederike Praus, Wissenschaftlerin und Medizinerin in der Sektion für Urotechnologie der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Von den rund 100 Anträgen, die im DPT-Förderprogramm des BMBF eingereicht wurden, wurden neun Projekte zur Förderung ausgewählt. Dabei erhielt das Projekt CHASER (antiCoagulation Help for SurgERy) die besten Bewertungen aller Projekte „Besonders positiv wurde bewertet, dass unser Projektteam von Anfang an Medizin-Fachleuten, Programmierern und Experten für digitale Nutzer-Computer-Interaktion zusammenbringt. Das ist eine hervorragende Grundlage für ein erfolgreiches Projekt“, so Dr. Philippe-Fabian Müller, verantwortlicher Projektleiter der Sektion für Urotechnologie der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Quelle: Benjamin Waschow, Universitätsklinikum Freiburg: App soll OP-Vorbereitung erleichtern


Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich bestätige, dass die hier von mir eingegebenen persönlichen Daten in der von mobile zeitgeist genutzten Datenbank bis auf Widerruf gespeichert werden dürfen.