Smarte Lösungen: Studierende entwickeln Hilfsmittel für Menschen mit Einschränkungen

Foto: HS-Darmstadt

Fernstudierende der entwickeln für mehr Barrierefreiheit

Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen im Bereich des Sehens, Hörens oder Mobilität gibt es zahlreiche technische Hilfsmittel. Der Nachteil vieler dieser spezialisierten Geräte ist der hohe Preis und die oft kurze Lebensdauer wegen fehlender Aktualisierungen bzw. Inkompatibilität mit standardisierten technischen Systemen. Die Idee der Forschungsinitiative „SmAccLab“ ist es, Technologien aus dem Bereich der Digitalisierung zu nutzen, um Menschen mit Einschränkungen zu unterstützen. Moderne Gebäudetechnik und Smart Home Technologien existieren bereits – sie liefern, fast als Nebenprodukt, die Grundlage zur Entwicklung technischer Hilfsmittel, um die Barrierefreiheit zu erhöhen.

Viele Smarthome Lösungen bieten schon dieses Potenzial. Eine drahtlose Videotürklingel mag für viele nach Luxus klingen, aber für eine Person mit Einschränkungen der Mobilität, kann sie den mühsamen Gang zur Tür ersparen. Es handelt sich hierbei nicht um spezielle Technologien für Menschen mit Behinderung, sondern Standard-Produkte, die schon kostengünstig im Fachmarkt erhältlich sind. Viele Smartphones bieten sogar von Haus aus die Möglichkeit einer barrierefreien Bedienung – allen voran mit und MacOS.

Ein weiterer Ansatz findet sich in der Maker-Szene. Basierend auf standardisierter Hardware wie Raspberry Pi oder Arduino gibt es hier bereits zahlreiche Projekte, die frei verfügbar sind.

Im Rahmen von SmAccLab entsteht – getragen durch mehrere studentische Projekte – eine Plattform zur einfachen Entwicklung von Hilfsmitteln für Menschen mit Einschränkungen. Das Ziel ist dabei die entstandenen Produkte so zu gestalten, dass sie einfach nachbaubar sind und so Betroffene davon profitieren können. Sollte das nicht möglich sein, werden im Rahmen von freiwilliger Arbeit in einem sogenannten „Offenen Labor“ Geräte gebaut, die Betroffenen zur Verfügung gestellt werden können.

Im Rahmen einer Masterarbeit im Fernstudiengang Elektrotechnik der Hochschule Darmstadt ist ein erstes Beispielprodukt entstanden – ein Sensor zur Ergänzung eines Blindenstocks. In weiteren Projekten entstehen derzeit Systeme zur Bilderkennung für Blinde mit Ausgabe per Text oder Braille. Außerdem wird auf Basis eines Smartphones ein Eingabegerät entwickelt, dass durch Mimik gesteuert werden kann. Es soll zur Steuerung eines Rollstuhls oder Mauszeigers dienen und ist für Menschen mit hoher Querschnittlähmung gedacht.

Quelle: Fernstudierende der Hochschule Darmstadt entwickeln Smart-Lösungen für mehr Barrierefreiheit

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