Warnapps: Gemeinsam im Kampf gegen die weltweite Pandemie

Bundesminister Prof. Dr. Braun bewarb die neue, heute mit Pauken und Trompeten vorgestellte Corona Warn App mit: „Es ist nicht die erste aber die beste.“ Höchster Datenschutzstandard, Datensparsamkeit und hoher IT Sicherheitsstandard sollen gegeben sein.

Für die beiden wesentlichen Betriebssysteme hat ein Projekt der Bundesregierung Deutschland gemeinsam mit der Telekom und SAP eine Open Source Corona Warnapp für schlappe 20 Millionen auf die Beine gestellt. Hinzu kommen Betriebskosten in Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich, wovon der Großteil auf den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom entfällt.

Mit der Warnapp soll die Pandemie mit minimalem Aufwand in den Griff zu bekommen sein. Die App weiß nicht wer oder wo man ist aber sie kann begleiten und warnen.

Der Programmcode auf GitHub offenbart vollkommende Transparenz des Werks und soll das Vertrauen zur App fördern.

Das Offenlegen des kompletten Programmcodes für Android und sollte vielen Spekulationen und Gerüchten um die App ein Ende bereiten. So haben bereits 65.000 Experten den Code eingesehen und ihre Verbesserungsvorschläge eingereicht. Heimliche Übermittlung oder Sammeln von Daten konnten bisher nicht festgestellt werden.

Wie funktioniert die App für den User?

Wer infiziert ist, kann in der App unter „Informieren und Mitmachen“ sein „Positiv-Testergebnis“ per Scan oder Tan eingeben oder auf Nachfrage unter der Hotline +49 800 7540002 anfordern. Ein oder eine Tan sind in der Regel auf dem Befund-Dokument hinterlegt. Somit kann eine Warnung als Push-Meldung automatisch an all jene senden, in deren Nähe sich der nachweislich Infizierte in den letzten 14 Tagen für mindestens 15 Minuten aufgehalten hat.

Die Freigabe der Warnmeldung durch das Labor mit Hilfe des QR- ist nötig, um sicherzustellen, dass niemand einen Fehlalarm auslösen kann. Nicht alle Testlabore und Gesundheitsämter waren bis kurz vor dem Launch mit der notwendigen digitalen Infrastruktur ausgestattet, die sie brauchen, um Testergebnisse an das System zu schicken und QR- zu generieren. Ab heute sollen alle in der Lage sein, den QR-Code zu generieren.

Mit der App lässt sich eine persönliche Risikostufe erstellen. Dies geschieht mittels kurzlebigen Identifikationsnummern, die sich alle 10 bis 20 Minuten automatisch ändern und über mit anderen Smartphones mit der Warnapp in der Nähe austauschen.

Hat man Covid-19, so bekommen Nutzer in der Nähe der letzten zwei Wochen eine Warnung. Dies geschieht nicht sofort, sondern zeitverzögert, sodass kritisches Umherblicken in der Menschenmenge unnötig ist.

Szenarien

Mal angenommen man ist an Covid-19 erkrankt. Nach 5 Tagen geht man aufgrund der Symptome zum Arzt und lässt sich positiv testen. Nun lädt man die App runter und teilt dort sein Ergebnis mit. Dann entstünde eine Warnlücke von 6 Tagen, in denen man mit anderen Menschen in Kontakt war, die aber nicht gewarnt werden können, da die App auf den einzelnen Smartphones noch nicht die IDs ausgetauscht haben. Zudem sollte man bei einer Erkrankung sich in häusliche Quarantäne begeben und gar nicht mehr auf größere Menschenmengen stoßen.

Hatte man die App von vorne herein installiert und auch die Nutzer in der näheren Umgebung, so würden diese nun informiert werden, dass Sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren. Das bedeutet, das Warnfenster ist kurz und die App nur sinnvoll, wenn so viele wie möglich sie installieren und nutzen.

Funktioniert die App auch im Ausland?

Leider funktioniert diese Warnapp nicht im Ausland, da andere Länder andere nationale Lösungen haben, die mit unserer deutschen Version nicht kompatibel sind. Im März hatten bereits China und Südkorea entsprechende im Einsatz. Sieben Europäische Länder, wie etwa Frankreich folgten Anfang Juni. Reisende sollten dann eben die Warnapps in den jeweiligen Ländern installieren. Bei der deutschen und französischen App kann der Warnhinweis nur abgesendet werden, wenn ein jeweiliges nationales Testinstitut die Infektion bestätigt hat.

Stellt ein deutsches Institut die Infektion nach einer Rückkehr aus Frankreich fest, erfolgt in der französischen App keine Warnmeldung. Fast alle europäischen Lösungen basieren auf den Austausch von Daten über Bluetooth und erfüllen einen minimalen Datenschutzstandard. Jedoch werden in Frankreich die Daten auf einem zentralen Server gelagert.

In China erstellt die Corona-Warn-App komplett einsehbare Bewegungsprofile der Nutzer und schickt diese an zentrale Behördenrechner. Daher ist der Datenschutz der deutschen App vorbildlich gelöst.

Da wir mit dieser Warn-Methode noch in den Kinderschuhen stecken, bleibt die Hoffnung auf eine weltweite Lösung für die Zukunft. Wenn diese App zahlreich angenommen und genutzt werden würde, hätten wir zukünftig auch für andere Pandemien und Krankheiten die Möglichkeit, rechtzeitig gewarnt zu werden und sich in Quarantäne zu begeben, um andere schlimmstenfalls vor dem Tod zu bewahren.

Was ist mit den Risikogruppen?

Zu den Risikogruppen gehören bekanntlich ältere oder auch sozial schwächer gestellte Menschen, die häufig kein benutzen. Diese Gruppe fällt bei der Nutzung im höheren Maße raus, weshalb die App nur ein zusätzliches Mittel zur Bekämpfung der Pandemie darstellt aber keine 100 % Sicherheit geben kann.

Zusätzliche Empfehlung von mobile zeitgeist: Die neue App zieht weniger Strom als andere Warnapps. Trotzdem können Sie Ihre Akku schonen indem Sie Ihr Bluetooth nur einschalten, wenn Sie das Haus verlassen und mit anderen Menschen in Kontakt kommen beispielsweise beim Einkaufen.

Über Katja Niederwieser 19 Artikel
Über 15 Jahre arbeitete die Diplom-Ingenieurin als Vorstandsassistenin, Marketingleiterin, Journalistin und Texterin in diversen internationalen Unternehmen.

3 Kommentare

  1. Die App an sich wäre schon mal ein guter Anfang, jedoch gibt es viele Menschen, welche nicht wissen, dass sie von dem Virus betroffen sind, da sie noch keine Symptome haben und nicht jeder lädt sich die App herunter. Ich habe die App installiert, jedoch fühle ich mich dadurch nicht sicher.

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