Suchdienst DuckDuckGo läuft jetzt mit Apples Online-Kartendienst Maps

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Für viele ist die Suche im Internet automatisch mit verbunden. Die Suchmachine hat in den letzten Jahren ihre Konkurrenz wie Yahoo und Bing nach und nach zurückgedrängt und ihre Marktdominanz gefestigt. Doch die Alternativen sind da und versuchen weiterhin, Aufmerksamkeit am Suchmaschinenmarkt zu erlangen. Ein wichtiger könnte dabei sein, der mit gerade einen großen Kooperationspartner gefunden hat.

DuckDuckGo setzt auf Privatsphäre

DuckDuckGo gibt es seit 2008 und hat sich den Datenschutz auf die Fahnen geschrieben. Die wirbt damit, die Privatsphäre der Nutzer zu schützen und deren Daten dabei nicht zu sammeln. Jeder Nutzer erhält bei DuckDuckGo die gleichen Ergebnisse. Anstelle der meistgesuchten Webseiten würden laut dem Unternehmen die besten angezeigt werden. Diese Ergebnisse würden aus über 400 individuellen Quellen gesammelt. Seit Mitte 2018 verlaufen täglich rund 30 Millionen Suchvorgänge über DuckDuckGo.

Neu ist nun, dass die Suchmaschine mit Apple zusammenarbeitet; genauer mit dessen Kartendienst Apple Maps. Zweifellos will Apple, die ihren Kartendienst massiv verbessert haben, gegen Google Maps und durch die Kooperation mit DuckDuckGo direkt gegen den Google-Suchdienst konkurrieren. Beim Zugriff auf das Kartenmaterial, sowohl mobil, als auch als Desktop-Version, ist auch hier der Datenschutz ein wichtiges Thema. DuckDuckGo nutzt als einer der ersten großen Firmen das Apple Mapkit-JS-Framework. DuckDuckGo sammle Daten nur anonymisiert, ebenso würde man Nutzer nicht tracken. Auch, wenn User ihren Standort mitteilten, um bessere Ergebnisse zu erzielen, würde DuckDuckGo diese nicht speichern oder die Daten an Dritte weitergeben.

Für Tim Cook ist Datenschutz Chefsache

Apples neue Partnerschaft mit DuckDuckGo würde auch zu Apples starkem Zuspruch von Datenschutz-Aspekten und Privatsphäre passen, der in den letzten Monaten deutlich geworden ist. So hat CEO Tim Cook im Oktober letzten Jahres eine Datenschutzgrundverordnung nach europäischem Vorbild für die USA gefordert. Aktuell hat der Apple-Chef in einem Essay für das Time Magazine ein weiteres Mal betont, dass das Recht auf Privatsphäre 2019 zu den wichtigsten Themen gehöre.

Weitere Alternativen zu Google

Neben DuckDuckGo existieren noch weitere Suchmaschinen, die mit interessanten Konzepten glänzen. So ist der Dienst Ecosia eine ökologisch inspirierte Webseite. Das Unternehmen spendet 80 Prozent seines Einnahmeüberschusses für gemeinnützige Naturschutzorganisationen. So zum Beispiel das Programm „WeForest“, das zahlreiche Bäume in Burkina Faso pflanzt.

Startpage ist eine Metasuchmaschine in den Niederlanden. Sie bietet auch eine deutsche Oberfläche an. Wie DuckDuckGo wirbt der Dienst damit, keine Benutzerdaten zu speichern. Aus Frankreich kommt der Suchdienst Qwant. Auch hier wird Sicherheit der Privatsphäre groß geschrieben. Es findet keine Speicherung von Cookies statt und Nutzer sind ebenso anonym unterwegs. Für Musikliebhaber gibt es einen extra Bereich, in dem mit Hilfe einer KI neue Musik entdeckt werden kann. Die Webseite fragfinn.de ist eine von einer Redaktion betreute Suchmaschine, die sich speziell an Kinder richtet.

2018 Neun Milliarden Suchanfragen über DuckDuckGo verarbeitet

Die Entwicklung von DuckDuckGo bleibt gerade aus Sicht der Datenschutz-Befürworter spannend. 2018 wurden mit DuckDuckGo mehr als 9 Milliarden Suchanfragen verarbeitet. Zum Vergleich: Google hat 3,45 Milliarden Suchanfragen am Tag. Da ist also noch viel Luft nach oben.

 

Carsten Thomas
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Autor und Gamingnerd. Stets interessiert an Tech-Innovationen, Medienwandel und Technikutopien. Redakteur bei mobile zeitgeist.

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