Sharing Economy oder digitaler Kapitalismus

digitaler Kommunismus
sharing economy

Seit den ersten Vorläufern Ende der 90er Jahre hat sich einiges verändert. 2007 hat der Durchbruch für Smartphones durch die Veröffentlichung des ersten iPhones das digitale Zeitalter eingeläutet. Innerhalb von 13 Jahren gingen die Smartphone-Verkäufe stark nach oben. Wurden im Jahr 2010 weltweit noch rund 300 Millionen Smartphones verkauft, waren es im Jahr 2013 bereits mehr als eine Milliarde. In 2019 belief sich der Absatz auf 1,35 Milliarden Geräte. Den Peak scheinen wir erreicht zu haben: Das Wachstum in den letzten Jahren war 3 Jahre in Folge leicht rückläufig. Ein Zeichen dafür, dass der Markt langsam gesättigt ist.

Was ist Ihnen wichtiger – Auto oder Smartphone?

Laut Handelsblatt würden junge Erwachsene nur für eine Woche Traumurlaub auf ihr Smartphone verzichten. Wenn sie zwischen Auto oder Smartphone wählen müssten, würden 40 Prozent lieber ein Jahr lang auf ein Auto verzichten als auf ihr geliebtes Smartphone. Ende der 90er Jahre, haben noch die Mehrheit der Menschen nicht auf ihre grenzenlose Mobilität verzichten wollen. In Zeiten wo seit einigen Jahren der KFZ-Verkauf weltweit rückläufig ist, zeichnet sich ein zukünftiger Trend in Richtung Sharing Economy ab. Carsharing und Mitfahrgelegenheiten, Coworking Spaces, Einkaufsnetzwerke: Mieten oder leihen statt kaufen. Teilen wird das neue Haben. In der vielfältigen Sharing-Szene liegen soziale, ökologische und ökonomische Aspekte eng beieinander. Statt Autos zu besitzen, die den größten Teil des Tages nutzlos Parkplätze belegen, Steuer und Versicherung kosten, teilen sich immer mehr Menschen Fahrzeuge aller Art.

Wohin geht die Reise?

Der US-Ökonom Jeremy Rifkin, prophezeit in seinem Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“, dass die schnell wachsende Sharing Economy der Anfang vom Ende des Kapitalismus sei. Der Visionär hat die Ankunft einer weltumspannenden, emphatischen Ökonomie des Teilens klar vor Augen, wie sich unsere Gesellschaft, die Art, wie wir denken, und vor allem die Wirtschaft grundlegend verändern wird. Das sei ein langwieriger, qualvoller Prozess und „ziemlich schmutzig“, so Rifkin.

Der immer stärker wachsende Markt des Teilens weist in Deutschland mittlerweile ein Umsatzvolumen von über 25 Milliarden Euro auf. Kritiker meinen, Sharing Economy sei die Fortsetzung des Kapitalismus mit digitalen Mitteln. Das Ziel sei vielmehr, digitale Plattformen zu schaffen, über die sich private Besitztümer durch den Verkauf von zeitlich begrenzten Nutzungsrechten gewinnbringend vermarkten lassen. Ökologisch betrachtet, würde der digitale Kapitalismus unsere Erde wieder etwas aufatmen lassen, wenn wir Ressourcen schonen. Vor Corona waren viele noch der Meinung, dass grenzenloses Wachstum auf einem begrenzten Planeten unendlich lang möglich sei. Die Mathematik lehrte uns etwas anderes, aber Mathe war für viele nicht gerade das Lieblingsfach in der Schule. Ein fürs Auge unsichtbares Virus musste uns erst stoppen und zum Nachdenken zwingen.

 

 

Über Katja Niederwieser 20 Artikel
Über 15 Jahre arbeitete die Diplom-Ingenieurin als Vorstandsassistenin, Marketingleiterin, Journalistin und Texterin in diversen internationalen Unternehmen.

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